Tennisarm - Behandlung

Wie behandelt man einen Tennisarm?

Bei akuten Tennisarm-Beschwerden sollte der Arm vor allem geschont werden. Deshalb gilt: Mögliche Belastungen vermeiden. Heute empfehlen Orthopäden und Sportmediziner allerdings, die Ruhephase nicht zu lange dauern zu lassen, um Verkürzungen von Muskeln, Sehnen und Bändern im Bereich des Ellenbogens zu vermeiden.

Noch vor wenigen Jahren wurde ein akuter Tennisarm kurzerhand eingegipst. Zwar ist die Schonung des betroffenen Armes immer noch eine der wichtigsten Maßnahmen, allerdings wird dafür kein Gips mehr verwendet, denn durch den Gips wird die betroffene Muskulatur so geschwächt, dass sich schon bald nach dem Abnehmen desselben die Schmerzen erneut einstellen.

Kalte oder warme Anwendungen mit (Salben-/Heilerde-)Umschlägen oder Kompressen, aber auch die Wärmetherapie mit Rotlicht können sich positiv auswirken. Allerdings muss jeder Patient selber herausfinden, ob ihm Kälte oder Wärme besser bekommt – was dem einen hilft, kann beim anderen die Schmerzen in Einzelfällen sogar noch verstärken.

Weitere Methoden der physikalischen Therapie sind Behandlungen mit dem Softlaser, mit Ultraschall, mittels Iontophorese (eine Form der Elektrotherapie) oder neuerdings auch mit der extrakorporalen Stoßwellentherapie (EKST). In schwereren Fällen kann eine Spritzenbehandlung mit lokalen Betäubungsmitteln und/oder Kortison helfen.

Physiotherapie ist wichtig

Verheilen die Mikrorisse im Zuge einer Behandlung, bleibt ein verkürzter Sehnenansatz zurück. Bei anschließender erneuter Belastung kann es schnell wieder zu Rissen und Beschwerden kommen. Daher ist es besonders wichtig, gleich nach dem Ausheilen mit Rehabilitationsmaßnahmen wie Physiotherapie zu beginnen, bei denen der Sehnenansatz vorsichtig wieder gedehnt wird. Zudem kann der Krankengymnast dem Betroffenen die Methode der Querfriktion (das Setzen von Dehnungsreizen quer zur Sehne) zeigen, die dann in Eigenregie auch zu Hause durchgeführt werden kann.

Es ist ratsam, den genauen Ursachen auf den Grund zu gehen – und diese nach Möglichkeit auszuschalten. Sportler profitieren von der Medizinischen Trainings-Therapie (MTT), bei der die Muskeln an speziellen Geräten unter Anleitung geschulter Physiotherapeuten wieder aufgebaut werden, ohne den Ellenbogen zu überlasten. Operative Maßnahmen kommen nur in Einzelfällen und nach längerer Zeit konsequent, aber erfolglos durchgeführter konservativer Therapie in Frage.

Weitere Maßnahmen bei Tennis oder Handwerkerarm

  • Gegen die Schmerzen kennt die Pflanzenheilkunde einige wirkungsvolle Präparate: zum Einnehmen Johanniskraut, zum Auftragen/Einreiben Arnika oder ätherische Öle (z. B. Zitrone, Bergamotte, Lavendel).
  • Bewährt hat sich die Akupunktur – sie wird sogar von der Weltgesundheitsorganisation für diese Indikation empfohlen
  • Auch die Homöopathie erzielt Erfolge – bei Tennisellenbogen werden je nach individuellen Symptomen z. B. Ruta, Bryonia oder Acidum fluoricum eingesetzt.
  • Enzymen wird eine abschwellende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt – erhältlich sind z. B. Präparate mit dem Ananasenzym Bromelain oder Pankreasenzymen.
  • Bei der Neigung zu chronischen Tennisarmbeschwerden kann vorbeugend eine sog. Epicondylitisbandage (Manschette am Unterarm Nahe des Ellenbogens) angelegt werden, wenn belastende Tätigkeiten absehbar sind. Diese reduzieren durch Druck und eine punktuelle Massage den Schmerz und beugen weiteren Entzündungsreaktionen vor.