Implantat oder Brücke?

Das sollten Sie unbedingt wissen, bevor Sie sich für einen Zahnersatz entscheiden: Implantate und Brücken schließen hässliche Zahnlücken. Doch wann empfiehlt sich welche Lösung? Wo liegen Vor- und Nachteile beider Methoden? Und was kosten sie? Antworten darauf liefert unser Expertenrat.

Keine Frage: Schöne Zähne erhöhen die persönliche Attraktivität und fördern Selbstbewusstsein und Sympathiewerte erheblich. Wer nicht von Natur aus gut bedient ist, dem verspricht die moderne Zahnmedizin eine Fülle an modernen Methoden und Verfahren, um dauerhaft fest zubeißen und unbeschwert lächeln zu können. Stören Zahnlücken das ästhetische Erscheinungsbild, so gibt es zwei gängige Alternativen - die gute alte Brücke oder das hochmoderne Implantat. Beide Methoden haben ihre besonderen Stärken, aber auch ihre typischen Schwächen:

Zahn-Implantate: High Tech mit Langzeitwirkung

Vorbei die Zeiten der wackligen Prothesen, die der "Kukident"-Generation häufig das Leben schwer machten. "Gerade bei Teil- und Vollprothesenträgern bildet sich aufgrund einer falschen Belastung der Kieferknochen zurück", erklärt der Dortmunder Facharzt Dr. Dr. Manfred Nilius. "Und genau das kann dann zur Instabilität führen."

Ein Problem, über das Patienten mit modernen Zahnimplantaten nur müde lächeln können. Wie ein eigener Zahn im Knochen fest verankert, bieten die kleinen künstlichen Wurzeln aus Titan oder Zirkonoxid den darauf befestigten Kronen oder Brücken sicheren Halt und den Patienten somit einen perfekten Biss. "Keine Methode ersetzt fehlende Zähne so natürlich und unauffällig", betont Kiefer- und Gesichts-Chirurg Dr. Nilius. Mit Hilfe modernster Computertechnik berechnet der Implantologe auf den Millimeter genau Position, Winkel und Größe des optimalen Implantats und pflanzt es anschließend exakt dort ein, wo ursprünglich die Wurzel des verlorenen Zahnes steckte.

Die präzise Vorarbeit am Rechner erspart den Patienten viel Zeit: "Selbst komplette Zahnreihen beider Kiefer lassen sich bequem in nur einer Sitzung während einer längeren Mittagspause einpassen", versichert Dr. Dr. Nilius. Langwierige Einheilungszeiten von bis zu mehreren Monaten, wie sie früher durchaus üblich waren, gehören dank neuer Verfahren wie so genannter "Korkenzieher-Implantate" der Vergangenheit an. Der Vorteil dieser Methode: "Dank Lasertechnik und eines speziellen Gewindes genügt oft nur eine einzige, nur zwei Millimeter große Bohrung, um das Implantat fest zu verankern", erläutert Dr. Nilius.

Brücken - der klassische "Lückenbüßer"

Um Zahnlücken zu schließen, hat sich die festsitzende Brücke millionenfach bewährt. Sie besteht in der Regel aus Metall, das mit zahnfarbener Keramik verblendet wird. Kleinere Ausführungen werden häufig ganz aus Hochleistungskeramiken hergestellt, die auch hohen Kaukräften im Bereich der Seitenzähne standhalten. Neben einem Brückenglied, das die Lücke überspannt, sind zwei Ankerkronen notwendig, die auf die Zähne links und rechts der Lücke gesetzt werden. Zuvor müssen die Zähne allerdings wie bei einer normalen Krone abgeschliffen werden.

Dank stabiler Metallgerüste können auch mehrere fehlende Zähne überbrückt werden. Brücken der neuen Generation bestehen aus Biokeramik und können ebenfalls computerassistiert gefräst werden. Oft werden beide Varianten Brücke und Implantat kombiniert, so dass auf nur vier oder sechs Implantaten ganze Zahnreihen von bis zu zwölf Zähnen ersetzt werden können.