Aktinische Keratose: Vorstufe zum Hautkrebs

Obwohl die Botschaft, dass man seine Haut vor zuviel Sonne schützen muss, längst zu jedem durchgedrungen sein sollte, sind das Wissen darum und der aktive Sonnenschutz dennoch zwei verschiedene Dinge. Nicht selten kommt es daher häufig zur aktinischen Keratose. Aktinische Keratose ist eine Vorstufe bestimmter Hautkrebsarten.

Krebsartige Veränderungen der Haut

Für die meisten Menschen ist Hautkrebs gleichbedeutend mit dem gefährlichen malignen Melanom, dem schwarzen Hautkrebs. Doch über 95% aller krebsartigen Veränderungen der Haut sind anderer Art: Viel häufiger kommen oberflächliche Tumoren vor, wie das Basaliom (Basalzell-Karzinom) und das Spinaliom (Plattenepithel-Karzinom oder auch Stachelzellkarzinom). Besonders verbreitet aber wenig bekannt ist der Vorläufer des Spinalioms, die aktinische Keratose ("raue Lichtschwiele").

Aktinische Keratose: Symptome häufig übersehen

Bei der aktinischen Keratose handelt es sich um eine durch UV-Licht ausgelöste Schädigung bestimmter Hautzellen. Aktinische Keratose ist eine Vorstufe des Hautkrebses, dessen Symptome häufig übersehen werden. Bleibt die Krankheit unbehandelt, führt sie in 6-10% aller Fälle zum so genannten "hellen" Hautkrebs. Anfänglich bilden sich scharf begrenzte Rötungen mit leichter Schuppung. Diese entwickeln sich zu ausgeprägten, weißlich-gelbbraunen Verhornungen an Sonnen-ungeschützten Stellen wie Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Unterlippe und Handrücken.

Der Zerstörungsprozess der Haut geschieht relativ unbemerkt. Oft vergehen 10-20 Jahre, bis sich die aktinische Keratose in Form der beschriebenen Hautveränderungen zeigt und häufig sind die betroffenen Stellen zunächst eher zu ertasten als zu sehen. Die Haut fühlt sich oft wie Sandpapier an. Hinzu kommt, dass die Symptome von den überwiegend älteren Patienten vielfach mit altersbedingten Pigmentveränderungen gleichgesetzt werden.

Meist Hellhäutige ab 50

In Deutschland leiden schätzungsweise ca. 4,4-10 Mio. Menschen an aktinischer Keratose. Betroffen sind meist hellhäutige Menschen ab dem 50. Lebensjahr, aber auch Jüngere können erkranken. Besonders gefährdet sind Personen, die sehr viel Zeit ihres Lebens in der Sonne verbracht haben. Doch letztlich lebt jeder, der sich ungeschützt in der Sonne aufhält, mit dem Risiko an einer aktinischen Keratose oder am Hautkrebs zu erkranken. Deshalb sollte der Sonnenschutz bei allen Aktivitäten im Freien sehr ernst genommen werden.

Aktinische Keratosen: Behandlung und Therapie

Bei einer frühzeitigen Diagnose kann nicht nur die aktinische Keratose, sondern auch das Basalzellkarzinom und das Stachelzellkarzinom erfolgreich behandelt werden. In der Therapie der aktinischen Keratose dominierten bislang chirurgische Eingriffe.

Neu ist die medikamentöse Therapie mit einem Gel, dessen Inhaltsstoffe Diclofenac und Hyaluronsäure sind. Das Gel ist unkompliziert vom Patienten aufzutragen und soll eine hohe Wirksamkeit aufweisen, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen, da es auch eine entzündungshemmende Wirkung hat und Schmerzen und Narbenbildungen etc. ausgeschlossen sind. Die Kosten für dieses Dermatikum werden von der Krankenkasse übernommen.