Inneres Bauchfett: Gefährliche Fettverteilung

Nahezu jeder zweite Deutsche im Alter von 18 bis 79 Jahren ist übergewichtig, bis zu 24,5% dieser Altersgruppe sind sogar fettleibig (adipös). Daher gewinnt Übergewicht im Hinblick auf das Herz-Kreislauf-Risiko immer mehr an Bedeutung. Aber: ein zu hohes Gewicht ist nicht für jeden gleich gefährlich.

Verteilung des Körperfetts ist entscheidend

Der Body Mass Index (BMI) gibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße an. Er ist ein Maß für die Körperfettmasse und dient der Einteilung in Übergewicht (BMI über 25) und Adipositas (BMI über 30). Wo das Fett sitzt, berücksichtigt er nicht. Doch gerade die Verteilung des Körperfetts ist wichtig, um sowohl das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch für Diabetes zu beurteilen.

Noch vor wenigen Jahren wurde die Bedeutung der abdominalen Adipositas mit zu viel "innerem Bauchfett" häufig unterschätzt. Jetzt ist klar: Ein übermäßiges inneres Bauchfett steigert das Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Dagegen treten bei kräftigen Fettansammlungen an Gesäß, Hüften und Oberschenkel Gefäßerkrankungen und Stoffwechselstörungen nur geringfügig häufiger auf als bei Normalgewicht. Das Gewicht allein reicht also nicht aus, um das Risiko für Herz und Kreislauf zu ermitteln. Es sollte auch die Fettverteilung erfasst werden.

Fettverteilung - Apfeltyp und Birnentyp

  • Beim Apfeltyp (abdominale Adipositas) sammelt sich das Fett in drei Körperbereichen: 1. an der Bauchhaut, 2. an Rücken und Seiten und 3. an den inneren Organen (zum Beispiel Magen, Darm, Leber). Hauptrisikofaktor für Herz und Kreislauf ist hier das Fett an den inneren Organen, das sogenannte intraabdominale Fett (inneres Bauchfett). Äußerlich sichtbares Zeichen für das innere Bauchfett ist der Bauchumfang. Betroffen sind zu etwa 80% Männer – aber auch Frauen in höherem Lebensalter.
  • Beim Birnentyp (periphere Adipositas) füllen sich die Fettzellen vorwiegend im Bereich von Hüften, Gesäß und Oberschenkel. Bei dieser Fettverteilung treten Gefäßerkrankungen und Stoffwechselstörungen nur geringfügig häufiger auf als bei Normalgewicht. Durch die höhere statische Belastung auftretende Krankheiten, wie degenerative Erkrankungen des Kniegelenks, sind jedoch genau so häufig wie beim abdominalen Fettverteilungstyp. Der Birnentyp kommt besonders häufig bei adipösen Frauen (ca. 85%) vor.

Das unterschiedliche Gesundheitsrisiko bei verschiedenen Fettansammlungen beruht auf deren Stoffwechselaktivität. Früher galt Fettgewebe als inaktive Masse, heute weiß man: Fettgewebe ist nicht einfach nur ein passiver Fettspeicher. Besondere Fettzellen beteiligen sich aktiv am Stoffwechsel, was vor allem auf das im Bauchraum liegende Fett zutrifft. Dieses Innere Bauchfett unterliegt besonderen biochemischen, hormonellen und molekularbiologischen Prozessen und wirkt sich ungünstig auf den Fettstoffwechsel aus.