Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Ursache und Symptome

Mit einer Entzündung der Herzmuskeln ist nicht zu spaßen. Zwar verläuft sie vielfach unbemerkt, wird aber nicht selten bei der Autopsie von Menschen mit ungeklärter Todesursache gefunden. Die Beschwerden sind oft recht unspezifisch. Wie häufig die Myokarditis wirklich vorkommt, weiß keiner so genau – die Dunkelziffer unerkannter Fälle ist sehr hoch. Doch auf dem Autopsie-Tisch wird bei etwa 1% der Erwachsenen ihr plötzlicher Tod einer Herzmuskelentzündung zugeschrieben, im Kindesalter sogar 16–21 %.

Ursachen einer Herzmuskelentzündung

Die Ursachen einer Herzmuskelentzündung sind vielfältig. Sie kann durch eine Infektion mit verschiedensten Erregern – Viren, Bakterien, Protozoen, Parasiten und Pilze – ausgelöst werden oder Folge einer überschießenden Abwehrreaktion (Autoimmunreaktion) sein. Sie kann durch chemische, potenziell giftige Substanzen (z. B. Drogen oder Medikamente wie bestimmte Antibiotika oder Chemotherapeutika) oder auch physikalische Reize (z. B. Strahlen) verursacht werden. Außerdem kann eine Myokarditis nach einem Herzinfarkt und einer Herzoperationen auftreten.

In unseren Breitengraden ist der mit Abstand häufigste Grund eine Virus-Infektion, meist mit dem Coxsackie-Virus Typ B. Die auf die Infektion und entsprechende Immunreaktion folgende Entzündung zerstört die Herzmuskelzellen, das sie umgebende Bindegewebe und die darin liegenden kleinen Gefäße. Manchmal breitet sich die Entzündung auch auf den Herzbeutel (Perikard) aus – dann spricht man von Perimyokarditis.

Symptome einer Herzmuskelentzündung

Die Symptome einer Myokarditis sind recht unspezifisch – das macht die Diagnose so schwierig. Die Betroffenen berichten häufig über einen vorausgegangenen Infekt der oberen Atemwege mit entsprechenden Beschwerden. Die Herzmuskelentzündung selbst kann sich zum einen durch allgemeine Symptom äußern: Leistungsknick und Schwächegefühl, Ermüdbarkeit, Fieber, Unruhe, aber auch Gelenk- und Muskelschmerzen – Beschwerden, die dann oft dem Atemwegsinfekt zugeschrieben werden.

Nicht immer treten herzspezifische Beschwerden auf, die durch Herzrhythmusstörungen, Reizungen des Herzbeutels und eine eingeschränkte Herzleistung (Insuffizienz) hervorgerufen werden: beschleunigter Puls (auch ohne körperliche Anstrengung), Herzrasen oder -stolpern, Kurzatmigkeit bei Belastung, ein Druckgefühl oder Schmerzen im Brustkorb, Schwindel und Ohnmachtsanfälle. Die häufigsten dieser Beschwerden sind Müdigkeit und Luftnot, gefolgt von Herzklopfen und Brustschmerzen.

Im schlimmsten Fall – bei einer sehr akuten Verlaufsform – kann sich innerhalb kurzer Zeit eine lebensbedrohliche Herzschwäche entwickeln; auch ausgeprägte Herzrhythmusstörungen können zum plötzlichen Herztod führen. Solch schwere Verläufe treten immerhin bei einem Drittel der Patienten mit einer virusbedingten Myokarditis auf. Bei einem weiteren Drittel geht die akute Form in eine chronische über, heilt also nicht ganz aus und beeinträchtigt die Herzfunktion dauerhaft. Die übrigen Betroffenen erholen sich komplett oder überwiegend von der Herzmuskelentzündung.