Ingwer: Hilfreich bei Erkältungen

Ingwerknolle

Ingwer ist nicht nur in der Küche beliebt, wo sein würziges Aroma verschiedenste Gerichte verfeinert. Auch in der Medizin findet die scharfe Knolle zunehmend Beachtung. So soll sie bei zahlreichen gesundheitlichen Problemen hilfreich sein, unter anderem bei Muskelschmerzen oder Reiseübelkeit. Ebenso greifen viele Menschen bei einer Erkältung auf Ingwer zurück, denn ihm wird eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt: Probieren Sie es selbst aus, beispielsweise mit einem Ingwertee oder einer Karotten-Ingwer-Suppe.

Erkältungen vorbeugen und behandeln

Ingwer ist reich an ätherischen Ölen und Scharfstoffen, sogenannten Gingerolen und Shogaolen. Wenn die Knolle länger gelagert wird, verwandeln sich die milderen Gingerole in die schärferen Shogaole. Am mildesten ist somit frischer Ingwer. Viele der wertvollen Inhaltsstoffe sitzen – ähnlich wie bei Äpfeln – direkt unter der Schale: Schälen Sie die Knolle also möglichst dünn.

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wird Ingwer häufig zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten sowie zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Ob durch die regelmäßige Einnahme allerdings tatsächlich Erkältungen vorgebeugt werden kann, konnte wissenschaftlich bislang noch nicht belegt werden.

Es wird jedoch angenommen, dass die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe den Körper von innen aufheizen und die Durchblutung anregen. Dadurch haben es Krankheitserreger schwerer, sich in den Schleimhäuten festzusetzen. Daneben soll der Körper bei einer Erkältung zudem von der antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung des Ingwers profitieren.

Ingwer lindert Schmerzen

Ingwer wird eine schmerzlindernde Wirkung nachgesagt. Diese ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass die in der Wurzel enthaltenen Gingerole eine ähnliche Struktur wie Acetylsalicylsäure aufweisen. Aufgrund dessen sollen die Gingerole im Körper die gleichen Enzyme hemmen können wie der Wirkstoff. Erste wissenschaftliche Studien scheinen dies zu bestätigen.

Ingwer-Extrakte werden unter anderem zur Behandlung von Muskelschmerzen und Rheuma eingesetzt. Besonders wirkungsvoll soll die Wurzel angeblich bei Muskelschmerzen sein, die durch eine massive Überanstrengung der Muskulatur hervorgerufen wurden. In China wird Ingwer auch zur Behandlung von Migräne verwendet.

Ingwer hilft bei Verdauungsbeschwerden

Wer häufig unter Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Verstopfungen leidet, sollte häufiger auf Ingwer zum Würzen zurückgreifen. Denn die enthaltenen Scharfstoffe sollen nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch einen rebellierenden Magen beruhigen können.

Beispielsweise wird durch die Gingerole und Shogaole die Gallensaftproduktion angekurbelt und somit die Fettverdauung beschleunigt. Deswegen ist Ingwer besonders nach einem fettigen Essen, das später schwer im Magen liegt, empfehlenswert. Bei fehlendem Appetit hat sich der Genuss einer Tasse Ingwertee als hilfreich erweisen.

Ingwer bei Reiseübelkeit

Ingwer ist nicht nur bei Problemen mit der Verdauung empfehlenswert, sondern soll auch bei Reiseübelkeit hilfreich sein. Angeblich tragen die Inhaltsstoffe dazu bei, dass sowohl das flaue Gefühl im Magen als auch der Brechreiz gelindert werden.

Besonders wirksam soll der Genuss der Wurzel bei Reisen mit dem Flugzeug, dem Auto oder der Bahn sein. Bei Schiffsreisen hat sich Ingwer bislang dagegen als weniger wirksam erwiesen. Zwar schwören viele Seefahrer auf die beruhigende Wirkung, wissenschaftlich konnte diese bislang aber noch nicht bestätigt werden. Generell gilt, dass bei einer längeren Reise etwa alle vier Stunden ein Stückchen Ingwer eingenommen werden sollte.

