Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck ist heimtückisch – jeder Fünfte in Deutschland ist betroffen, doch erfährt oft erst von seinem Leiden, wenn die Krankheit bereits Schäden angerichtet hat. Hoher Blutdruck ist ein eminenter Risikofaktor für Schlaganfälle, Herz- und Nierenerkrankungen und damit für eine Vielzahl von Todesfällen verantwortlich.Der Blutdruck ist zunächst einmal etwas Lebenswichtiges: Der Druck im arteriellen Gefäßsystem des Menschen ist Grundvoraussetzung für eine regelrechte Durchblutung und damit Sauerstoffversorgung der Organe.


Dieser Druck wird im wesentlichen bestimmt durch die Kraft des Herzmuskels beim Zusammenziehen (Kontraktionskraft) als Motor des Kreislaufs und durch die Gesamtkapazität und Elastizität der arteriellen Blutgefäße. Bluthochdruck (fachsprachlich Hypertonie) ist eine chronische Erhöhung der Druckwerte im arteriellen Gefäßsystem, die mittel- und langfristig zu Schädigungen an verschiedenen Organen führt.

Wie entsteht Bluthochdruck?

Unter normalen Bedingungen passt sich der Blutdruck des Menschen den Erfordernissen der Kreislaufsituation an, wobei die komplexe Regulierung über Hormone und auch über das vegetative Nervensystem erfolgt. Bei körperlicher Belastung erhöht sich der Blutdruck, ebenso wie bei Schmerzen, psychischen Einflüssen oder Stress; unter Ruhebedingungen sinkt er. Der Blutdruck unterliegt außerdem tageszeitlichen Schwankungen: Die höchsten Werte ergeben sich am Vormittag, späten Nachmittag und frühen Abend. Während der Mittagszeit (besonders nach dem Mittagessen) sinkt der Blutdruck deutlich ab, am stärksten während der Nacht. Die Blutdruckwerte des Menschen sind in einem gewissen Rahmen stabil. Durch eine Reihe von Krankheitsprozessen kann dieses Blutdrucksystem aus der Balance geraten – mit permanent erhöhten Werten, aber auch zu niedrigen Werten oder inadäquaten Blutdruckschwankungen:
  • Primäre Hypertonie (essentielle Hypertonie): In ungefähr 80 % der Fälle von Bluthochdruck liegen genetische Ursachen vor, die vor allem im höheren Alter zu einer Abnahme der Gefäßelastizität führen. Unter diesen Bedingungen muss dass Herz gegen einen erhöhten Widerstand ankämpfen, was sich als Bluthochdruck bemerkbar macht. Neben den erblichen Faktoren begünstigen eine Reihe weiterer Risikofaktoren das Entstehen von Bluthochdruck:
    • Ungesunde Ernährung und Übergewicht
    • Stress,
    • Alkohol und Rauchen,
    • bestehende Erkrankungen wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen.
  • Sekundäre Hypertonie: Im Gegensatz dazu sind bei der sekundären Form konkrete Organursachen für die Blutdruckerhöhung verantwortlich. Hierunter fallen Anomalien des Herzkreislaufsystems selbst, wie die angeborene Engstellung im absteigenden Teil der Hauptschlagader (Aortenisthmusstenose), aber auch Erkrankungen der Nieren oder des Hormonsystems. Da die Niere als wichtiges Ausscheidungsorgan eine zentrale Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes und des Blutdrucks wahrnimmt, gehen Erkrankungen dieses Organs oftmals auch mit Blutdruckstörungen einher. Alle krankhaften Prozesse, die zu einer Minderdurchblutung der Niere führen, wie zum Beispiel eine Einengung der Nierenschlagader, können mit erhöhten Blutdruckwerten einhergehen.
 
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