Kapselriss

Beim Sport werden nicht nur unsere Muskeln, Sehnen und Bänder, sondern auch unsere Gelenke beansprucht. Jedes Gelenk ist von einer Kapsel umhüllt. Durch eine falsche Bewegung kann es zu einer Verletzung dieser Kapsel kommen. Kapselrisse treten besonders häufig in den Fingern und Zehen sowie im Knie und im Sprunggelenk auf. Typische Symptome, die auf einen Kapselriss hindeuten, sind starke Schmerzen, eine deutliche Schwellung des Gelenkes sowie ein Bluterguss.

Ursachen eines Kapselrisses

Die Gelenkkapsel sorgt gemeinsam mit den Bändern für die Stabilität eines Gelenkes. Sie setzt sich aus zwei verschiedenen Schichten zusammen: Die innere Kapsel sorgt dafür, dass unsere Bewegungen reibungslos funktionieren können, indem sie Gelenkschmiere produziert. Die äußere Kapsel schützt die innere Schicht.

Kommt es beim Sport zu einer plötzlichen, extremen Bewegung, bei der das Gelenk überdehnt bzw. in eine Richtung gelenkt wird, in die es eigentlich nicht beweglich ist, kann dies nicht nur zu Verletzungen an den Bändern, sondern auch zu einer Kapselverletzung führen. Häufig werden Kapselrisse durch Umknicken, einen Sturz oder einen schlecht getroffenen Ball verursacht. Aber auch Fremdeinwirkungen wie ein Schlag oder ein Tritt können einen Kapselriss zur Folge haben. Im Knie kann es außerdem durch einen Innenbandriss zu einer Kapselverletzung kommen. Denn das Innenband ist mit der Gelenkkapsel verwachsen.

Kapselriss-Symptome

Ein Kapselriss zeichnet sich im Moment der Verletzung durch einen stechenden Schmerz aus, der später einen pulsierenden Charakter annimmt. Ein weiteres typisches Symptom ist das starke Anschwellen des betroffenen Gelenkes: Die Schwellung wird durch die aus der verletzten Kapsel herausfließende Gelenkflüssigkeit hervorgerufen.

Oft bildet sich bei einem Kapselriss auch ein Bluterguss (Hämatom), der durch die Verletzung kleinerer Gefäße entsteht. Der Bluterguss kann dazu führen, dass die Beweglichkeit des Gelenkes eingeschränkt ist. In seltenen Fällen tritt als weiteres Symptom ein Knacken beim Bewegen des Gelenkes auf.

Diagnose von Kapselverletzungen oft schwierig

Einen Kapselriss zu diagnostizieren, ist nicht immer einfach. Denn bei einer Überdehnung des Gelenkes kann es auch zu anderen Verletzungen, wie beispielsweise einem Bänderriss oder einer Bänderdehnung kommen. Durch eine Röntgenaufnahme lässt sich meist nicht genau klären, ob Bänder oder Kapsel verletzt sind.

Mit Hilfe einer Ultraschall-Untersuchung kann eine Bänderverletzung jedoch ausgeschlossen werden. Besteht auch nach dem Ultraschall noch Unklarheit über die Art der Verletzung, kann der Arzt eine Magnetresonanztherapie (MRT) durchführen.

Einen Kapselriss behandeln: Die PECH-Regel

Ein akuter Kapselriss sollte zunächst nach der PECH-Regel behandelt werden:

  • Pause: Das betroffene Gelenk sollte in den nächsten Tagen und Wochen möglichst geschont werden.
  • Eis: Um die Schmerzen zu lindern und ein zu starkes Anschwellen des Gelenkes zu vermeiden, sollten akute Verletzungen etwa 20 Minuten lang gekühlt werden.
  • Compression (Kompression): Ein Kompressionsverband kann ebenfalls dazu beitragen, dass das betroffene Gelenk nicht zu stark anschwillt.
  • Hochlegen: Um eine zu starke Durchblutung des verletzten Gewebes zu verhindern, sollte das betroffene Körperteil möglichst häufig hochgelagert werden.

Bereitet der Kapselriss starke Schmerzen, kann ein Schmerzmittel eingenommen werden. Blutverdünnende Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure sollten dabei allerdings vermieden werden, da sie die Durchblutung des Gewebes fördern.

Heilungsprozess dauert mehrere Wochen

Besteht der Verdacht, dass ein Kapselriss vorliegt, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, der die Verletzung sicher diagnostizieren kann. Damit die Verletzung schnell abheilt, wird das Gelenk vom Arzt in der Regel ruhig gestellt. Denn wird es zu früh wieder bewegt, kann dies eine dauerhafte Einschränkung des Bewegungsspielraums zur Folge haben. Teilweise wird heute aber auch eine gezielte Bewegung des Gelenkes empfohlen, um den Bluterguss schneller abzubauen. Das Bewegungstraining sollte dann allerdings nur unter Anleitung eines Physiotherapeuten erfolgen.

Bei einem Kapselriss dauert es in der Regel mindestens sechs Wochen, bis die Verletzung endgültig verheilt ist. Durch Kühlen und abschwellende Medikamente kann der Heilungsprozess positiv beeinflusst werden. Teilweise kommt es jedoch auch vor, dass nach dem Ausheilen des Kapselrisses die Beweglichkeit des Gelenkes eingeschränkt bleibt. Vor allem in den Fingern ist es nicht ungewöhnlich, dass die Kapsel weiterhin verdickt bleibt. Langfristig kann durch einen Kapselriss außerdem Gelenkarthrose entstehen.