Psoriasis: Baden im Schwimmbad erlaubt


Etwa zwei Millionen Menschen in der Bundesrepublik leiden unter Schuppenflechte (Psoriasis). Das ist eine Reaktionsstörung der Haut, die sich als Entzündung und Schuppung in sehr unterschiedlicher Form zeigt, aber nicht ansteckend oder infektiös ist.
Laut Badeordnung war Menschen mit Schuppenflechte bisher der Zutritt in öffentliche Schwimmbäder untersagt. Ab sofort können Sie jedoch das schöne Wetter draußen genießen und, wie andere auch, öffentliche Badeanstalten besuchen.

Bäderverband schreibt Badeordnung neu

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen hat nach Verhandlungen mit dem Deutschen Psoriasis Bund die Muster-Badeordnung für öffentliche Schwimmbäder geändert. Der Passus "Personen, die ( …) an Hautveränderungen leiden, bei denen sich z.B. Schuppen oder Schorf ablösen und in das Wasser übergehen" wird aus der Musterbadeordnung gestrichen. Stattdessen heißt es nun in § 2 c: "Der Zutritt ist nicht gestattet: Personen, die an einer meldepflichtigen, übertragbaren Krankheit (im Zweifelsfall kann die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung gefordert werden) oder offenen Wunden leiden".

Schuppenflechte ist nicht unhygienisch

Bei jedem Menschen lösen sich während des Badens Hautschuppen. Auch bei einem unter Schuppenflechte leidendem Menschen ist nicht damit zu rechnen, dass sich viele Schuppen lösen, die das Badewasser belasten könnten. Die normale Hygienemaßnahme, die für alle Badegäste gilt, nämlich das gründliche Abduschen vor dem Baden, reicht aus, um lose Schuppen abzuspülen. "Wir empfehlen unseren Patienten sich vorher schön abzuduschen und vorsichtig mit einer weichen Bürste abzubürsten, dann kommen auch nicht mehr Schuppen ins Wasser, als bei anderen auch", erklärt Dermatologe Prof. Dr. Joachim Barth: "Was bleibt ist der Anblick einer Hautkrankheit, die von anderen Badegästen eventuell als unangenehm empfunden werden kann." Hier könnte das Badepersonal helfen zu vermitteln und Badegäste, die Anstoß daran nehmen sollten, über die Krankheit aufklären.

Hautkrank und trotzdem Schwimmen...

Man kann nur hoffen, dass viele Schuppenflechte-Patienten von ihrem neuen Recht Gebrauch machen werden: Denn es gehört Mut dazu, mit einer sichtbaren Hautkrankheit ein öffentliches Schwimmbad zu besuchen und sich den Blicken anderer auszusetzen. Menschen mit Schuppenflechte leiden vor allem darunter, wegen ihrer Haut angestarrt und ausgegrenzt zu werden. Sie neigen dazu, sich und ihre kranke Haut zu verstecken, da Sie sich oft ausgeschlossen und abgelehnt fühlen. Die Änderung der Badeordnung ist daher vor allem ein moralischer Sieg gegen soziale Stigmatisierung und Ausgrenzung. Nun braucht kein Schuppenflechte-Patient mehr Angst zu haben, wegen seiner Hautkrankheit aus der Badeanstalt rausgeworfen zu werden. Ein Stück Normalität für etwa 2 Millionen Betroffene in der Bundesrepublik.

Baden ist wichtiger Bestandteil der Therapie

Dabei können gerade Psoriatiker (Menschen mit Schuppenflechte) sehr vom Baden profitieren. "Baden ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie", klärt Prof. Barth auf. Gerade hat die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) eine Studie herausgegeben, die die Wirksamkeit von therapeutischen Bädern mit Sole an 1200 Patienten belegt. Baden weicht die obere Hautschicht auf, die deshalb besser von UV-Strahlen durchdrungen werden kann. Die optische Dichte der Haut wird verbessert, dadurch kann die Strahlung des Sonnenlichtes tiefer in die Haut eindringen. Die UV-B-Strahlung bewirkt, dass die Entzündungszellen, die im Krankheitsgeschehen eine wichtige Rolle spielen, abgetötet werden.

Fazit

Baden - am besten in Solewasser - und anschließendes Sonnen hilft die Schuppenflechte zu reduzieren. Gerade in der Freibadsaison ist es für Schuppenflechte-Patienten ein großer Gewinn die heilende Kraft von Wasser und Sonne genießen zu können.
Besonders wohltuend für Schuppenflechte-Kranke ist auch Sauna-Baden. Das Schwitzen und die häufigen Wasseranwendungen lassen die oberste Schicht der Haut aufquellen. Die hartnäckigen Verhornungen der von der Schuppenflechte betroffenen Hautstellen können so weich gemacht und abgelöst werden. Quelle: Deutscher Psoriasis Bund e. V.