Erkältung - was tun?

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Wenn wir sehen könnten, wo im Winter überall Erkältungsviren lauern – im Zugabteil, auf dem Geländer der Kaufhausrolltreppe, in der Luft im Büroraum – wir würden in diesen Wochen vermutlich gar nicht mehr das Haus verlassen. Winterzeit ist Virenzeit. Viren sind winzig klein, schwirren millionenfach in der Atemluft und können Schnupfen, Husten und Entzündungen auslösen. Dennoch kann man einiges gegen Erkältungsviren tun – und Beschwerden wirksam behandeln.

Ursachen und Symptome von Erkältungen

Zwei bis vier Mal im Jahr bekommen Erwachsene eine Erkältung. Kinder, deren Immunsystem noch nicht ganz aufgebaut ist, erwischt es noch öfter, bis zu zehn Mal muss sich ihr Körper gegen die Erreger zur Wehr setzen. Schuld an Husten, Schnupfen und Heiserkeit sind etwa 100 verschiedene Keime. Am verbreitetsten sind sogenannte Rhinoviren, die jetzt in der kalten Jahreszeit besonders leichtes Spiel haben. In winzigen Tröpfchen schwirren sie millionenfach durch die Atemluft.

Zusätzliche Viren werden dann noch von denen, die bereits husten und niesen, in die Luft gesetzt. Doch die große Anzahl an Viren ist es nicht allein, die die zahlreichen Erkältungen im Winter auslöst. Auch weil Heizungsluft und Kälte die Schleimhäute in Nase, Rachen und Hals austrocknen und dadurch schwächen, können Viren leicht eindringen. In den Schleimhautzellen vermehren sie sich dann schnell und „belagern“ fortschreitend die oberen Atemwege. Die Schleimhaut entzündet sich, die Nase beginnt zu kribbeln, wir müssen niesen.

Im Rachen verursacht die Entzündung dann ein Kratzen, das Schlucken fällt schwer. Mit Hilfe des Hustenreflexes wehrt sich der Körper gegen fremde Eindringlinge in den Bronchien und versucht, sie durch Husten wieder hinauszubefördern. Etwa 200 Erkältungen bringt jeder Mensch im Laufe seines Lebens hinter sich – mit all ihren Begleiterscheinungen wie Kopf- und Gliederschmerzen.

Schuld an den Beschwerden sind allerdings nicht die Viren, sondern Botenstoffe, die eigentlich Gutes bewirken wollen: Sie aktivieren jene Abwehrzellen des Immunsystems, die gegen die Viren kämpfen sollen, erhöhen gleichzeitig aber auch die Schmerzempfindlichkeit des Körpers. Kommt die Immunreaktion in Gang, melden die Nervenzellen parallel Schmerzen – in Kopf und Gliedern.

 

Erkältungen vorbeugen

Raten Sie mal, wie viel Taschentücher ein Durchschnittsdeutscher infolge solcher Infekte im Jahr verbraucht? Ganze 55 Packungen! Viele davon könnten wir uns sparen, wenn wir Erkältungen erst gar nicht an uns heranlassen würden.

Unser wichtigster Verbündeter gegen Erkältungen ist das Immunsystem. Wer regelmäßig in die Sauna geht, danach die Abkühlung nicht scheut oder nach dem Aufstehen eine morgendliche Wechseldusche durchführt, der kurbelt seinen Stoffwechsel an und erleichtert dem Körper so die Produktion von keimtötenden Zellen und Antikörpern. Auch regelmäßiger Sport – vor allem Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Joggen – bringt das Immunssystem auf Touren.

Dabei ist nur wichtig, dass Sie des Guten nicht zu viel tun, sich also nicht übermäßig auspowern, denn das wiederum schwächt Ihren Körper und macht ihn anfällig für Krankheiten. Was zudem hilft, ist natürlich eine Vitamin-C- und gemüsereiche Ernährung. Umgekehrt schwächen viel Stress, wenig Schlaf und ungesundes Essen die körpereigene Abwehr. Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, ein dreifach höheres Risiko haben, sich einen Schnupfen einzufangen.

Um Erkältungen vorzubeugen, sollten Sie sich in der Virenhochphase besonders oft die Hände waschen. Es geschieht zwar ohne jede Absicht, aber wir reichen Erkältungsviren im wahrsten Sinne des Wortes weiter. US-Wissenschaftler von der Universität in Charlottesville ließen erkältete Personen eine Nacht lang in einem Hotelzimmer schlafen. Am nächsten Morgen konnten die Forscher überall Rhinoviren nachweisen: Auf den Lichtschaltern, der Fernbedienung vom Fernsehapparat, an den Wasserhähnen – an allen Gegenständen, die die Testpersonen berührt hatten, hafteten die Übeltäter. Über Stunden können Viren so auf Gegenständen überleben – bis der nächste Wirt kommt, auf dem sie sich niederlassen können.

