Juckende Kopfhaut: Das hilft!

Unsere Kopfhaut ist sehr empfindlich. Deswegen ist eine sorgfältige Pflege wichtig, um Beschwerden wie Schuppen oder einer juckenden Kopfhaut vorzubeugen. Tritt Juckreiz auf, ist oftmals eine zu trockene Kopfhaut die Ursache. Meist trocknet die Haut durch äußere Ursachen wie zu häufiges Duschen und ständiges Föhnen der Haare aus. Auch ein falsches Shampoo kann dazu beitragen, dass die Haut gereizt wird. In einigen Fällen steckt hinter einer trockenen, juckenden Kopfhaut aber auch eine Erkrankung.

Funktion der Kopfhaut

Die Kopfhaut gehört zu den empfindlichsten Regionen unseres Körpers. Trotzdem wird ihr oftmals zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dann können Probleme wie eine trockene Haut oder Juckreiz auftreten. Auch die Haare leiden oftmals, da die Gesundheit der Kopfhaut sich auf das Aussehen der Haare auswirkt. 

Die Kopfhaut besteht genau wie der Rest unserer Haut aus mehreren Schichten. In den tieferen Schichten werden fortlaufend neue Zellen gebildet, während an der Hautoberfläche abgestorbene Zellen abgestoßen werden. In der Haut sitzen Haarwurzeln, Talg- und Schweißdrüsen sowie Immunabwehrzellen und Nerven. Zusammen nehmen sie Funktionen wie Flüssigkeitsaustausch, Sinneswahrnehmung und Temperaturregulation wahr. 

Sind die in der Kopfhaut ablaufenden Prozesse gestört, können lokale Beschwerden auftreten: Zu den häufigsten Problemen zählen Austrocknung, Schuppen und Juckreiz. Auslöser sind häufig äußere Einflüsse wie Sonne, Kälte oder heißes Föhnen. Ebenso kommen aber auch Erkrankungen, hormonelle Veränderungen, bestimmte Medikamente sowie die Anwendung von Pflegeprodukten in Frage.

Vier Kopfhauttypen

Je nach Beschaffenheit der Kopfhaut werden allgemein vier verschiedene Kopfhauttypen unterschieden:

  • Normale Kopfhaut: Von den Talgdrüsen wird so viel Talg produziert, dass das Haar nicht fettig wird, Haut und Haare jedoch geschmeidig bleiben. Fett- und Flüssigkeitshaushalt befinden sich somit im Gleichgewicht.
  • Trockene Kopfhaut: Von den Talgdrüsen wird zu wenig Talg produziert oder die Kopfhaut wird nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Dadurch fehlen ihr Fett und Feuchtigkeit.
  • Fettige Kopfhaut: Die Talgdrüsen produzieren zu viel Talg, so dass es zu fettigen, strähnigen Haaren kommt. Mögliche Auslöser sind hormonelle Veränderungen oder Stress.
  • Schuppige Kopfhaut: Schuppen auf dem Kopf können sowohl mit einer trockenen als auch mit einer fettigen Kopfhaut einhergehen. Auch hier gelten Stress und Veränderungen im Hormonhaushalt als die Hauptauslöser.

Trockene Kopfhaut

Wenn die Kopfhaut juckt, ist oftmals eine zu trockene Haut auf dem Kopf der Auslöser. Hinter einer zu trockenen Kopfhaut können verschiedene Ursachen stecken: Unter anderem kommen Sonne, Salzwasser, gechlortes Wasser, eine niedrige Luftfeuchtigkeit und zu heißes Föhnen in Frage. Ebenso kann die Kopfhaut durch eine mechanische Reizung – beispielsweise durch das Tragen von Mützen oder Helmen – strapaziert werden. Schließlich kann eine trockene Kopfhaut aber auch genetisch bedingt sein.

Ist Ihre Kopfhaut trocken und juckt, sollten Sie möglichst sanfte Shampoos wählen. Ideal sind Produkte mit feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen, die die gereizte Kopfhaut wieder beruhigen. Gut geeignet sind auch Produkte mit Kräuterextrakten und Pflanzenölen. Massieren Sie das Shampoo allerdings nicht zu stark in die Kopfhaut ein – ansonsten kann es zu weiteren Irritationen kommen.

Bei einer trockenen, juckenden Kopfhaut wird häufig Olivenöl eingesetzt, um den Juckreiz zu lindern. Geben Sie einfach ein paar Tropfen auf die Kopfhaut und lassen sie das Öl über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen waschen Sie es dann mit einem milden Shampoo aus. Daneben ist es wichtig, nicht zu heiß zu duschen. Durch das warme Wasser wird der Juckreiz zwar zunächst gelindert, allerdings entzieht es der Kopfhaut auch Fett, so dass diese langfristig noch mehr gereizt wird.