Ingwer während der Schwangerschaft

Ob Speisen und Getränke mit Ingwer während der Schwangerschaft eingenommen werden sollten, ist umstritten. Angeblich soll eine Tasse Ingwerwasser oder Ingwertee ein wirksames Mittel gegen die Übelkeit während der Schwangerschaft darstellen. Auf den Verzehr von größeren Mengen sollte sicherheitshalber jedoch verzichtet werden, da ansonsten eventuell frühzeitige Wehen ausgelöst werden können. Lassen Sie sich in diesem Punkt am besten individuell von Ihrem Arzt beraten.

Neben Schwangeren gibt es aber auch andere Gruppen, die auf den Genuss von Ingwer besser verzichten sollten: Dazu zählen beispielsweise Personen mit einem empfindlichen Magen, denn durch den Verzehr der Wurzel wird besonders viel Magensäure gebildet. Auch für Menschen mit hohem Blutdruck oder mit Gallensteinen ist die scharfe Wurzel nicht geeignet.

Abnehmen mit Ingwer

Ingwer kurbelt den Stoffwechsel an und soll deswegen angeblich auch das Abnehmen erleichtern. Wissenschaftlich beweisen werden konnte diese Vermutung bislang jedoch noch nicht. Doch egal, ob Ingwer tatsächlich beim Abnehmen hilft oder nicht: Gesund ist die Knolle auf jeden Fall. Greifen Sie also ruhig öfter auf Ingwer zum Würzen von Speisen zurück oder machen Sie sich eine Tasse leckeren Ingwertee. Wenn dann auch noch die Pfunde purzeln – umso besser.

Rezept: Ingwertee

Bei Erkältungen ist es immer empfehlenswert, viel zu trinken. Als besonders wirkungsvoll gilt ein frischer Ingwertee, da Ingwer eine immunstimulierende und desinfizierende Wirkung nachgesagt wird.

Zubereitung von Ingwertee: Geben Sie zwei Esslöffel frisch geriebenen Ingwer in einen Topf. Fügen Sie einen Liter Wasser hinzu und lassen Sie die Flüssigkeit zehn Minuten lang kochen. Seihen Sie anschließend den Tee ab und verfeinern Sie ihn nach Belieben entweder mit Honig oder einem Spritzer Zitronensaft.

Im Gegensatz zum Ingwertee wird bei Ingwerwasser der Ingwer nicht mitgekocht, sondern lediglich mit heißem Wasser übergossen.

Zubereitung von Ingwerwasser: Reiben Sie vier Scheiben Ingwer klein und übergießen Sie diese mit heißem Wasser. Lassen Sie die Flüssigkeit anschließend zehn Minuten lang zugedeckt ziehen. Ingwerwasser ist sowohl bei bereits ausgebrochenen Erkältungen als auch zu deren Vorbeugung empfehlenswert.

Rezepte: Karotten-Ingwer-Suppe

Zutaten:

  • 700 Gramm Karotten
  • 70 Gramm Ingwer
  • 1 Apfel
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • 1 Liter Hühnerbrühe
  • 1 Spritzer Limettensaft
  • 1 TL Currypulver
  • 1 Msp. Cayennepfeffer

Zubereitung:

Schälen Sie die Karotten, die Zwiebel, den Apfel sowie den Ingwer und schneiden Sie alles in Würfel. Geben Sie die Butter in eine Pfanne und dünsten Sie die Zwiebeln an. Rühren Sie das Currypulver ein und fügen Sie anschließend die Karotten und den Ingwer hinzu. Braten Sie alles kurz an und löschen Sie das Gemüse anschließend mit der Hühnerbrühe ab. Fügen Sie nun noch den Apfel hinzu und lassen Sie die Suppe mindestens 30 Minuten lang köcheln. Pürieren Sie die Suppe und schmecken Sie sie mit Salz, Cayennepfeffer und Limettensaft ab.