Dyshidrose (Dyshidrosis)

Plötzlich tauchen sie auf: meist zahlreiche, kleine Bläschen zwischen den Fingern, an den Handflächen oder Fußsohlen, gefüllt mit wässriger Flüssigkeit. Bei den meisten Betroffenen jucken sie stark und führen vielfach zu unangenehmen Veränderungen der Haut. Über Ursachen und Behandlung sind sich Fachleute uneins. Bei vielen Betroffenen treten diese Bläschen besonders in den warmen Monaten auf. Früher vermutete man deshalb, dass sie mit einer Fehlfunktion der Schweißdrüsen zusammenhängen - daher auch der Name (Dys = fehl, Hidrosis = Schwitzen/Schweiß). Ein direkter Zusammenhang besteht nach heutiger Ansicht nicht, allerdings haben einige der Betroffenen eine erhöhte Schweißproduktion (Hyperhidrosis).
Weitere Bezeichnungen für die Dyshidrose sind das dyshidrotische bzw. dyshidrosiforme Ekzem, sowie die Pompholyx - die an den Händen auch als Cheiropompholyx, an den Füßen als Podopompholyx bezeichnet wird (v.a. bei großflächigen Blasen).
Durch die schubweise aufblühenden Blasen entsteht nicht nur eine starker Juckreiz, sondern nach deren Aufplatzen wird die Haut oft sehr trocken und rissig. Bei manchen Betroffenen entstehen große, entzündete, nässende Hautstellen; manchmal schwellen die Hände oder Füße an. Das kann z. B. das Greifen oder Gehen stark (und extrem schmerzhaft) beeinträchtigen. Die Bläschen kommen und gehen - manchmal vereinzelt, z. B. an den Fingerseiten, manchmal bedecken sie die gesamte Handfläche oder Fußsohle.

Ursachen

Was die prall mit Lymphflüssigkeit gefüllten Bläschen verursacht, ist nach wie vor unklar. Sie treten besonders häufig bei Menschen auf, die an einer Neurodermitis, Schuppenflechte oder auch an einer Allergie z. B. gegen Nickel leiden. Diskutiert wird auch, dass die Dyshidrose Folge einer starken Hautbelastung (z B. durch Desinfektionsmittel) oder einer Pilzbesiedlung an einem anderen äußeren (z. B. Fußpilz) oder inneren Körperteil (z. B. Darm) und damit Zeichen einer Immunreaktion ist; oft tritt sie in Abhängigkeit zu psychischen Belastungssituationen auf. Auch eine erbliche Komponente wird diskutiert. Zusammenhänge mit der Ernährung und Genussmitteln wie Kaffee, Alkohol und Zigaretten werden beschrieben, sind aber nicht bewiesen.

Behandlung

So vielfältig wie die diskutierten Auslöser sind auch die Therapiemöglichkeiten. Nichts selten dauern die Leidensgeschichten der Betroffenen über Jahre an, ohne dass die Krankheit geheilt wird. Sind Auslöser bekannt, sollten diese gemieden werden, es kann deshalb hilfreich sein, einen Allergietest zu machen. Auch eine Ernährungsumstellung - z. B. milch- und fleischarme Ernährung, Verzicht auf Käse, Zwiebeln und Paprika (Tipp aus der chinesischen Medizin), kein Alkohol, Kaffee, nicht Rauchen - ist durchaus einen Versuch wert.
Die lokale Behandlung der Haut mit Cremes oder Bädern führt selten zu einem Heilungserfolg, kann aber den Juckreiz und das Hautbild verbessern und weitere Maßnahmen unterstützen. Die Palette möglicher Wirkstoffe reicht dabei von Gerbstoffen (z. B. Eichenrindenextrakt, Tannosynt®) über Wund- und Schutzcremes mit Zink (auch solche, die sonst für einen wunden Baby-Popo eingesetzt werden) oder Urea (Harnstoff) bis hin zu meist fetthaltigen Kortisonsalben (für den kurzfristigen Einsatz). Kortison kann bei starken Beschwerden über wenige Tagen bis Wochen auch als Tabletten genommen werden. Auch Präparate wie Neogitason oder Alitretinoin, die bei der Schuppenflechte zum Einsatz kommen, können bei schweren Verläufen helfen.
In der alternativen Medizin werden Sanierungen des Darms (in dem viele Immunprozesse stattfinden) z. B. mittels mikrobiologischer Therapie und Ausleitungsverfahren, Homöopathische Mittel und Methoden der fernöstlichen Medizin wie Akupunktur und chinesische bzw. tibetische Kräuterheilkunde empfohlen. Grundlage dieser Konzepte ist die Ansicht, dass Störungen an der Haut nur der sichtbare Teil von im Körper stattfindenden grundlegenden Prozessen sind, die damit ein ganzheitliches Vorgehen erfordern. Unterstützend können entspannungsfördernde Techniken helfen, Stress zu reduzieren und die Schübe abzuschwächen. Prinzipiell brauchen die Betroffenen viel Geduld; letztlich muss individuell ausprobiert werden, was hilft (und was eher nicht).