Prellung und Zerrung - Ursachen

Ein Stolperstein auf dem Waldweg, ein falscher Schritt auf der Treppe, eine ungünstige Bewegung beim Sport – schnell sind Knöchel verstaucht, Bänder gezerrt, Muskeln geprellt. Auch wenn die Verletzung nicht immer sichtbar ist, Schmerzen verursacht sie fast immer.

Übersicht

Verletzungen, die ohne äußere Blutungen und offene Wunden einhergehen, bezeichnet der Mediziner als „stumpfe Verletzungen“. Besonders häufig kommen sie am Bewegungsapparat – also den Muskeln, Sehnen, Bändern und Knochen – vor und zwar als Prellung, Zerrung, Verrenkung, Quetschung oder Knochenbruch (wobei die beiden Letzteren auch als offene Verletzung auftreten können).

Ursachen

  • Prellung (Contusio): Eine Prellung entsteht durch stumpfe Gewalteinwirkung, also einen Sturz, Schlag, Stoß oder Aufprall. Eine typische Sportverletzung ist die Prellung von Muskeln, Rippen und Gelenken. Doch auch Bauchorgane, der Augapfel oder das Gehirn können von einer Prellung betroffen sein.
  • Zerrung: Damit werden Schäden bezeichnet, die durch Überdehnungen oder winzige Risse in Faserstrukturen zustande kommen. Ist der Kapsel-Band-Anteil eines Gelenks betroffen, spricht man von Bänderzerrung, Bänderdehnung oder auch Verstauchung (Distorsion), sonst von Muskelzerrung.
  • Die Bänderzerrung entsteht, wenn die natürlichen Beweglichkeitsgrenzen des Gelenkes überschritten werden, meist beim „Umknicken“ im Bereich des oberen Sprunggelenks („verknackster Fuß“, „umgeknickter Fuß“), oft aber auch in Bereich von Knie, Ellenbogen, Handgelenk und Schulter. Sie lässt sich nicht immer von einem Bänderriss unterscheiden, obwohl bei einer Bänderdehnung die stabilisierende Funktion des Kapsel-Bandapparates erhalten ist.
  • Die Muskelzerrung entsteht meist dann, wenn die Muskulatur nicht ausreichend aufgewärmt ist und dann plötzlich angespannt wird. Besonders prädestiniert sind deshalb Sportarten wie Squash, Kurzstreckenlauf oder Fußball, wo abrupt beschleunigt oder gestoppt werden muss. Auch untrainierte Muskelgruppen sind anfälliger für plötzliche Überdehnungen. Auch hier ist die Abgrenzung zum Muskelfaserriss oft nicht ohne Weiteres möglich.
  • Verrenkung (Auskugelung): Zu dieser Gelenkverletzung kommt es, wenn sich die Knochenenden, die ein Gelenk bilden, gegeneinander verschieben – meist als Folge einer ausgeprägten Gewalteinwirkung wie ein Sturz oder durch einen starken Zug am Gelenk. Ist kein Kontakt mehr zwischen den Knochenenden vorhanden, spricht der Mediziner von Luxation, berühren sie sich noch, von Subluxation. Meist kommen bei einer Verrenkung auch die Gelenkkapsel und Bänder sowie die Knorpel der Gelenkflächen zu Schaden. Eine relativ häufige Sonderform ist die Ellenbogenausrenkung bei Kleinkindern (Chaissaignac-Lähmung), die dadurch zustande kommt, dass ein Erwachsener ruckartig am ausgestreckten Arm des Kindes zieht (z. B. um es beim Stolpern festzuhalten).