Lungenembolie - Lebensgefährlicher Pfropf

Die Lungenembolie ist ein häufiges Krankheitsbild. Obwohl die Aussagen in verschiedenen Studien voneinander abweichen, kann man davon ausgehen, dass in Deutschland im Schnitt jährlich etwa 1 Person pro 1000 Einwohner von Lungenembolie betroffen ist – ältere Menschen öfter als jüngere. Bei den Patienten im Krankenhaus ist die Lungenembolie dritthäufigste Todesursache.

Verstopftes Gefäß als Ursache

Das rechte Herz pumpt das sauerstoffarme Blut aus dem Körper in die großen und kleinen Arterien der Lungenstrombahn. In diesen wird es zu den Lungenbläschen gebracht, wo es wieder mit Sauerstoff angereichert wird. Manchmal bringt das Blut aus dem Körper jedoch nicht nur Kohlendioxid zum Abatmen mit, sondern spült auch gefährliche Partikel an: meist Blutgerinnsel aus einer Thrombose in den Beinvenen, aber auch - sehr viel seltener - Fett z.B. nach einer Operation am Knochen, Luft durch eine Infusion, Bakterien, Tumorzellen oder Fruchtwasser, das während der Geburt in den mütterlichen Kreislauf gelangt. Diese Substanzen können stecken bleiben und das entsprechende Gefäß verstopfen.

Sitzt der Pfropf nur in einer kleinen Arterie, bleibt dies eventuell unbemerkt, sind ein größeres oder mehrere Gefäße betroffen, kann das zu einem schweren, lebensbedrohlichen Krankheitsbild führen.

Wie entsteht die Lungenembolie genau?

Bei den meisten Betroffenen stammt die Lungenembolie von einem Blutgerinnsel ab, das sich in Venen des Beckens oder der Beine gebildet hat. Von diesen verbackenen Blutzellen lösen sich kleine Partikel ab und werden mit dem Blutstrom weiter getragen. Die Venen verbreitern sich zunächst und münden schließlich in die Pfortader, die zum rechten Herzen führt. Erst in der Lunge verzweigen sich die Gefäße wieder und werden immer enger. Deshalb setzen sich erst dort die Partikel wieder fest und verlegen das Gefäß.

Ist dieser Prozess erst einmal in Gang gekommen, staut sich das Blut davor, verlangsamt also seine Strömung, was dazu führen kann, dass sich immer mehr Gerinnsel in den Lungengefäßen bilden. Das rechte Herz muss gegen diesen plötzlich erhöhten Druck anpumpen und es gelangt nicht ausreichend Blut in das linke Herz. Das wiederum führt dazu, dass zum einen der Blutdruck abfällt und die Herzkranzgefäße nicht mehr genug durchblutet werden, was die Herzleistung vermindert, zum anderen zu wenig sauerstoffreiches Blut in den Körper und die Organe gelangt.

Daneben fehlt dem Körper Sauerstoff, da in das Lungenareal hinter dem verschlossenen Gefäß kein Blut mehr gelangt und damit weniger Fläche zum Sauerstoffaustausch zur Verfügung steht.