Zahnaufhellung: schöner, weißer - aber auch gesund?

Strahlendweiß lächeln, das möchte wohl jeder gerne. Durch ein Bleaching ("Bleichen") der Zähne kann dieser Wunsch in greifbare Nähe rücken. Das Bleichen der Zähne kann etwa mit Hilfe von Streifen, die man einfach auf die Zähne klebt, oder durch das Einpinseln der Zähne mit Bleichmittel erfolgen. Hierdurch soll - wenn man der Werbung glaubt - ein deutlicher Vorher-Nachher-Effekt erzielt werden. Aber: Ist Bleaching gesund oder schadet es den Zähnen?
Warum Zähne verfärben
Es gibt nur sehr wenige Menschen, die von Natur aus richtig weiße Zähne haben. Außerdem hinterlassen Tee, Kaffee, Nikotin oder Rotwein sichtbare Spuren an unseren Zähnen. Aber nicht nur Beläge und Verfärbungen von außen machen die Zähne gelblich, auch ein dünner Zahnschmelz lässt das darunter liegende Dentin, das Zahnbein mit seiner gelblichen Farbe, durchschimmern.
Zahnschmelz ist das härteste Gewebe, das der menschliche Körper zu bieten hat. Er besteht aus winzig kleinen Kristallen, den so genannten Schmelzprismen. Deren Farbspektrum reicht von rötlich bis blaugrau. Indem sich das Licht an den Prismen beugt, entsteht der schillernde Effekt. Durch Zahnbelag und Verfärbungen geht eben dieser Effekt jedoch äußerlich verloren. Aber auch interne Verfärbungen kommen sehr häufig vor: Wurzelfüllungen, Medikamente (etwa das Antibiotikum Tetrazyklin) oder Verletzungen des Zahnes gehören zu den häufigsten Ursachen, die das Strahlen der Zähne verschwinden lassen. Darüber hinaus verfärben sich abgestorbene Zähne mit der Zeit grau, da sie nicht mehr ernährt werden.
Zähne bleichen mit Klebestreifen und Gelen
Wenn man mit dem Gedanken spielt, seine Zähne zu bleichen, sollte man sich zunächst darüber bewusst sein, dass die in der Apotheke oder in der Drogerie frei verkäuflichen Bleichmittel nur bei äußeren Verfärbungen wirken. Fast alle enthalten ein Aufhellungsgel mit Wasserstoffperoxid, das entweder mit einem Pinsel aufgetragen oder in Form von Klebestreifen über die Zähne gelegt wird. Nach dem Auftragen entstehen Sauerstoff-Radikale, die die Farbstoffe im Zahnschmelz aufhellen. Die Packungen reichen für 14 Tage, in dieser Zeit können die Zähne um einige Nuancen heller werden. Diese recht preiswerte Form des Bleachings (zwischen 15 und 30 Euro je nach Präparat) hält rund sechs Monate an. Problematisch bei den Klebestreifen ist, dass nur der Bereich von den Frontzähnen bis zu den Eckzähnen erreicht wird. Die dahinter liegenden Zähne können später unansehnlich wirken, da sie dunkel bleiben. Sofern man keine ganz ebenmäßigen Zähne hat, erreicht man bei dieser Form des Bleachings außerdem nicht immer den ganzen Zahn, was zu einem fleckigen Ergebnis führen kann.
Diagnose vom Zahnarzt
Vor einer Selbstbehandlung der Zähne empfiehlt sich in jedem Fall ein Besuch beim Zahnarzt, denn die Zähne sollten frei von Karies und Zahnstein sein. Wer Zahnfleischprobleme hat, reagiert möglicherweise empfindlich auf die Mittel, die beim Zähne bleichen eingesetzt werden. Kronen und Füllungen oder Brücken lassen sich nicht aufhellen. Vorsicht ist vor allem bei Kunststoff- und Amalgamfüllungen angebracht, denn diese können sich beim Kontakt mit den Bleichgelen sogar verfärben. Immerhin: Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass durch ein Bleaching gesunder, kariesfreier Zähne Schmelz und Dentin nicht angegriffen werden.
Professionelles Bleaching
Nur der Zahnarzt kann genau feststellen, um welche Art der Verfärbung es sich handelt. Die meisten Zahnärzte bieteen eine professionelle Zahnaufhellung an. Dabei gibt es verschiedene Verfahren, wie etwa das Bleichen der Zähne mit einer Schiene: Auf eine speziell für den Patienten angefertigte Schiene wird ein Bleichmittel mit Carbamidperoxid, das zu Wasserstoffsuperoxid und Harnstoff zerfällt, aufgetragen. Die Schiene trägt man über einen bestimmten Zeitraum stundenweise oder nachts. Zwischendurch wird der Zustand der Zähne vom Arzt kontrolliert. Darüber hinaus kann der Zahnarzt auch bei inneren Verfärbungen helfen. Dazu muss der Zahn zunächst aufgebohrt werden, anschließend wird ein Bleichmittel in den Zahn eingebracht. Diese Prozedur muss manchmal mehrmals wiederholt werden. Da ein Bleaching als kosmetische Behandlung zählt, ersetzen die Krankenkassen die Kosten nicht. Ein professionelles Bleaching kostet etwa zwischen 200 und 500 Euro.
Autor/Quelle: bo
