Heilpflanzenlexikon A-Z
Anis
Anis stammt vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum und West-Asien. Angebaut wird die Pflanze vor allem in den Mittelmeergebieten und Südeuropa, in Indien und im Vorderen Orient. Importe der Droge kommen aus Spanien, Ägypten und der Türkei. Als Droge werden die reifen, getrockneten Früchte der Pflanze (Anisi fructus), sowie das ätherische Öl aus den reifen Früchten (Anisi aetheroleum) verwendet.
Anis Merkmale
Anis ist eine einjährige, bis 50 cm hoch wachsende Pflanze mit variabel aussehenden Blättern. Meist sind die Blätter in Bodennähe rundlich und ungeteilt und nach oben hin zunehmend stark geschlitzt. Die Stängel sind sehr fein, viele kleine weiße Blüten stehen in 7-15-strahligen Doppeldolden. Die Früchte sind grau-grün bis grau-braun und etwa 2 mm groß. Anis wird häufig mit Sternanis verwechselt. Diese auch als chinesischer Sternanis bezeichnete Frucht stammt jedoch von einer anderen Pflanze (Illicium verum) ab. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie wird das teure Anisöl häufig durch das preisgünstigere Sternanisöl ersetzt. Hauptbestandteil der Droge sind die auch im reifen Zustand oft ungeteilten Spaltfrüchte. Diese sind grau-grün bis –braun, fein behaart und verkehrt birnenförmig. Anis verströmt einen sehr charakteristischen, würzigen Geruch. Der Geschmack von Anis ist sehr aromatisch und süßlich. Der Geschmack von Sternanis hingegen wird in der Regel als brennend würzig empfunden.

