Kehlkopfentzündung behandeln

Die Kehlkopfentzündung, in der Fachsprache Laryngitis genannt, ist eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut. Der Kehlkopf befindet sich am Eingang der Luftröhre und sorgt mit seinen Stimmlippen dafür, dass der Mensch sprechen kann. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen, das heißt länger andauernden, Form der Kehlkopfentzündung.

Akute Kehlkopfentzündung

Die akute Kehlkopfentzündung tritt häufig in kalten Jahreszeiten im Rahmen einer Erkältung auf. Die Entzündung wandert meist aus dem Nasen-Rachenraum in den Hals, seltener kann sie auch aus den Bronchien oder der Luftröhre aufsteigen. Das typische Symptom der Kehlkopfentzündung ist Heiserkeit, welche häufig mit dem Gefühl der Trockenheit im Hals und einem Hustenreiz einhergeht.

In der Regel sind Viren die Ursache für die Kehlkopfentzündung, hinzukommen kann aber eine begleitende bakterielle Infektion, die die Symptome verstärkt. Eher selten sind rein bakteriell verursachte Kehlkopfentzündungen. Auch sehr kalte, warme oder trockene Luft oder eine plötzliche starke Stimmbelastung wie etwa beim Schreien können die Schleimhaut reizen und zu einer entzündlichen Reaktion führen. Außerdem ist das Rauchen von Zigaretten eine häufige Ursache einer Kehlkopfentzündung.

Sind Viren oder Bakterien die Auslöser, kann die Kehlkopfentzündung ansteckend sein. Meist sind die Erreger auch im Nasen-Rachenraum und werden somit leichter übertragen. Vor allem durch Husten, Niesen, Naseputzen und Sprechen steigt die Ansteckungsgefahr, man spricht von einer „Tröpfcheninfektion“. Besonders ansteckend ist die Kehlkopfentzündung für Raucher oder Menschen mit bereits gereizter Schleimhaut.

Chronische Kehlkopfentzündung

Bei einer ausbleibenden Besserung einer akuten Kehlkopfentzündung oder bei länger anhaltenden Symptomen spricht man von einer chronischen Laryngitis. Diese Form entwickelt sich häufig aufgrund einer langen Einwirkung von schleimhautreizenden Stoffen wie Nikotin oder Schadstoffen und Industrieabgasen. Patienten mit einer chronischen Entzündung in den Nasennebenhöhlen oder in den Bronchien sind ebenfalls gefährdet an einer chronischen fortgeleiteten Kehlkopfentzündung zu erkranken. Auch Sänger leiden durch eine andauernde übermäßige Belastung der Stimme gelegentlich an einer chronischen Kehlkopfentzündung.

Symptome der Kehlkopfentzündung

Die typischen Symptome der Kehlkopfentzündung sind Heiserkeit, bellender Husten und das Gefühl einen „Kloß“ im Hals zu haben.
Bei der akuten Kehlkopfentzündung schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes an, wodurch die Atmung erschwert wird. Eine eingeschränkte Beweglichkeit der Stimmlippen führt zur Heiserkeit. Die Patienten leiden zumeist unter weiteren allgemeinen Symptomen eines Infektes wie starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, sowie manchmal auch Fieber. In seltenen Fällen kann die Schleimhaut so stark anschwellen, dass sehr starke Atemnot besteht. Dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Bei der chronischen Kehlkopfentzündung kommen als Symptome eine weniger belastbare Stimme und eine tiefere Tonlage hinzu.
Kommt es zum Abhusten von grünem Schleim oder gar von Blut oder treten andere sehr starke Symptome auf, wird ein Arztbesuch unerlässlich. Auch eine länger als drei Wochen andauernde Heiserkeit sollte unbedingt vom Arzt untersucht werden, denn auch andere Ursachen wie zum Beispiel eine bösartige Erkrankung des Kehlkopfes (Kehlkopfkrebs) können eine länger anhaltende Heiserkeit bewirken.

Kehlkopfentzündung bei Kindern

Bei Kindern sind Beschwerden des Kehlkopfes oft schwerwiegender, da der Kehlkopf noch sehr klein ist und Schwellungen schneller zu Atemnot führen. Bei einer viralen Entzündung spricht man von Pseudokrupp, der typischerweise bei Säuglingen und Kindern zwischen 6 Monaten und 3 Jahren vorkommt.

Abends oder nachts tritt ein bellender, krampfartiger Husten auf, die Kinder sind heiser und bekommen besonders beim Einatmen eine starke Atemnot. Hierbei ist die Beruhigung des Kindes von enormer Bedeutung, denn durch Aufregung und Panik verschlimmern sich die Symptome deutlich. Am besten geht man mit seinem Kind in das Badezimmer und öffnet den Wasserhahn, um so die Luft anzufeuchten und dem Kind die Atmung wieder zu erleichtern.

