Reizdarm

Unangenehmer Bauchdruck bis hin zu Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall – das Reizdarmsyndrom (kurz: Reizdarm) hat viele Gesichter. Reizdarm ist zwar harmlos, aber für die Betroffenen oft sehr unangenehm. Die Zahl der Betroffenen ist groß, die Symptomatik vielfältig – ebenso der Name: Neben Reizdarm sind auch noch die Begriffe Reizdarmsyndrom (RDS), Colon irritabile, irritables Darmsyndrom (IDS), oder nervöser Darm gebräuchlich. Da sich Symptome oft im Bereich der Verdauung des Dickdarms abspielen, wird auch die Bezeichnung Reizkolon oder – wegen der Bauchkrämpfe – spastisches Kolon verwendet; steht der Magen im Vordergrund der Symptome, ist der Ausdruck Reizmagen gängig.

Reizdarm als Oberbegriff

Reizdarm ist ein Oberbegriff für funktionelle Darmerkrankungen. Das sind ständige oder immer wiederkehrende Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, für welche keine körperliche Ursache gefunden werden kann. Tatsächlich darf die Diagnose Reizdarm erst dann gestellt werden, wenn solche Krankheiten mittels verschiedener diagnostischer Maßnahmen ausgeschlossen worden sind.

Genaue Angaben zur Häufigkeit sind schwierig; Vermutungen liegen bei 8 bis 15% (oder sogar höher). Betroffen sind doppelt so viele Frauen wie Männer. Die Ursachen für Reizdarm sind unbekannt. Symptome sind lästig bis unangenehm, aber ungefährlich. Schwerpunkt der Behandlung von Reizdarm sind Umstellen der Ernährung und Aufklären des Betroffenen, dass keine schwere Erkrankung zugrunde liegt.

Reizdarm: Das hilft gegen die Beschwerden

Achten Sie darauf, regelmäßig zu essen: Wenn möglich, sollten Sie täglich zwischen drei und fünf Mahlzeiten zu sich nehmen. Dabei sollten die einzelnen Mahlzeiten nicht zu groß sein, damit der Magen-Darm-Trakt nicht unnötig belastet wird. Daneben ist es auch wichtig, dass Sie sich für die Mahlzeiten genügend Zeit nehmen: Essen Sie in Ruhe und schlingen Sie Ihr Essen nicht hinunter. Weitere Tipps gegen Reizdarm:

  • Neben einem vernünftigen Essverhalten kann auch genügend Bewegung dazu beitragen, Ihre Beschwerden zu lindern. Treiben Sie regelmäßig Sport – so bleibt ihr Körper fit und Sie können Stress abbauen. Für den Stressabbau sind auch Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training gut geeignet.
  • Bauen Sie feste Ruhe- und Erholungsphasen in Ihren Alltag ein, um gezielt abschalten zu können.
  • Bei akuten Beschwerden kann eine Wärmflasche dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern.
  • Tipp: Um dem Auslöser Ihrer Beschwerden auf die Spur zu kommen, kann es hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen. Darin können Sie zum einen vermerken, welche Lebensmittel Sie gegessen haben und wie stark Ihre Beschwerden waren. Zum anderen kann in dem Tagebuch aber auch vermerkt werden, wie Sie sich an den einzelnen Tagen gefühlt haben und wie groß beispielsweise die Belastung an der Arbeit war.

Reizdarm: Das sollten Sie vermeiden

  • Essen Sie nicht unregelmäßig und lassen Sie auch keine Mahlzeiten aus. Denn durch das Auslassen von Mahlzeiten kann es zu Hungerattacken kommen, bei denen man schnell zu den falschen Lebensmitteln greift. Zudem sollten Sie versuchen, stets in Ruhe zu essen. Vermeiden Sie es also, während der Arbeit oder vor dem Fernseher zu essen. Nach dem Essen sollten Sie sich eine kleine Pause gönnen, machen Sie einen kleinen Spaziergang oder einen kurzen Mittagsschlaf.
  • Wenn Ihr Darm gereizt ist, sollten Sie bestimmte Lebensmittel unbedingt vermeiden. Das sind in erster Linie Lebensmittel, die stark blähend wirken. Zu diesen Lebensmitteln gehören beispielsweise Kohl oder Hülsenfrüchte. Auch fette Snacks sind nicht geeignet, da sie die Verdauung stark belasten. Greifen Sie stattdessen lieber auf Obst oder Gemüse zurück – sie sind leicht verdaulich.
  • Lassen Sie Ihre Beschwerden nicht Ihr Leben bestimmen: Versuchen Sie trotz allem, positiv zu denken und weiterhin am sozialen Leben teilzunehmen.