Fluoride

Was sind Fluoride ?
Fluoride sind Salze des Fluors. Sie sind natürliche Bestandteile aller Lebewesen. Von Natur aus sind sie in einem Großteil unserer Nahrungsmittel enthalten, können jedoch oft nicht vom Körper genutzt werden. In jedem Trinkwasser ist Fluorid enthalten. In manchen Ländern, auch bei uns, ist die Fluoridkonzentration des Trinkwassers jedoch so gering, dass sie zur Kariesporphylaxe nicht ausreicht. In anderen Ländern, z.B. in der Schweiz, wird das Trinkwasser teilweise mit Fluoriden versetzt. Hier wird eine deutliche Abnahme der Kariesrate bei Kindern beobachtet.
Wie wirkt Fluorid ?
Fluorid ist der bisher einzig bekannte Stoff, der die Zähne gegen Karies schützen kann. Fluorid wirkt auf verschiedene Arten der Kariesentstehung entgegen.
- Fluorid lagert sich in den Zahnschmelz ein und macht ihn so härter. Ein härterer Schmelz ist besser gegen Karies geschützt. Der Speichel im Mund enthält neben Calcium oder Phosphat auch Fluorid. Speichel ist im Mund immer vorhanden und der Mineralstoffgehalt des Speichels nimmt direkten Einfluss auf die Qualität des Zahnschmelzes. Fluorid und auch Calcium werden ständig aus dem Speichel in die Zähne eingelagert. So wird der Schmelz ständig neu gehärtet. Dieser Vorgang der "Remineralisation" läuft mehrmals am Tag ab. Von den meisten Menschen unbemerkt trägt der Speichel so während des ganzen Lebens wesentlich zur Zahngesundheit bei.
- Fluoride hemmen das Wachstum der Plaquebakterien Fluoride beeinflussen den Stoffwechsel der Bakterien in der Mundhöhle so, dass sie in ihrem Wachstum gehemmt werden. Die Entstehung des Zahnbelages (der Plaque) wird so vermindert. Fluoride entfalten ihre Wirksamkeit jedoch nur, wenn sie regelmäßig aufgenommen werden.
Schutz gegen Karies
Bereits 1805 erkannte der französische Physiker und Chemiker Gay-Lussac, dass Fluoride mit der Nahrung in den Körper und über das Blut in die Knochen und Zähne gelangen. Im gleichen Jahr wurde Fluorid im Zahnschmelz nachgewiesen. Die wahrscheinlich erste Anwendung von Fluorid wird dem Pariser Zahnarzt Desirabode zugeschrieben, der 1843 empfahl, kariöse Zähne mit Fluoridsalzen zu härten. 1874 wurde in einer deutschen Medizinzeitschrift Calciumfluorid zur Erhaltung der Zähne empfohlen. Im Jahre 1907 wurde die erste fluoridhaltige Zahnpasta eingeführt.
Das Vorkommen von Fluoriden in der Nahrung
Die Aufnahme von Fluorid erfolgt teilweise im Magen, teilweise im Dünndarm. Über die Niere wird das überschüssige Fluorid wieder ausgeschieden. Nach 3-4 Stunden sind etwa 20% der aufgenommenen Fluoridmenge wieder ausgeschieden. Unter den Fluoridquellen unserer Nahrung ist das Trinkwasser die beste. Während das Fluorid aus vielen Nahrungsmitteln nur zu einem geringen Prozentsatz ausgenutzt werden kann, ist das Fluorid aus dem Trinkwasser gut verfügbar. So weiß man seit den dreißiger Jahren, dass in Gebieten mit einem besonders hohen Fluoridgehalt des Trinkwassers (0,8-2,5 mg pro Liter) auffallend weniger Karies vorkommt, als in Gebieten mit sehr wenig Fluorid im Trinkwasser.
Fluoridgehalt pflanzlicher Nahrungsmittel:
(Milligramm Fluorid pro Kilogramm Nahrungsmittel)
| Nahrungsmittel | Fluoridgehalt |
| Blatt- und Stengelgemüse je nach Art | 0,1-0,3 |
| Wurzelgemüse oder Zwiebeln | 0,1-0,2 |
| Spinat, Petersilie, Schnittlauch | 0,5-0,6 |
| Obst im Schnitt | 0,1-0,3 |
Nahrungsquellen für Fluoride
Unter den Getränken ist besonders der Tee als Fluoridquelle zu nennen. Teeaufgüsse haben bei üblicher Zubereitung eine Fluoridkonzentration, die etwa die Höhe von fluoridiertem Trinkwasser erreicht, teilweise darüber. Gemessen mit einem Fluoridgehalt von 40-330 mg/kg je nach Sorte, sind getrocknete Teeblätter das fluoridreichste pflanzliche Produkt. Pflanzliche und tierische Nahrungsmittel sind in der Mehrzahl fluoridarm. Ausnahmen bilden hier einige Fischarten, die mit Gräten verzehrt werden. Dazu zählen Sardinen und Sprotten. So ist es nicht möglich, den Fluoridbedarf über die Zufuhr an diesen Nahrungsmitteln zu decken. Eine besondere Rolle in der Versorgung mit Fluorid spielt das Speisesalz. Neben dem Zusatz von Jod kann auch Fluorid zugesetzt werden. Fluoridiertes Speisesalz kann also eine Rolle für die Fluoridversorgung spielen. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass aus medizinischen Gründen insgesamt eine Reduktion des Salzverzehrs wünschenswert ist. Fluoride machen den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies.
Empfohlene Zufuhr an Fluorid in Milligramm pro Tag:
| Bei einem Trinkwasser-Flouridgehalt | bis 0,3 mg/l | 0,3 bis 0,7 mg/l | über 0,7 mg/l |
| Alter |
Dosierung pro Tag |
Dosierung pro Tag | Dosierung pro Tag |
| 0 bis unter 3 | 0,25 mg | --- | --- |
| 3 bis unter 6 | 0,50 mg | 0,25 mg | --- |
| über 6 | 1,00 mg | 0,50 mg | --- |
Weitere Möglichkeiten, Fluorid zuzuführen
Fluoridtabletten oder Dragees, die sich langsam im Mund auflösen (während der Zahnbildungsphase empfohlen). Fluoridhaltige Zahnpasta oder Fluoridgelees, die einmal wöchentlich "eingebürstet" werden. Außerdem kann der Zahnarzt einen fluoridhaltigen Zahnlack auftragen.
Autor/Quelle: Quelle: Forum Zahngesundheit
