Aortenaneurysma

Eine Definition für ein Aortenaneurysma kann wie folgt lauten: Ein Aortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader unterschiedlicher Art und Lokalisation, die platzen und zur tödlichen inneren Blutung führen kann. Im Folgenden werden unter anderem Ursachen, Einteilung, Symptome und Behandlung thematisiert.

Aortenaneurysma: Ursachen und Formen

Als Aneurysma werden an bestimmten Stellen auftretende Aussackungen der arteriellen Gefässe bezeichnet, die überwiegend die Hauptschlagader betreffen. Grundsätzlich lassen sich drei unterschiedliche Typen voneinander abgrenzen:

  • Aneurysma verum
  • Aneurysma dissecans
  • Aneurysma spurium

Aortenaneurysma: Einteilung

Das "wahre" oder "richtige" Aneurysma verum (verum = lateinisch wahr) stellt die häufigste der drei Aneurysmaformen dar. Es zeichnet sich durch eine zunehmende Auswölbung an einer bestimmten Stelle des Gefässstranges aus und ähnelt damit einer Gummiblase an einem Wasserschlauch. Trotz Aussackung bleibt dabei die Gefässwand insgesamt intakt.

In den meisten Fällen liegt dem Aneurysma verum eine Gefässverkalkung der Hauptschlagader zugrunde, die die Gefässwand schädigt und ihre Auswölbung begünstigt. Erhöhter Blutdruck ist dabei ein wichtiger Risikofaktor sowohl für die Entstehung der Gefässverkalkung als auch für die zunehmende Ausdehnung des Aneurysmas. Ein einmal entstandenes Aneurysma wird nämlich durch den mit hohem Druck pulsierenden Blutstrom immer weiter aufgetrieben. In selteneren Fällen kommt auch eine angeborene Schwäche der Gefässwand oder eine chonische Syphilis- oder Pilzinfektion als Auslöser eines Aneurysma verum in Betracht.

Beim Aneurysma dissecans (dissecare = lateinisch einschneiden), welches in ungefähr 25 Prozent der Fälle eines Aortenaneurysmas anzutreffen ist, reisst charakteristischerweise die Gefässinnenhaut an einer bestimmten Stelle in Längs- oder Querrichtung ein. Das Blut, dass mit hohem Druck in die Hauptschlagader gepresst wird, kann sich im Gefolge in die Gefässwand vorwühlen und die Hauptschlagader aussacken. Im Gegensatz zum Aneurysma verum überwiegen als Ursache angeborene Defekte der Gefässwand, denen gegenüber die Aderverkalkung eher in den Hintergrund tritt.

Das Aneurysma spurium (spurius = lateinisch unecht) nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als es weniger einem Aneurysma als einem kleinen Riss des Gefässes entspricht, durch das Blut nach aussen treten kann. Geronnenes Blut umgibt schliesslich den entstandenen Gefässdefekt wie ein Pfropf und verhindert damit in den meisten Fällen eine weitere Blutung. Das Aneurysma spurium tritt überwiegend als Komplikation nach Operationen oder Punktionen an arteriellen Gefässen auf.

Aortenaneurysma: Symptome und Anzeichen

Das Aneurysma verum der Aorta findet sich bevorzugt im Bauchbereich und kann dort zumindest bei schlanken Patienten auch als pulsierender grosser Knoten zentral unterhalb des Rippenbogens getastet werden. Während dieses sogenannte Bauchaortenaneurysma vorwiegend zu Bauchschmerzen, Blähungen, Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang oder manchmal auch zu vermehrtem Harndrang führt, stehen beim Aneurysma verum im Brustbereich Rückenschmerzen im Vordergrund. Durch Druck des pulsierenden Aortenaneurysmas auf umgebende Strukturen kann es aber auch zu Heiserkeit, Atemnot, Schluckbeschwerden sowie Durchblutungsstörungen der Arme oder des Kopfes kommen.

Ein ähnliches Beschwerdebild kann auch von dem selteneren Aneurysma dissecans ausgehen, welches meistens unmittelbar oberhalb der Aortenklappe beginnt und die gesamte Hauptschlagader bis in den Bauchraum hinein miteinbeziehen kann. Das Aneurysma spurium nimmt selten so grosse Ausmasse wie die beiden anderen Aneurysmaformen an, kann aber je nach Lokalisation ähnliche Beschwerden produzieren.

Aortenaneurysma: Verlauf

Das entscheidende Kriterium zur Beurteilung der Gefährlichkeit eines Aneurysma verum ist der Duchmesser der Aussackung. Dieser Wert kann zwischen 3 cm und im Extremfall bis zu 8 oder 9 cm variieren, wobei ab einem kritischen Durchmesser von 5 bis 6 cm das Risiko besteht, dass die Aussackung platzt und eine lebensgefährliche innere Blutung auftritt. Rein statistisch gesehen platzen zum Beispiel Bauchaortenaneurysmen ab einem Durchmesser von 5 bis 6 cm in bis zu 40 Prozent der Fälle innerhalb von 2 Jahren.

Noch gefährlicher als beim Aneurysma verum stellt sich die Situation beim Aneurysma dissecans dar, beim dem die ohnehin geschwächte und zusätzlich eingerissene Gefässwand dem Druck des Blutstroms oftmals nicht lange standhalten kann. Wird der erstmalige innere Einriss der Hauptschlagaderwand, der mit stärksten Brust- oder Bauchschmerzen einhergeht überlebt, führt der nochmalige Riss der geschädigten Gefässwand, diesmal nach aussen, oftmals zu einer tödlich verlaufenden inneren Blutung.

Aortenaneurysma: Diagnostik und Diagnose

Die Diagnose eines Aneurysmas wird entweder durch Ultraschalluntersuchung, Computertomographie oder direkte Gefässdarstellung mit Röntgenkontrastmittel gestellt. Bei letzterem Verfahren kann der Gefässbaum mit allen Unregelmässigkeiten, Engstellen und auch Aussackungen direkt im Röntgenbild sichtbar werden.