Oregano: Gewürz mit heilender Wirkung

Oregano (Origanum vulgare) ist heutzutage allgemein als "Pizzagewürz" bekannt. Das herb-aromatisch duftende Kraut ist aus der modernen Küche nicht mehr wegzudenken, obwohl diese Pflanze erst seit ca. 200 Jahren zum Würzen verwendet wird. Als Heilmittel hingegen wurde Oregano schon bei den alten Griechen eingesetzt, weshalb auch sein Name aus der griechischen Sprache kommt und übersetzt "Schmuck der Berge" bedeutet (Oros= Berg; Gonos= Schmuck, Glanz). So war dieses Kraut ursprünglich in der Mittelmeerregion beheimatet. Heute hat sich Oregano auch in Asien, Südeuropa, Österreich und der Schweiz ausgebreitet, wo er wild auf Magerwiesen und trockenen, sonnigen Kalk- und Kiesböden wächst.

Oregano: gesund und altbewährt

In Deutschland ist der gesunde Oregano seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt. Seit dieser Zeit ist die auch als "Dost" oder "Wilder Majoran" bezeichnete Pflanze in unseren Kräutergärten zu finden. Die deutschen Namen beziehen sich jedoch nur auf die hier vorkommende Oregano-Sorte, die Würz- und Heilkraft der südlicher vorkommenden Sorten ist größer. In der Kräuterapotheke kann die gesamte Oregnao-Pflanze verwendet werden. Die beste Erntezeit des Heilkrautes liegt zur Blütezeit der Pflanze, während die Blätter als Kräuter-Gewürz für Speisen die ganze Vegetationsperiode über genutzt werden können.

Wirkstoffe und Heilwirkung von Oregano

Inhaltsstoffe von Oregano mit arzneilicher Wirkung sind vor allem die Gerb- und Bitterstoffe sowie die ätherischen Öle. Zu letzteren gehören vor allem Thymol, Carvacrol, Cymol und Borneol. Die Heilpflanze Oregano findet besonders bei Beschwerden des gesamten Verdauungstraktes (Magen, Darm, Leber, Galle) sowie Atemwegserkrankungen Verwendung und wirkt vor allem im Mund und Rachen entzündungshemmend. Für heilenden Oregano-Tee wird 1 Teelöffel des getrockneten Krautes mit ¼ Liter kochendem Wasser übergossen und 5 Minuten ziehen gelassen. Gegen Husten sollte er mehrmals täglich in gesüßter Form getrunken werden. Bei Verdauungsbeschwerden sollte der Tee 10 Minuten ziehen und ungesüßt nach den Mahlzeiten getrunken werden. Das Gurgeln mit Oregano-Tee lindert Husten, Hals- und Zahnschmerzen sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Das ätherische Oregano-Öl gilt mit seinem hohen Gehalt an Phenolen in der Aromatherapie als stärkstes natürliches Antibiotikum.

Oregano als Gewürz

Den intensivsten Geschmack vermittelt der griechische Oregano (Origanum vulgare ssp. hirtum). In der Tomatensauce, als Pizzagewürz, im Salat oder auf gedünstetem Fisch findet Oregano in der mediterranen Küche schon seit langem Verwendung. Doch auch Bratkartoffeln, Grillfleisch, Rührei und Chili con Carne schmecken sehr gut, wenn sie zusammen mit diesem appetitanregenden Gewürz zubereitet werden. Oregano sollte lange mitgaren, denn die Kräuter entfalten ihren stärksten Geschmack beim Kochen.

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Oregano pflegen und anbauen

Der zu den Lippenblütlern gehörende Oregano zeigt seine ersten Blüten bei uns im Juni. Sie sind in Rispen angeordnet und meist von rosafarbener, seltener weißer Farbe. Bis spät in den August hinein dient der Oregano als "Bienenweide", lockt jedoch daneben auch viele Falterarten an. Die Oregano-Kräuter selbst werden 30-60 cm hoch und haben an der Basis verholzende Triebe, an denen drüsig behaarte, eiförmige bis elliptische Blätter wachsen. Oregano wird als der "robustere Bruder" von Majoran angesehen und fühlt sich an warmen, sonnigen Stellen im Garten schnell zu Hause. Einmal ausgepflanzt, verbreitet er sich durch Selbstaussaat und Wurzelausläufer recht schnell und kann auch die Winterkälte in unseren Breiten überdauern. Oregano ist leicht zu pflegen und sollte nur sparsam gegossen werden. Entsprechend seiner Heimat liebt er sonnige, kalkhaltige Standorte.