Schlaganfall - Symptome und Diagnostik

Je nachdem wie lange Durchblutungsstörungen im Gehirn dauern und wie stark diese Störungen sind, treten unterschiedliche Anzeichen und Beschwerden im Rahmen eines Schlaganfalls auf. Dabei bestehen fließende Übergänge zwischen vorübergehenden, flüchtigen Symptomen sowie dauerhaften neurologischen Ausfällen.

Verschiedene Abstufungen

Prinzipiell unterscheidet man in Bezug auf einen Schlaganfall zwischen mehreren Stufen:

  • TIA (transitorische ischämische Attacke): Hier besteht die Durchblutungsstörung im Gehirn nur kurzzeitig, Beschwerden wie Sehstörungen, Sprechstörungen, Taubheitsgefühl oder Schwindel treten nur flüchtig auf und verschwinden nach Sekunden bis Minuten wieder. Dies ist vergleichbar mit einer vorübergehenden Schmerzattacke (Angina pectoris) bei koronarer Herzkrankheit, also der Verengung von Herzkranzgefäßen. Wie dort auch sind solche vorübergehenden Beschwerden Zeichen einer gestörten Durchblutungssituation – die hier in einen Schlaganfall, am Herzen in einen Herzinfarkt münden kann.
  • PRIND (prolonged reversible ischemic neurologic deficit): Hierbei sind Intensität und Dauer der Beschwerden stärker; Ausfälle können stunden- oder sogar tagelang anhalten, sich dann aber wieder vollständig zurückbilden. Der Übergang zu einem „großen“ Schlaganfall ist fließend.
  • Insult: Manifester Schlaganfall. Im Bereich der zerstörten Hirnsubstanz bildet sich Narbengewebe. Neurologische Schäden bleiben häufig für den Rest des Lebens bestehen.

Schlaganfall: Anzeichen erkennen

Funktion und Struktur des Gehirns sind sehr komplex; entsprechend sind unterschiedlichste Beschwerdekombinationen möglich. Symptome bzw. Ausfallerscheinungen als Anzeichen für einen Schlaganfall geben dem Arzt Hinweise auf das betroffene Gefäß oder Hirnareal.

Die zuführenden und ableitenden Nervenfasern, welche die Verbindung zwischen dem Gehirn und dem restlichen Körper herstellen, kreuzen sich im unteren Teil des Gehirns, dem Hirnstamm. Deshalb zeigen sich beim Schlaganfall im Großhirn Symptome in der jeweils gegenüberliegenden Körperhälfte: Bei einem Hirnschlag in der linken Hirnhälfte ist die rechte Körperhälfte betroffen und umgekehrt. Befindet sich ein Schlaganfall im Bereich des Hirnstamms können beide Körperhälften in Mitleidenschaft gezogen werden, da hier viele Leitungsfasern auch für beide Körperhälften und Kontrollzentren eng aneinander liegen und so gleichermaßen betroffen werden können.

Typische Symptome eines Schlaganfalls

Im Folgenden eine Auswahl typischer Symptome bei einem Schlaganfall:

  • Gefäßverschluss der mittleren Hirnarterie (Arteria cerebri media), die einen Teil des Großhirns versorgt (c.a. 80 Prozent der gefäßbedingten Schlaganfälle): Gefühlsstörungen und Lähmungen auf der gegenseitigen Körperhälfte, die an den Fingern und im Gesicht am stärksten ausgeprägt sind; teilweise auch Sehverlust in gegenüberliegender Gesichtshälfte
  • Gefäßverschluss der hinteren Hirnarterie (Arteria cerebri posterior), die ebenfalls einen Teil des Großhirns versorgt (c.a. 10 Prozent der gefäßbedingten Schlaganfälle): Sehverlust im gegenüberliegenden Gesichtsfeld, Bewusstseins- und Gefühlsstörungen auf gegenüberliegender Körperseite
  • Gefäßverschluss der vorderen Hirnarterie (Arteria cerebri anterior), die ebenfalls einen Teil des Großhirns versorgt (c.a. 5 Prozent der gefäßbedingten Schlaganfälle): Halbseitige Lähmung auf gegenüberliegender Seite, die das Bein stärker beeinträchtigt als den Arm
  • Gefäßverschluss eines oder mehrerer der zahlreichen Hirnstammgefäße (20–50 Prozent aller gefäßbedingten Schlaganfälle): Sehstörungen, Störungen des Bewegungsapparates, Gefühlstörungen, Hinterkopfschmerzen, Zuckungen der Augäpfel, Unsicherheiten beim Gehen, Sprechstörungen und in schweren Fällen auch Bewusstseinstrübungen

Diagnose Schlaganfall

Die Diagnose Schlaganfall ergibt sich meist bereits aus dem typischen Bild unmittelbar neu aufgetretener neurologischer Ausfälle. Ist die Symptomatik nur geringfügig ausgeprägt, wie etwa bei leichten Gefühlsstörungen einer Hand oder plötzlichen Sehstörungen, werden auch andere Krankheitsbilder in die Diagnose miteinbezogen.

Ein Beweis einer Durchblutungsstörung im Gehirn kann durch eine Computertomographie oder Kernspintomographie (MRT) erbracht werden. Damit lässt sich die Art der Schädigung und das betroffene Hirnareal genauer bestimmen – nicht unerheblich auch für die Therapie bzw. Behandlung. Zusätzliche Informationen für die Diagnose kann eine Ultraschalluntersuchung, eine Darstellung des Hirnkreislaufes, Injizieren von Kontrastmitteln, Untersuchen des Herzens auf mögliche Emboliequellen sowie Untersuchen des Blutes auf potentielle Gerinnungsstörungen liefern.