Schnarchen - lästig und riskant

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Manch ein Eheleben wird vom Schnarchen des Partners erheblich beeinträchtigt, Fußtritte, Wachrütteln und Auszug aus dem Schlafzimmer sind nicht selten. Und das sind nur die eher harmlosen Begleiterscheinungen des Schnarchens. Denn bei rund fünf Prozent der Betroffenen ist die Atmung gestört und das Schnarchen ist eine sehr ernste, manchmal lebensbedrohliche Erkrankung. Die Rede ist von der Schlafapnoe, zu deutsch Atemstillstand.

Atemstillstand im Schlaf kann lebensbedrohlich werden

Das Phänomen Schnarchen, an dem zwischen zehn und 30 Prozent aller Erwachsenen nur indirekt durch gelegentlichen Stress mit dem Partner leiden, ist meistens harmlos. Das Geräusch, mehr oder minder laut, es entsteht, wenn der Schlafende durch den geöffneten Mund atmet und das Gaumensegel, es erschlafft während des Schlafes, in Schwingungen gerät. Ursachen können sein: vergrößerte Rachen- bzw. Gaumenmandeln, eine Verkrümmung der Nasenscheidewand oder ein starker Schnupfen.

Kettenreaktion im Tiefschlaf

Gefährlich wird das Schnarchen, wenn gerade bei starken, fast immer sehr lauten Schnarchern die Zunge immer weiter nach hinten rutscht und die erschlafften Weichteile im Rachen die Luftröhre komplett blockieren. Eine Art Kettenreaktion wird in Gang gesetzt. Denn als nächstes setzt der Atem aus, was zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff führt. Dadurch wird das Hirn alarmiert; es schüttet Adrenalin aus. Das bedeutet: Stress, der Körper wird aus dem Tiefschlaf gerissen, die Muskeln spannen sich wieder, die Zunge hebt sich, die Atmung setzt erneut ein. Das alles passiert bis zu 500 mal pro Nacht, kein Wunder also, dass der Körper erheblich belastet wird. Apnoiker fühlen sich unausgeschlafen, leiden häufig an Kopfschmerzen, langfristig stellen sich Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz ein, bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall.

Warnzeichen des obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms

Dieses Atemstillstand-Syndrom hat einen Namen: obstruktive Schlaf-Apnoe (Obstruktion bedeutet Verschluss). Wenn es auch eher selten ist, so sollte man doch bei einigen Anzeichen den Arzt aufsuchen. Hier sollte der Partner genau beobachten, etwa:

  • bei sehr lautem Schnarchen und wiederkehrender Abgeschlagenheit am nächsten Tag.
  • bei starkem, unregelmäßigem Schnarchen mit mehr als zehn Atempausen pro Stunde, die länger als zehn Sekunden dauern.
  • bei plötzlicher Luftnot begleitet von Schnarchtönen, bei Atempausen, die mit einem lauten Schnarchton enden.
  • bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit vor allem bei eher ruhigen Tätigkeiten wie Lesen.

Neben der obstruktiven gibt es auch die zentrale Schlaf-Apnoe, bei der die Atemwege geöffnet bleiben. Hier sind die Muskeln im Zwerchfell und in der Brust so stark erschlafft, das ebenfalls die Sauerstoffversorgung unterbrochen wird, mit den gleichen Folgen. Betroffen von beiden Formen der Schlaf-Apnoe sind meistens Männer mittleren Alters und Übergewichtige. Alkoholgenuss und Schlaftabletten verlangsamen schon bei gesunden Nicht-Schnarchern die Kontrollmechanismen des Atemzentrums, bei Apnoikern verlängern sich die Atemstillstandsphasen zusätzlich.

Diagnose und Behandlung

Der Arzt kann für eine erste Diagnose dem Patienten ein Messgerät mit nach Hause geben, das u.a. die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung im Blut aufzeichnet. Eine Nasenmaske z.B. kann die Atemfrequenz messen, Fingersensoren und Elektroden registrieren andere wichtige Daten. Manchmal wird ein Besuch in einem Schlaflabor verordnet: Auch hier messen Elektroden die Gehirn- und Herz- bzw. Muskelströme, das Schlafverhalten an sich wird beobachtet, ein Mikrophon zeichnet die Geräusche auf, eine Videokamera hält alle Körperbewegungen fest. Wenn nur die Nasenatmung behindert ist müssen ggf. die Polypen operativ entfernt werden. Oft hilft auch eine Änderung der Schlafposition, indem der Kopf höher gelagert wird. Seitliches Liegen ist grundsätzlich besser. Mit einem einfachen Trick kann der Patient zu einer seitlichen Schlafposition gebracht werden: Man näht auf die Rückseite des Schlafanzugs eine Tasche, in die vor dem Einschlafen ein Ball (Golfball, etwas weicher ist ein Tennis- oder ein Gummiball) gesteckt wird. Durch den unangenehmen Druck legt sich der Schlafende meist schnell wieder auf die Seite. In schweren Fällen, wenn also häufiger Atemstillstand droht, hilft die so genannte "kontinuierliche positive Überdruckbeatmung" (CPAP, engl. "continuous positive airway pressure") über eine Nasenmaske. Dabei setzt sich der Patient eine Kunststoffmaske auf, die über einen kleinen Schlauch Frischluft zuführt. Ein Ventilator erzeugt einen Überdruck, der die oberen Atemwege offen hält. Schlaf und Atmung normalisieren sich wieder. Nach etwa sechs Wochen stellt sich der Erfolg ein.