Weißfleckenkrankheit

Gewiss, man stirbt nicht daran. Dennoch ist die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) mehr als nur ein harmloses kosmetisches Problem, mit dem man leben muss. Bei der Weißfleckenkrankheit handelt es sich um eine erworbene Störung der normalen Hautfärbung. An verschiedenen Hautregionen treten auffallende weiße Flecken auf, die sehr unterschiedlich gestaltet sind. In diesen hellen Flecken fehlt das Pigment Melanin, das der Haut den jeweiligen Farbton verleiht. Melanin wird von speziellen Zellen der Haut gebildet (Melanozyten) und lagert sich in den mittleren Hautschichten gleichsam als Schutzfilm gegen die schädigende Ultraviolettstrahlung ab.

Das ist jedoch ein völlig anderes Krankheitsbild, das nicht mit der Vitiligo verwechselt werden darf. In seltenen Fällen einer angeborenen Störung der regulären Melaninbildung (Albinismus) fehlt das Körperpigment im gesamten Organismus. Die Haut ist einheitlich weißlich-rosa, die Haare sind bereits bei Kindern völlig weiß und die Augen erscheinen rot, da die Iris ebenfalls pigmentlos ist. Im Tierreich kennt man diese vererbbare Störung beispielsweise als Albinos bei den berühmten weißen Mäusen oder Ratten.

Weißfleckenkrankheit: Ursache der weißen Flecken

Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) hingegen wird nicht direkt vererbt und betrifft in der Regel nicht die gesamte Haut oder alle pigmenthaltigen Gewebe. Eine gewisse vererbte Anlage ist aber dennoch anzunehmen, denn die Krankheit kommt in manchen Familien gehäuft vor. Nach den Ursachen der "Weißflecken" wird noch immer geforscht.

Vermutlich handelt es sich um eine Immunreaktion gegen die körpereigenen Zellen, die das Melanin produzieren. Durch diese so genannte Autoimmunreaktion werden diese Zellen geschädigt, verlieren die Fähigkeit, Farbstoffe zu produzieren und verursachen so die farblosen Hautabschnitte. Haare in diesem Bereich können ebenfalls weiß sein, sind aber von der Entfärbung nicht zwingend betroffen.

Für die immunologische Ursache spricht u.a., dass Vitiligo oftmals gekoppelt mit anderen Krankheiten aus dieser Gruppe auftritt, beispielsweise bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen, bei Magenschleimhautveränderungen oder bei dem kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata), bei denen ebenfalls immunologische Prozesse mitspielen.

Weißfleckenkrankheit: Symptome und Anzeichen

Die Krankheit ist sehr leicht durch Augenschein zu diagnostizieren. Die weißlichen Hautflecke sind unterschiedlich groß, mitunter bizarr geformt, der Rand kann gerötet oder sogar stärker dunkel verfärbt erscheinen. Besonders häufig sind die Extremitäten, der Kopf und die Genitalregion befallen. Die Vitiligo selbst verursacht zwar keine Beschwerden, sie führt aber möglicherweise zu Folgekomplikationen. Das können einerseits psychische Veränderungen durch die Verunstaltung der Haut sein, die zu Verunsicherung, sozialer Isolierung und eingeschränkter Lebensqualität führen.

Vitiligo und Sonne

Noch wichtiger ist bei der Weißfleckenkrankheit allerdings, dass diese Hautstellen dem schädigenden UV-Licht schutzlos ausgesetzt sind, wenn sie an unbekleideten Hautbereichen auftreten. Das kann nachweisbar zu einer höheren Gefährdung durch Hautkrebs führen, wenn nicht konsequenter Lichtschutz eingehalten wird. Die Behandlung der Erkrankungsursache ist derzeit noch nicht möglich.

Man kann und muss jedoch die Symptome und Risiken dieser Pigmentierungsstörung behandeln. Dafür kommen einerseits kosmetische Präparate zur Abdeckung der Weißflecken in Betracht, die nicht nur einen optischen Effekt haben. Die Gabe des Provitamins Beta-Karotin wird therapeutisch genutzt, da es hierbei insgesamt zu einer Anregung der Hautpigmentierung kommt. Das kann aber auch dazu führen, dass die weißen Stellen noch deutlicher hervortreten.

Weißfleckenkrankheit: Behandlung und Therapie

Die gezielte Bestrahlung mit ultraviolettem Licht (PUVA) und Phenylalanin kann bei frischen Herden der Weißfleckenkrankheit gewisse Erfolge bringen, wie in einer vergleichenden Studie über 5 Jahre Behandlungsdauer nachgewiesen wurde. Auch verschiedene Pflanzenextrakte (z.B. aus schwarzem Maulbeer) und Gerbstoffe wurden zur Behandlung der Weißfleckenkrankheit empfohlen, wobei deren Wirkung jedoch am ehesten über einen färbenden Effekt erklärbar ist.

Bei Sonnenbestrahlung müssen die pigmentlosen Hautstellen mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor abgedeckt werden, da sonst leicht ein Sonnenbrand bei Betroffenen der Weißfleckenkrankheit entsteht.