 

Was tun bei einer Erkältung?

„Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie“, so beschreibt der Volksmund den Verlauf einer Erkältung, die von Medizinern auch grippaler Infekt genannt wird. Dieser darf nicht mit einer echten Grippe verwechselt werden, die von gefährlicheren Viren ausgelöst wird, sehr viel schwerer verläuft und ärztlich behandelt werden muss. So gut Medikamente wie Halsschmerztabletten, Nasentropfen oder schleimlösende Hustenmittel auch Erkältungssymptome lindern – klarmachen muss man sich: Der Verlauf der Krankheit lässt sich damit leider nicht verkürzen.

Umso wichtiger ist es daher, die körpereigene Abwehr auf Vordermann zu bringen. Denn je fitter das Immunsystem, desto schneller und effektiver wird es mit Husten, Schnupfen und Co. fertig. So regelt der Körper bei einer Infektion zum Beispiel seine Betriebstemperatur hoch. Wir fühlen uns fiebrig – und das ist gut. Denn viele Erreger mögen Hitze gar nicht. Ein leichtes oder mäßiges Fieber bis zu 38,5 Grad kann man daher zulassen.

Zusätzlich ist unser Körper auf weitere Unterstützung angewiesen, er braucht jetzt vor allem dreierlei: Ruhe, viel Schlaf und reichlich Flüssigkeit. Kräutertees oder Wasser helfen, die Schleimhäute der Atemwege feucht zu halten, damit sie den entzündlichen Schleim besser abtransportieren können. Heiße Bäder helfen bei schmerzenden Gliedern. Menthol- oder Eukalyptus-Badezusätze fördern die Durchblutung und helfen, Sekret in den Bronchien zu lösen.

 

Auch Nasennebenhöhlen können sich entzünden

Auch das Inhalieren mit Kamillenblüten hat sich bewährt. Eine Handvoll Blüten in eine Schüssel geben, mit heißem Wasser übergießen, dann ein Handtuch über den Kopf legen und das Gesicht in den Dampf halten. Atmen Sie mehrmals mit geschlossenen Augen tief durch die Nase ein und wiederholen Sie die Inhalation mehrmals täglich für ein paar Minuten.

Eine normale Erkältung ist meist nach einer Woche wieder abgeklungen. Sie ist lästig, aber harmlos. Schmerzhafter wird es, wenn sich in Folge der Erkältung die Nasennebenhöhlen entzünden. Rund 10 Millionen Deutsche sind pro Jahr davon betroffen. Sie klagen über ein starkes Druckgefühl hinter den Wangen, der Stirn oder den Augen.

Zu einer solchen akuten oder chronischen Sinusitis kommt es, wenn das Nasensekret, das die Schleimhäute während einer Erkältung vermehrt produzieren, sich in den Nasennebenhöhlen staut und sich Keime in dem feuchtwarmen Milieu vermehren. Eine schwere Entzündung, die nicht behandelt wird, kann sich aber in weitere Schädelregionen ausbreiten. Daher sollte man rechtzeitig einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.

Auslöser einer Sinusitis sind aber nicht nur Viren. Auch Bakterien haben im ohnehin schon geschwächten Körper ein leichtes Spiel. Für eine bakterielle Sinusitis sprechen meist eine längere Symptomdauer von mehr als sieben Tagen sowie einseitige Schmerzen. Im Gegensatz zur virusbedingten Sinusitis lässt sie sich mit Antibiotika behandeln.

 

Bei Kehlkopfentzündung hilft Inhalieren

So wie sich in Folge einer Erkältung die Nasennebenhöhlen entzünden können, kann dies auch mit dem Kehlkopf, der am Eingang der Luftröhre liegt, passieren. Dann schmerzen Hals und Rachen, man hustet viel, die Stimme versagt. Diese sollte nun geschont werden. Bei Atembeschwerden unbedingt zum Arzt gehen.

Das Abklingen einer solchen Laryngitis lässt sich mit Inhalationen und schleimlösenden Medikamenten unterstützen. Nach ein paar Tagen ist sie abgeklungen. Und auch wir haben die Haupterkältungszeit ja auch bald wieder überstanden.