Die 20 bekanntesten Gesundheitsirrtümer

Immer wieder halten sich Gerüchte, Irrtümer und Annahmen rund um das Thema Gesundheit. Wir räumen auf mit den typischen und bekannten Irrtümern. Folgende 20 falsche Annahmen werden unter die Lupe genommen, widerlegt und richtiggestellt, so dass man keinem Wunderheiler oder Hobby-Doktor mehr in die Falle geht. Leben Vegetarier länger? Wie kann man Tinnitus behandeln? Ist schnarchen gefährlich? Schützt vorbräunen im Solarium vor Sonnenbrand? Antworten gibt es hier:

Flecken auf Fingernägeln bedeuten Kalziummangel

Falsch. Die weißen Flecken, die im Nagel auftauchen und mit hinauswachsen, sind nicht die Folge von Kalzium-, Zink- oder Vitaminmangel. Meistens handelt es sich um kleine Verletzungen oder Druckstellen, die zum Beispiel bei der Nagelpflege oder durch Lufteinschlüsse in die Nagelplatte entstehen.

Mohrrüben sind gut für die Augen

Falsch. Zwar liefern Mohrrüben eine Vorform des für die Augen wichtigen Vitamins A, das Beta Carotin. Dieses hat jedoch in normalen Mengen keine Einfluss auf unsere Sehfähigkeit. Allerdings gibt es eine Substanz, die für das Hell-Dunkel-Sehen zuständig ist. Sie besteht aus einem Eiweiß und Vitamin A. Das Dämmerungssehen hängt darum tatsächlich von Vitamin A ab. Ein Mangel dieses Vitamins kommt im Gegensatz zu einigen Entwicklungsländern hierzulande aber nur selten vor.

Vegetarier leben länger

Falsch. Manchen Studien zufolge haben Vegetarier eine höhere Lebenserwartung. Allerdings hängt dies nicht mit einem Verzicht auf Fleisch oder andere tierische Produkte zusammen, sondern mit der auch sonst sehr bewussten Lebensweise von Vegetariern - mit ausgewogener Ernährung, wenig Alkohol und Zigaretten und mehr Sport.

Alkohol wärmt

Falsch. Direkt nach dem Trinken von Alkohol wird es zwar tatsächlich für kurze Zeit warm, weil der Alkohol den Puls auf Trab bringt. Durch die ebenfalls verursachte Gefäßerweiterung, sinkt der Blutdruck jedoch ab, so dass eine vernünftige Durchblutung nicht mehr gewährleistet ist. Der Körper droht dann schnell auszukühlen, was genau den gegenteiligen Effekt zur Folge hat.

Lesen bei Schummerlicht schadet den Augen

Falsch. Lesen bei wenig Licht ist vor allem eines: Anstrengend für die Augen. Sie trocknen aus und beginnen zu brennen, so dass für den Moment die Sehkraft tatsächlich eingeschränkt ist. Autofahren zum Beispiel sollte man danach vermeiden. Nach einer Erholungsphase sind die Augen jedoch wieder voll leistungsfähig.

Spinat ist gesund, weil er besonders viel Eisen enthält

Falsch. Spinat ist ein wertvolles Gemüse, welches das Muskelwachstum anregt, die Sehkraft und die Atemwege stärkt. Aaber es enthält nur wenig mehr Eisen als Schokolade. Und das tatsächlich im Spinat enthaltene Eisen ist nicht mal gut verwertbar. Die Mär von diesem besonders eisenreichen Gemüse hat ihren Ursprung in einem Kommafehler. Bei einer Eisenanalyse vor mehr als 100 Jahren wurde der tatsächliche Eisengehalt von 2,9 Milligramm in 100 Gramm Spinat versehentlich mit 29 Milligramm angegeben. Dieser Kommafehler wurde über Generationen so weitergegeben.

Frisches Gemüse ist gesünder als Tiefkühlgemüse

Falsch. Wenn das Gemüse nicht aus dem eigenen Garten oder von einem Bauern aus der Nähe ist, kann man davon ausgehen, dass tiefgefrorenes Gemüse mehr Vitamine enthält und damit gesünder ist als Gemüse aus dem Supermarkt. Denn Gemüse wird oft über weite Strecken transportiert und lange gelagert. Zudem wird es oft schon unreif geerntet, während Tiefkühlgemüse reif und erntefrisch binnen einer Stunde schockgefrostet wird. In diesem Zustand bauen sich Vitalstoffe nur langsam ab.

Gegen Tinnitus lässt sich nichts ausrichten

Falsch. Wichtig ist, dass beim ersten Ohrensausen oder den ersten Ohrgeräuschen ein Arzt aufgesucht werden sollte. Erst recht, wenn die Symptome nach einigen Stunden oder erholendem nächtlichem Schlaf nicht weniger werden. Existieren zusätzliche Symptome wie der Verlust des Hörvermögens oder Gefühle von Schwindel, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Je früher Tinnitus behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, den Tinnitus erfolgreich zu therapieren. Die größten Chancen bestehen dabei in den ersten drei Monaten nach Auftreten der Symptome.

Schnarchen ist harmlos

Falsch. Schnarchen ist ein komplexer Zusammenhang zwischen Atmung und erschlaffter Muskulatur des Nasen- und Rachenraums. Immer dann, wenn die Atemwege verengt sind, kommt es zu den typischen Schnarchgeräuschen. Dafür gibt es einige anatomische Voraussetzungen wie vergrößerte Polypen und Rachenmandeln, die den Effekt verstärken.

Mit zunehmendem Alter erschlaffen zudem die Muskeln, was das Schnarchen ebenfalls begünstigt. Menschen, die schnarchen, haben im Schlaf teilweise Erstickungsanfälle. Während dieser meist unbemerkten Erstickungsanfälle setzt die Atmung bis zu zwei Minuten am Stück aus. Harmlos ist Schnarchen dagegen bei Erkältungen mit Schnupfen.

Vorbräunen schützt vor Sonnenbrand

Falsch. Vorbräunen auf der Sonnenbank nützt gar nicht. In Solarien wird vor allem UVA-Strahlung eingesetzt. Diese bräunen zwar sogleich die Haut, stellen aber überhaupt keinen angemessenen Schutz der Haut dar. Denn erst mittels der UVB-Strahlen der Sonne kann ein Schutz der Haut aufgebaut werden.