Allergie als mögliche Ursache

Hinter einer gereizten, juckenden Kopfhaut können aber auch andere Ursachen stecken. Häufig werden die Beschwerden nämlich durch eine allergische Reaktion auf ein bestimmtes Pflege- oder Stylingprodukt hervorgerufen. Eine solche Allergie kann ganz plötzlich auftreten – auch, wenn man das Produkt vorher schon jahrelang verwendet hat.

Ob hinter Ihren Beschwerden eine Allergie steckt, können Sie ganz einfach durch einen Allergietest beim Hautarzt herausfinden. Am besten nehmen Sie die Packung Ihres Produktes gleich mit – so kann sich der Arzt am besten einen Überblick über die Inhaltsstoffe verschaffen. Alternativ können Sie auch zunächst ein anderes Produkt – möglichst ohne Zusatzstoffe – verwenden und beobachten, ob der Juckreiz nachlässt.

Erste Hilfe bei Schuppen

Wenn die Kopfhaut juckt und beim Kratzen weiße Flöckchen aus den Haaren rieseln, liegen Kopfschuppen vor. Meist werden diese durch eine zu trockene oder eine zu fettige Kopfhaut hervorgerufen. Bei trockener Kopfhaut fallen die Verbände aus abgestorbenen Hautschuppen eher klein aus, bei fettiger Kopfhaut können sich dagegen auch sehr große Schuppen bilden.

Die Schuppen bilden sich dadurch, dass der Erneuerungsprozess der Haut stark beschleunigt ist. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Schuppenbildung. Schuppen können durch verschiedene Umstände hervorgerufen werden – unter anderem gelten Stress, ein feuchtwarmes Klima, eine ungesunde Ernährung sowie Veränderungen im Hormonhaushalt als Auslöser.

Teils lassen sich die Beschwerden mit einem Anti-Schuppen-Shampoo in den Griff bekommen. Ebenso soll eine Mischung aus Brennnesseltee und Apfelessig (Verhältnis 2:1) hilfreich sein. Bei trockener Kopfhaut ist ein mildes Shampoo in Verbindung mit einem Pflegeöl empfehlenswert. Bleiben die Beschwerden langfristig bestehen, sollten Sie allerdings immer einen Arzt aufsuchen. 

Seborrhoisches Ekzem

Tritt neben dem Juckreiz außerdem ein Ausschlag an der Kopfhaut auf,  ist oftmals ein seborrhoisches Ekzem die Ursache. Allerdings geht ein solches Ekzem nicht zwangsläufig mit Juckreiz einher. Typischer sind Symptome wie Hautrötungen und Bläschenbildung. Der Hautausschlag kann sich unter Umständen auch von der Kopfhaut aus auf das Gesicht ausbreiten.

Warum ein seborrhoisches Ekzem genau auftritt, ist bislang noch unbekannt. Es wird vermutet, dass neben einer genetischen Veranlagung auch eine geschwächte Immunabwehr eine Rolle spielt. Zudem können Klima und Psyche das Auftreten des Ekzems beeinflussen. Ebenso wird vermutet, dass eine Pilzinfektion den Ausbruch begünstigen kann. Ein seborrhoisches Ekzem sollte immer vom Hautarzt behandelt werden – neben Pilzmitteln können in schweren Fällen auch Kortisonpräparate dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern.

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Juckende Kopfhaut: Weitere Ursachen

Neben einer trockenen Kopfhaut, einer allergischen Reaktion, Schuppen und einem seborrhoischen Ekzem können hinter einer juckenden Kopfhaut noch weitere Ursachen stecken:

  • Eine Ursache von Juckreiz auf dem Kopf kann eine Hautpilzerkrankung sein. Neben dem Juckreiz können sich dann auch Symptome wie eine Rötung sowie eine Blasen- oder Schuppenbildung zeigen. Bei einer Pilzinfektion ist es besonders wichtig, nicht an der Kopfhaut zu kratzen, da die Pilzsporen ansonsten in tiefere Hautschichten eindringen können. Durch kleine Verletzungen, die beim Kratzen entstehen können, steigt außerdem das Risiko für eine bakterielle Sekundärinfektion.
  • Ein starker Juckreiz ist auch typisch für einen Befall mit Parasiten wie Flöhen, Kopfläusen oder Milben. Ein solcher Befall tritt besonders häufig bei Kindern auf, kann jedoch auch Erwachsene betreffen. Die Parasiten ernähren sich von menschlichem Blut. Um an dieses zu gelangen, fügen Sie der Kopfhaut kleinste Verletzungen zu. Durch diesen Vorgang entsteht der Juckreiz. Liegt ein Parasitenbefall vor, können Läuse, Milben & Co durch spezielle Pflegeprodukte und Kämme entfernt werden.

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