Schlaganfall

Auch wenn Schlaganfall in heutiger Zeit besonders häufig Schlagzeilen macht, ist dieser ein schon lang bekanntes neurologisches Krankheitsbild. Auch viele berühmte Menschen starben bereits an einem Schlaganfall („Schlagfluss“) – unter ihnen der bekannte Dichter Gotthold Ephraim Lessing, die Zarin Katharina die Große und ein kommunistischer Politiker namens Wladimir Iljitsch Lenin.
Schlaganfall: Infarkt aus heiterem Himmel
Schlaganfall ist eine enorm häufige Erkrankung in den westlichen Industrienationen – weltweit steht er auf Platz zwei, in Deutschland nach Herzerkrankungen und bösartigen Tumorerkrankungen an dritter Stelle der Todesursachen. Oft führt Schlaganfall zu dauerhaften Behinderungen oder vorzeitiger Invalidität. Pro Jahr erleiden rund 200.000 bis 250.000 Bundesbürger erstmalig oder erneut einen Schlaganfall, etwa eine Million Deutsche leben mit seinen Folgen. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen leidet ein Jahr nach dem Schlaganfall noch an Einschränkungen im Alltag. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig betroffen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall steigt mit dem Alter. Beim ersten Schlaganfall sind Frauen rund 75 Jahre, Männer durchschnittlich 70 Jahre alt. Plötzlich auftretende Funktionsstörungen des Zentralnervensystems sind bedingt durch eine mangelnde Durchblutung im Gehirn. Symptome hängen von betroffenen Gehirnregionen ab – häufig treten Halbseitenlähmungen, Gang-, Seh- oder Sprechstörungen auf. Weitere geläufige Bezeichnungen für einen Schlaganfall sind „Hirnschlag“ und – fachsprachlich – „Apoplexia cerebri“, „Apoplexie“ oder „zerebraler Insult“.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

