So wirkt Duloxetin bei Depression und Inkontinenz

Duloxetin hilft gegen Depressionen

Duloxetin ist ein Antidepressivum und wirkt durch eine Erhöhung des Noradrenalin- und Serotoninspiegels antriebssteigernd und stimmungsaufhellend. Duloxetin wird daher vor allem in der Behandlung der Depressionen eingesetzt. Ein weiterer großer Anwendungsbereich ist die Belastungsinkontinenz bei Frauen, da der Wirkstoff die Blasen- und Beckenbodenmuskulatur stärkt. Erfahren Sie mehr über die Wirkungen, Nebenwirkungen und Dosierung von Duloxetin.

Weitere Anwendungsbereiche von Duloxetin

Duloxetin wird auch bei der diabetischen Polyneuropathie eingesetzt. Durch seinen schmerzlindernden Effekt hilft es bei den durch Diabetes ausgelösten Nervenschmerzen (Neuropathie).

In den USA ist Duloxetin auch zur Behandlung der Fibromyalgie, einem Muskelschmerz-Syndrom, zugelassen. In Deutschland wurde der Einsatz in dieser Indikation von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) 2008 abgelehnt.

Duloxetin dosieren und absetzen

Wie viele Kapseln Duloxetin man täglich einnehmen sollte, muss der behandelnde Arzt entscheiden. Im Regelfall wird dieser ein psychiatrischer Facharzt sein. Die Höhe der Dosis ist abhängig vom Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und auch vom Raucherstatus. 

Eine typische Startdosis sind 60 mg einmal täglich und eine anschließende kontinuierliche Steigerung bis zu einer Erhaltungsdosis von 120 mg. 

Wichtig ist, das Medikament nicht kurzerhand abzusetzen, sondern auszuschleichen, da sonst schwerwiegende Nebenwirkungen drohen.

Nebenwirkungen von Duloxetin

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Duloxetin zählen:

Außerdem können Sehstörungen, ein Tremor und Schlafstörungen auftreten. Durch den erhöhten Spiegel an Noradrenalin kann es weiterhin zu Schwitzen und Hitzewallungen, Blutdruckerhöhungen, Harnverhalt und Erektionsstörungen kommen.

Eine besonders kritische Nebenwirkung entsteht durch die anfängliche Antriebssteigerung des Medikaments. Da dieser Effekt noch vor der stimmungsaufhellenden Wirkung einsetzt, besteht die Gefahr von Suizidversuchen in den ersten zwei Wochen nach Therapiebeginn, weshalb man in dieser Zeit engmaschig von einem Facharzt betreut werden sollte.

Wechselwirkungen mit Duloxetin

Nicht kombiniert werden sollte Duloxetin mit bestimmten anderen Antidepressiva, die ebenfalls zu einer Spiegelerhöhung von Serotonin führen. Es droht sonst das lebensgefährliche Serotonin-Syndrom, welches sich durch Herzrasen, Fieber und Übelkeit bemerkbar macht.

Zu vermeiden ist außerdem eine gleichzeitige Einnahme von zentral dämpfenden Substanzen wie zum Beispiel Benzodiazepinen, Opiaten und Alkohol.

Gegenanzeigen des Wirkstoffs

Folgende Gegenanzeigen sind bei der Einnahme von Duloxetin zu beachten:

  • MAO-Inhibitoren wie Selegelin oder Tranylcypromin
  • Serotonerge Medikamente, zum Beispiel Venlafaxin, Fluoxetin, Citalopram
  • Bestimmte Antibiotika wie Ciprofloxacin oder Enoxacin
  • Johanniskraut
  • Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • Eine Allergie gegen den Wirkstoff Duloxetin
  • Kinder jünger als 18 Jahre
  • Unkontrollierter Bluthochdruck

In der Schwangerschaft und Stillzeit besteht keine absolute Gegenanzeige, allerdings auch keine Empfehlung für die Einnahme, da es keine Studien für Duloxetin unter diesen Umständen gibt.

Hinweise zur Einnahme von Duloxetin

Die Einnahme der Duloxetin-Kapseln sollte unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Bezüglich der Dauer der Einnahme ist zu beachten, dass Duloxetin für mindestens sechs Monate eingenommen werden sollte, um einen Effekt beobachten zu können.

Duloxetin ist ein sogenannter "Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Inhibitor" (SNRI). Die Medikamentengruppe der SNRI, zu der unter anderem auch Venlafaxin gehört, sind  im zentralen Nervensystem wirksam. Hier findet ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichsten Hormonen und Botenstoffen (Neurotransmittern) statt. Eine wichtige Rolle spielen die Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin.

Serotonin findet sich überall im Körper und hat verschiedene Funktionen. Im Gehirn ist es unter anderem für das Glücksempfinden zuständig. Noradrenalin ist ein Stresshormon, welches Blutdruck und Puls beeinflusst. An den Nervenzellen hat es einen antriebssteigernden und aktivierenden Effekt.

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Wirkmechanismus von Duloxetin

In den Nervenzellen werden Serotonin und Noradrenalin in den sogenannten "synaptischen Spalt", welcher sich zwischen zwei miteinander kommunizierenden Nervenzellen befindet, ausgeschüttet. Durch Andocken an die Rezeptoren der nachfolgenden Nervenzelle entfalten die Neurotransmitter ihre Wirkung. 

Duloxetin verhindert eine Wiederaufnahme der beiden Botenstoffe zurück in die Herkunftszelle und sorgt somit für eine anhaltend hohe Konzentration und einen ausgedehnten Effekt. Durch die Konzentrationssteigerung von Noradrenalin werden schmerzlindernde Nervenbahnen im Rückenmark stimuliert, sodass die körpereigene Schmerzstillung aktiviert wird.