Holunder - Blüten gegen Erkältungen
Schon die griechischen Ärzte im Altertum nutzten Holunder als Heilkraut. Heute wird er vor allem gegen Erkältungen eingesetzt.
Diokurides, einer der berühmtesten Pharmakologen des Altertums, empfahl die Wurzel des Holunders bei Wassersucht und seine Blätter bei Entzündungen. Dass jedoch die innere Rinde der Pflanze, von unten nach oben geschabt, als Brechmittel wirke und, von oben nach unten geschabt, als Abführmittel, hat sich eindeutig als Aberglaube erwiesen.Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) wächst an den Waldrändern oder Kahlschlägen in ganz Europa sowie in Teilen von Afrika und Asien. Er kommt als Strauch oder Baum vor, die gelblich weißen Blüten riechen aromatisch süß. Aus ihnen werden dann schwarze, kirschkerngroße Beeren. Nach dem Europäischen Arzneibuch sind sowohl die Blüten (Sambucus flos) als auch die Beeren (Sambucus fructus) und die Blätter (Sambucus folium) geeignet. Geerntet werden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Blüten und Blätter pflückt man bereits bei Beginn der Blütezeit im Juni, die Beeren dagegen erst, wenn sie tiefschwarz sind. Vorsicht ist bei rohen, unreifen Früchten geboten, denn sie enthalten das giftige, Blausäure abspaltende Sambunigrin, das zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Auch in Blättern und Rinde findet sich Sambunigrin in hoher Konzentration. Dieser Stoff verliert erst durch Erhitzen seine Wirkung. Die vollreifen Beeren sind jedoch auch im Rohzustand unbedenklich. In den Blüten und Früchten findet am außerdem Flavonoide wie Rutin oder Isoquercetrin als Hauptinhaltstoffe, die Blüten enthalten außerdem einen geringen Anteil an Gerbstoffen.