Meist ist der Verlauf harmlos, es kann jedoch zu einer so starken Atemnot kommen, dass aufgrund der Erstickungsgefahr des Kindes unbedingt ein Arzt zu Hilfe geholt werden muss, der dem Kind dann Kortison, meist in Form eines Zäpfchens, verabreicht und so ein Abschwellen der Schleimhaut erreicht. Eine Intubation und damit kurzzeitige künstliche Beatmung ist sehr selten erforderlich.

Epiglottitis: Entzündung des Kehldeckels

Eine wesentlich schlimmere, aber seltenere Form der Kehlkopfentzündung ist die bakterielle Entzündung des Kehldeckels, welche in der Fachsprache Epiglottitis genannt wird. Diese Form ist aber durch die Impfung der Kinder gegen Hämophilus Influenza B viel seltener geworden. Es handelt sich um ein sehr schweres Krankheitsbild mit hohem Fieber und starken Schmerzen beim Schlucken. Betroffen sind vor allem Kinder zwischen 2 und 8 Jahren, sie haben eine „kloßige“ Sprache und können ihren Speichel kaum schlucken, so dass dieser oft aus dem Mund läuft.

Neben den auffallend akuten und schnell auftretenden Symptomen kann die Epiglottitis vor allem dadurch vom Pseudokrupp unterschieden werden, dass bei der ersteren keinerlei Husten oder Heiserkeit vorliegt. Die Schleimhaut des Kehldeckels schwill sehr schnell so stark an, dass die Atmung nahezu komplett unmöglich wird. Diese Erkrankung kann lebensbedrohlich werden, wenn nicht sofort ein Arzt durch Kortison oder eine Intubation die Atmung sichert. Bei richtiger Behandlung klingt die Entzündung aber schnell ab und hinterlässt keine weiteren Schäden.

Kehlkopfentzündung: Hausmittel

Da die Kehlkopfentzündung meist viral bedingt ist, ist keine spezifische Behandlung möglich. Es gibt aber Hausmittel, die die Symptome lindern können.

  • Betroffene Patienten sollten unbedingt ihre Stimme schonen und auch nicht flüstern oder räuspern, da jegliche mechanische Belastung zu einer dauerhaften Stimmschädigung führen kann.
  • Wasser oder Tee sind das billigstes Hausmittel. Viel trinken hilft, um die Schleimhäute feucht zu halten.
  • Rauchern wird unbedingt empfohlen auf das Rauchen zu verzichten.
  • Kalte, warme oder trockene Luft (zum Beispiel in klimatisierten Räumen) sollte vermieden werden. Für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in der Raumluft können feuchte Tücher über der Heizung oder kleine Wasserschälchen auf dem Fensterbrett sorgen.
  • Lutschbonbons lindern die Symptome, sie befeuchten die Atemluft und regen den Speichelfluss an.
  • Ein sehr gutes Hausmittel sind Dampfinhalationen, beispielsweise mit Salzwasser (Emser Sole) oder Tee, welche eine angenehme Wirkung haben.
  • Eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit Obst und Gemüse und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärken das Immunsystem.

Kehlkopfentzündung: Behandlung und Dauer

Dennoch können die beschriebenen Hausmittel einen Arztbesuch nicht immer ersetzen. Bei einer starken Atemnot kann die kurzzeitige Einnahme von Kortison notwendig sein, bis die Schleimhaut abgeschwollen ist und ein ausreichender Luftfluss sichergestellt ist. Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, muss der Patient oder die Patientin in seltenen Fällen vorübergehend künstlich über einen Schlauch in der Luftröhre beatmet werden (Intubation).

Bei einer Beteiligung von Bakterien muss ein Antibiotikum eingenommen werden. Ein quälender Reizhusten kann mit der Einnahme eines Hustenblocker während der Nacht gelindert werden. Tagsüber können schleimlösende Medikamente das Abhusten erleichtern. Paracetamol oder Ibuprofen sind geeignet, um Schmerzen und Fieber zu bessern. Auch die Homöopathie bietet eine mannigfache Auswahl an Mitteln zur Behandlung der Symptome der Kehlkopfentzündung. Vorrangig werden dabei Causticum, Phosphorus, Arum triphyllum oder Drosera in niedrigen Potenzen empfohlen.

Meist heilt die akute Kehlkopfentzündung bei einer angemessenen Behandlung nach einer Dauer von etwa zehn Tagen folgenlos aus. Die chronische Kehlkopfentzündung hingegen ist hartnäckiger, aber prinzipiell ist auch hier eine vollständige Rückbildung der Symptome möglich. Werden jedoch Ursachen wie zum Beispiel das Rauchen nicht nachhaltig eingestellt, bleiben häufig Funktionseinschränkungen. Im schlimmsten Fall können die Zellen der Kehlkopfschleimhaut entarten und es entwickelt sich ein bösartiger Tumor. Rauchen und Alkohol fördern hierbei die Gefahr an Kehlkopfkrebs zu erkranken.