Lymphdrainage - Anleitung

In der Medizin ist die Lymphdrainage seit etwa 40 Jahren anerkannt und wird auch von den meisten Krankenkassen übernommen. Hier wird Lymphdrainage in erster Linie zur Behandlung von Lymphödemen eingesetzt. Diese Schwellung des Gewebes entsteht durch Einlagerung von Gefäßflüssigkeit und kann durch vorsichtige Massage gelindert werden.

Generell eignet sich die Lymphdrainage in erster Linie für Beschwerden, die mit Schwellungen und Stauungen einhergehen wie beispielsweise bei Verstauchungen, Zerrungen, Blutergüssen, Knochenbrüchen und Ödemen bei rheumatischen Erkrankungen. Auch bei Migräne und anderen neurovegetativen Syndromen kann die sanfte Massage der Lymphknoten den Schmerz lindern.

Auf keinen Fall darf die Lymphdrainage jedoch bei akuten Infekten angewandt werden, da sich dadurch die Bakterien im Körper noch schneller verteilen können. Auch bei akuten Ekzemen, Asthma, Herzinsuffizienz, Krebserkrankungen und Thrombosen ist von der Behandlung abzuraten.

Lymphdrainage Anleitung

Generell sollte die Lymphdrainage ausschließlich vom geschulten Experten vorgenommen werden. Auch viele KosmetikerInnen verfügen über eine Ausbildung in Lymphdrainage. Dabei sollte der Kurs mindestens 80 Stunden umfassen und nicht nur theoretisches, sondern auch praktisches Wissen vermitteln. Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 20 und 60 Minuten. Anders als bei der klassischen Massage soll hier nicht die Durchblutung angeregt werden, es darf also nicht schmerzen. Grundsätzlich erfolgt die Lymphdrainage durch sanfte, kreisende Bewegungen. Dabei gibt es verschiedene Griffe und Techniken, die gleichmäßig und rhythmisch ausgeführt werden:

  • Stehende Kreise: Hände im Bereich der Lymphknoten flach auflegen und mit den Handflächen sanfte Kreise in Ablfussrichtung beschreiben. Den Griff mehrmals wiederholen, dabei wenig Druck einsetzen.
  • Drehgriff: Daumen flach auflegen, die übrigen vier Finger berühren mit den Kuppen die Haut. Nun langsam im Verlauf der Lymphbahnen kreisen und die Bahnen mehrmals wiederholen.
  • Schöpfgriff: Finger wie oben auflegen, nun aber in die entgegengesetzte Richtung der Lymphbahnen kreisen.
  • Ultrafiltrat-Verdrängungsgriff: Finger fest aneinanderpressen und die flache Hand auf das Ödem legen. Nun etwa 20-30 Sekunden lang zunehmend Druck in die Tiefe ausüben. So kann die Ödemflüssigkeit über den Blutkreislauf abfließen.
  • Scheibenwischergriff: Diese Technik kann vor allem bei einer Fibrose Linderung verschaffen. Dazu die Hände flach nebeneinander auflegen und die Handgelenke wie Scheibenwischer öffnen und schließen.
  • Hautfaltgriff: Auch dieser Griff kann helfen, eine Fibrose zu lockern. Dazu mit einer Hand eine Hautfalte anheben, dann den Daumen der anderen Hand dagegen pressen. Nun den Daumen nach unten in die Tiefe pressen.