Knochenbruch
Bei Glätte und Eis haben Unfallchirurgen viel zu tun, die Anzahl der Knochenbrüche, vor allem an Unterarm und Oberschenkelhals, nimmt rasant zu. Doch neben diesen häufig vorkommenden Frakturen, bei denen nur ein Knochen betroffen ist, haben im Winter auch Verkehrsunfälle mit vielfältigen Verletzungsmustern Hochsaison.
Knochen - ein hartes Gerüst für den weichen Kern
Unser knöchernes Körpergerüst macht circa 20 Prozent unseres Gewichts aus, verankert Muskeln und Bänder und schützt im Kopf-, Brust- und Beckenbereich unsere inneren Organe. Knochen bestehen zu knapp 50 % aus anorganischem Material wie Kalziumphosphat, zu 25 % aus Bindegewebestrukturen und zu 25 % aus Wasser. Sie sind sehr stabil, ein ausgewachsener Knochen kann einem Druck von bis zu 15 Kilogramm pro Quadratmillimeter standhalten – so kann ein Oberschenkelknochen insgesamt gut 1,5 Tonnen tragen.
Wie entsteht ein Knochenbruch?
Trotz der enormen Belastbarkeit kann bei stärkerer Krafteinwirkung auf das knöcherne Skelett ein Knochen aufgrund seiner spröden, harten Substanz nicht ausweichen – ein Knochenriss (Fissur), ein Knochenbruch (Fraktur) oder sogar eine Zersplitterung des Knochens in mehrere Teile (multiple Frakturen, komplizierter Bruch) entsteht. Auf welche Weise der Knochen bricht, ist reine Physik:
- Je nach Krafteinwirkung entstehen ein glatter Durchbruch,
- ein Durchbruch mit ausgesprengtem Knochenfragment auf der Gegenseite,
- eine spiralig gedrehte Knochenbruchstelle oder
- viele Knochentrümmer.
Im Kindesalter ist der Knochen noch nicht so spröde und kann besser nachgeben: Dort treten häufig die sogenannte Grünholzfrakturen auf. Bei Grünholzfrakturen bricht der Knochen nur auf einer Seite an, oder er wird zusammengestaucht oder die empfindliche Knochenhaut wird verletzt, der Knochen hält aber stand. Mehr über die Heilungsdauer bei einem Knochenbruch sowie über typische Knochenbruch-Symptome erfahren Sie auf den folgenden Seiten.