MRSA - Ein Bakterium breitet sich aus: Staphylococcus aureus ist gegen viele Antibiotika resistent

Ihrer goldgelben Farbe verdanken sie den anmutigen Namen Staphylococcus aureus: ein Bakterium, das beim Menschen unter anderem Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege hervorrufen kann. Was es so gefährlich macht, ist seine Resistenz gegen bestimmte Antibiotika. Strenge Hygiene schützt. In den Industrieländern gehören die kugelförmigen Bakterien zu den wichtigsten Infektionserregern des 21. Jahrhunderts. Staphylococcus aureus besiedeln zumindest zeitweise etwa jeden dritten Menschen: Die Haut und die Schleimhäute, etwa der Nasenvorhof, der Rachen, aber auch Leiste und der Perianalbereich sind typische Bereiche, wo man die Bakterien findet.

Staphylococcus aureus löst Infektion aus

Sie gehören zur normalen Keimflora der Haut und schaden einem Gesunden nicht. In Krankenhäusern und in Altenheimen aber sind sie gefürchtet, und hier traten sie auch zuerst auf. Befallen sie Patienten, deren Immunabwehr ohnehin geschwächt ist, können sie langwierige eitrige Wundinfektionen, Entzündungen der Atemwege sowie Blutvergiftungen auslösen. Oft leiden die Erkrankten monatelang, Wunden heilen nicht, keine Therapie scheint zu wirken.

Staphylococcus aureus spielt auch als Erreger von Lebensmittelvergiftungen eine Rolle. Wenn sich der Erreger im Lebensmittel stark vermehrt, kommt es zur Bildung so genannter Enterotoxine, die dann beim Verzehr zu den typischen Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen und Übelkeit führen können.

Gegen Antibiotika immun: MRSA

Das Kürzel MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus – im Klartext: sie sind gegen eine Vielzahl von Antibiotika wie Penicilline und Cephalosporine immun. Schätzungen zufolge werden jährlich etwa 40.000 Menschen infiziert. Nach Informationen von MRSA-net geht jede vierte Infektion mit Staphylococcus aureus auf MRSA zurück. Waren vor einigen Jahren nur zwei Prozent von Staphylococcus aureus in Deutschland multiresitent (MRSA), sind es inzwischen 25 Prozent, berichtet das MRSA-net auf seiner Internetseite.

Bisher trat Infektion mit MRSA vor allem in Krankenhäusern auf, wo er von Mensch zu Mensch übertragen wird. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Fälle von Infektionen registriert, die Menschen sich außerhalb von Krankenhäusern zugezogen haben. Gleichzeitig zeichnete sich ab, dass MRSA auch bei Tieren auftreten kann, und zwar vermehrt bei Schweinen. In den USA haben sich Methicillin resistente Staphylococcus aureus als Erreger von Entzündungen der Brustdrüse bei stillenden Frauen ausgebreitet.

Therapie und Behandlung von MRSA

Besonders häufig ist diese Art von Staphylococcus aureus nach den Ergebnissen einer Studie in der Zeitschrift Obstetrics and Gynecology (2008; 112: 533-537), wenn die Brustentzündung mit Abszessen einhergeht. Interessant ist, dass die meisten Infektionen bei der Therapie zunächst mit Antibiotika bekämpft wurden, die gegen MRSA unwirksam sind. Dennoch wurde in den meisten Fällen eine Heilung durch die Behandlung erzielt. Die meisten Patienten konnten ohne Komplikationen entlassen werden. Ein Versagen der Therapie oder gar der Tod einer Patientin waren in keinem Fall zu beklagen.

Ärzte warnen deshalb vor dem übertriebenen Einsatz von gegen MRSA wirksamen Antibiotika während der Therapie. Wichtig für den Heilungserfolg sei vor allem die regelmäßige Entleerung der Milchdrüse durch Stillen oder Abpumpen und die eventuelle Therapie eines Abszesses.