Sauna mit Erkältung?

30 Millionen Saunagänger gibt es derzeit in Deutschland. Laut einer Umfrage des Deutschen Saunabunds geben 76 Prozent von 17.000 Befragten an, von Erkältungsinfekten fast oder sogar vollständig befreit zu bleiben. Die Erklärung des Phänomens: Schwitzkuren trainieren das Wärmeregulationssystem des Körpers. Durch das Wechselspiel von Wärme und Kälte werden die Blutgefäße in der Haut und in den Schleimhäuten der Atemwege stimuliert und der Körper lernt, sich an unterschiedliche Temperaturen besser anzupassen. Wärmeverlusten in kalter Umgebung wird vorgebeugt und Erkältungsviren können besser abgewehrt werden.

Gerade in der kalten Jahreszeit lauern die Erreger dort, wo viele Menschen auf einander treffen: im Büro, im Bus oder im Supermarkt. Hier haben sie leichtes Spiel: überheizte, schlecht durchlüftete Räume in Kombination mit kalten, nassen Wetter sind eine zusätzliche Belastung für den Organismus.

Umso wichtiger ist es, sein Immunsystem rechtzeitig auf Vordermann zu bringen. Vorbeugend und stärkend wirken neben regelmäßigen Saunagängen, Bewegung, eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und viel Flüssigkeit. Doch was, wenn trotz Vorbeugung die Erkältungsviren einmal zuschlagen? In dem Fall sind anstrengende Bewegung und Saunagang tabu.

Sauna als Prophylaxe

Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Saunagänger bereits nach acht bis zwölf Wochen deutlich seltener an einer Erkältung erkranken. Die hohen Temperaturen bewirken eine stärkere Durchblutung des Nasen-Rachen-Raums. Somit können sich dort mehr Abwehrzellen sammeln, die Krankheitserreger abfangen.

"Um die positive Wirkung des Saunierens zu erreichen, ist es aber wichtig, bestimmte Aspekte zu beachten", erläutert Prof. Dr. med. Eberhard Conradi, Vorsitzender des Deutschen Saunabundes e.V. "Das Ausmaß des Saunierens ist ganz entscheidend. Ein Saunagang sollte nicht länger als 12 - 15 Minuten dauern, zwei bis drei Wiederholungen sind ausreichend. Der Saunabesuch sollte ca. ein- bis zweimal pro Woche erfolgen. Wichtig ist vor allem, dass man sich wohl fühlt und das Saunieren nicht als Pflichtprogramm betrachtet, das zwischen zwei Termine geschoben wird."

Auf die Wärme sollte ein kurzer Kaltreiz folgen. Damit der Körper dabei aber nicht aus-, sondern lediglich abkühlt, sind diese kurzen Erfrischungsphasen zum Beispiel durch eine Schwallbrause einem längeren Aufenthalt im Wasser vorzuziehen.

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Erkältet ins Schwitzbad?

Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sind die ersten Anzeichen einer Erkältung. Zu diesem Zeitpunkt sollte man mit Saunabesuchen vorsichtig sein. „Bei einer fortgeschrittenen Erkältung ist die Schwitzkur aus gesundheitlichen Gründen sicherlich nicht empfehlenswert. Die Belastung kann im Einzelfall für das Herz-Kreislauf-Systems zu hoch sein", erklärt Prof. Dr. Conradi.

Hilfreich ist es dann, die ersten Symptome der Erkältung mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke zu behandeln. Hier empfiehlt sich eine Kombination aus Acetylsalicylsäure mit Vitamin C. Da das Vitamin C die Auflösung des Wirkstoffes bereits im Glas aktiviert, kann dieser vom Körper schneller aufgenommen werden. Er gelangt rascher in die Blutbahn und kann Erkältungsbeschwerden wie Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen schnell und verträglich bekämpfen. Durch die entzündungshemmenden Eigenschaften des Wirkstoffs wird dem Immunsystem geholfen, die durch die Viren verursachten Entzündungsabläufe zu unterbrechen.

Auch wenn die Erkältung von Fieber begleitet wird, unterstützt ein solches Präparat den Organismus bei einer schnellen Genesung ohne ihn unnötig zu belasten. Neueste Studien zeigen, dass Acetylsalicylsäure bei Fieber genauso wirksam ist wie Paracetamol.