Ernährung bei Lebererkrankungen

Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan unseres Körpers. Unter anderem nimmt sie wichtige Aufgaben im Rahmen der Aufnahme und Verwertung von Nahrungsbestandteilen ein. Funktioniert die Leber nicht optimal, kann der Mensch krank werden und es können vielfältige Störungen im Organismus auftreten. Die Ernährung stellt bei akuten und chronischen Lebererkrankungen einen wesentlichen Teil der Vorbeugung und Behandlung dar.

Die Leber - "Chemiefabrik" im Körper

Die Leber arbeitet in unserem Körper wie eine kleine chemische Fabrik. Sie ist das wichtigste Organ für den Ab- und Umbau stoffwechseleigener und stoffwechselfremder Substanzen. Nahrung, Alkohol, körperfremde Stoffe und Medikamente werden in der Leber umgewandelt, zum Teil gespeichert und verteilt. In der Leber wird außerdem der Stoffwechsel der verschiedenen Nährstoffe, die wir täglich zu uns nehmen, reguliert.

Einfluss der Ernährungsweise auf die Leberfunktion

Aufgrund der zentralen Rolle, die die Leber in unserem Stoffwechsel spielt, hat unsere Ernährungsweise einen großen Einfluss auf die Leberfunktion. Essen wir dauerhaft zu üppig, macht sich das nicht nur am Umfang der Hüften bemerkbar, sondern auch die Leber kann verfetten.

Man spricht von einer Fettleber, wenn mindestens die Hälfte aller Leberzellen betroffen ist. Neben einem zu viel an Fetten und Kohlenhydraten auf dem Speiseplan wird insbesondere durch übermäßigen Alkoholgenuss die Entwicklung einer Fettleber oder sogar einer so genannten Fettleberhepatitis (Fettleber mit entzündlicher Reaktion) gefördert. Auch ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann eine Fettleber verursachen.

Vor allem starker und langjähriger Alkoholkonsum kann zu einer dauerhaften Schädigung der Leber führen. Durch das Einwirken schädigender Abbauprodukte des Alkohols kann es zu einem bindegewebigen Umbau der Leber (Leberzirrhose) kommen. Außerdem ist das Risiko einen bösartigen Leberkrebs zu entwickeln erhöht. Auch bei einer erkrankten Leber beeinflusst der Lebensstil und die Ernährungsweise den Verlauf der Erkrankung. Bei den Empfehlungen zur Ernährung kommt es dabei auf die Phase der Erkrankung und die Funktionsfähigkeit der Leber an. Wichtig zu wissen ist, dass viele althergebrachte Diätempfehlungen, wie die Leberschonkost überholt sind.

Schon lange "out": Leberschonkost

Früher ging man davon aus, dass eine erkrankte Leber "geschont" werden muss. Man hatte die Vorstellung, dass eine eiweiß- und fettarme Kost dazu einen Beitrag leistet. Für die Betroffenen bedeutete dies strenge Diätvorschriften einzuhalten und nur noch eine geringe Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung zu haben. Dies schränkte nicht nur die Lust am Essen ein, sondern es förderte auch in hohem Maß eine Mangel- bzw. Unterernährung der Patienten.

Heute weiß man, dass eine so genannte Leberschonkost keinen Nutzen bringt. Ganz im Gegenteil, konnte man belegen, dass sich eine Mangelernährung negativ auf das Krankheitsbild auswirkt und unbedingt zu vermeiden ist. Das Leberzellgewebe verfügt über enorme Reserven und eine große Kapazität, die es ermöglichen, dass die Leber auch bei einem Ausfall großer Areale durch Verletzung oder Erkrankung ihre Funktionen aufrechterhalten kann.

Solange die Leber ihre Aufgaben erfüllt, bedarf es deshalb keiner einschränkenden diätetischen Maßnahmen zur "Schonung" des Organs. Dennoch kann man auch bei einer bestehenden Lebererkrankung einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit leisten - durch eine gesunde, vollwertige Ernährung und den Verzicht auf Alkohol.