Kalte Füße - was tun?

So schön der Winter auch ist, mit seinen Schneelandschaften und den Eisblumen am Fenster – für unseren Körper bedeutet er oft auch eine Strapaze. Nicht nur für unsere Atemorgane, die sich gegen Erkältungsviren verteidigen müssen – auch für unseren Kreislauf. Vor allem Frauen können davon ein Lied singen. Während er abends meist das Fenster noch mal aufreißt und ordentlich lüftet, steigt sie mit Eisfüßen ins Bett, greift zu einer Wärmflasche und dicken Bettsocken. Lesen Sie hier, was hinter den kalten Füßen steckt, mit welchen einfachen Maßnahmen Sie die innere Heizung wieder aufdrehen – und wann Sie doch besser einen Arzt aufsuchen sollten.
Vor allem Frauen bekommen kalte Füße
Acht von zehn Frauen plagen sich mit kalten Füßen, während Männer das Problem kaum kennen. Doch warum eigentlich? Männer haben einen entscheidenden Vorteil: Ihr Körper besteht zu 40 Prozent aus Muskeln. Werden diese bewegt, verbrauchen sie Energie und produzieren dabei Wärme. Bei Frauen liegt der Muskelanteil dagegen nur bei rund 25 Prozent. Folglich bekommen sie durch Muskeln weniger Wärme.
Da der Körper erst einmal sicherstellt, dass alle lebenswichtigen Organe versorgt werden und in der lebenswichtigen Temperatur von 36 bis 37 Grad Celsius gehalten werden, kommt die Wärme als Letztes dort an, wo sie am wenigsten notwendig ist: an den Extremitäten und exponierten Körperteilen – Nase, Ohren, Hände und eben Füße.
Kalte Füße: Was ist die Ursache?
Die Wärmeverteilung des Körpers läuft hauptsächlich über die Adern. Wie Heizungsrohre in einem Haus transportieren sie das warme Blut durch den Organismus. Um die Zufuhr in Richtung Hände, Füße & Co. zu drosseln, verengt der Körper die Adern. Die benötigte Wärme muss nun also entweder von außen kommen oder von innen, indem die Gefäße wieder erweitert werden.
Für eine gute Kälteschutzdämmung sorgen Handschuhe, Mütze und warme Strümpfe. Bereits abgekühlte Füße heizen sich dadurch jedoch nur mäßig auf. Besser sind dann Maßnahmen, die den Blutfluss wieder in Gang bringen: eine Wärmflasche, ein warmes Fußbad, eine Fußmassage. Für unterwegs gibt es Thermopads für Schuhe und Manteltaschen, die bis zu acht Stunden Wärme abgeben.
Durchblutungsstörungen führen zu kalten Füßen
In der Regel sind kalte Finger und Füße harmlos. Doch es gibt auch Ausnahmen. So können sie auch ein Anzeichen für eine arterielle Durchblutungsstörung sein. Durch Ablagerungen in den Gefäßwänden sind diese so sehr verengt, dass das Blut nicht ungehindert fließen kann. Vor allem, wer das ganze Jahr hindurch über kalte Hände und Füße klagt, sollte sich unbedingt untersuchen lassen.
Eine Sonderform der Durchblutungsstörung ist das Raynaud-Syndrom. Achten Sie einmal auf Hände und Füße, wenn Sie draußen in der Kälte sind. Werden sie zunächst weiß und gefühllos und laufen sie dann blau an und schmerzen, wenn sie wieder durchblutet werden? Das Raynaud-Syndrom kann durch eine Überempfindlichkeit der Finger- und Fußarterien gegen Kälte oder Stress verursacht werden. Aber auch eine Störung der Blutgefäße oder Medikamente können dahinterstecken. Da das Syndrom langfristig die Gefäße schädigen und zu einem Absterben des Gewebes führen kann, muss es unbedingt ärztlich untersucht werden, um eventuelle Grunderkrankungen feststellen und behandeln zu können.
Da Stress die Ursache der Erkrankung sein kann, sind neben wärmenden Maßnahmen wie Handschuhe und einem warmem – nicht heißem – Handbad auch Entspannungstechniken hilfreich. Durch autogenes Training kann beispielsweise suggestiv Wärme im Körper verbreitet werden, indem man ihm mental den Befehl dazu gibt. Auch homöopathische Mittel wie etwa Mutterkorn können die Beschwerden lindern. Ganz wichtig: unbedingt mit dem Rauchen aufhören! Dann steht warmen Händen und Füßen nichts mehr im Weg.
So vermeiden Sie kalte Füße
Zur Vorbeugung sind Wechselbäder oder Saunabesuche ein gutes Gefäßtraining. Ebenso Bewegung sowie Fuß- und Zehengymnastik. Zum Ausprobieren: Kreisen Sie mit den Füßen, bewegen Sie die Zehen auf und ab. Das fördert die Durchblutung.
Aber auch bei der Ernährung lässt sich die Wärmezufuhr aufdrehen: Während Salate, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke abkühlen, heizen Suppen, Eintöpfe, heiße Getränke und sogar scharfe Speisen dem Kreislauf schön ein. Gewürze wie Chili, Ingwer oder Pfeffer feuern den Stoffwechsel und damit die Durchblutung ordentlich an.
Weitere Tipps gegen kalte Füße
Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe nicht zu eng sitzen, sonst kann sich zwischen Fuß und Schuh kein isolierendes Luftpolster aus erwärmter Luft bilden. Auch die Bündchen der Socken sollten nicht einschnüren, da dies die Blutzirkulation stört und zu kalten Füßen führt. Ein heißer Tee wärmt von innen und sorgt ebenfalls dafür, dass unser Blut nicht dickflüssig wird und gut fließen kann.
Das hilft bei Eisfüßen:
- Ansteigendes Fußbad: Etwa 33 Grad Celsius warmes Wasser in eine Fußwanne füllen, Füße hineintauchen und alle zwei Minuten so viel heißes Wasser nachgießen, bis die Temperatur circa 40 Grad Celsius erreicht. Füße darin ungefähr15 Minuten lang baden.
- Fußmassage: Sanftes Kneten sorgt dafür, dass das Blut besser zirkuliert und Eisfüße auftauen. Eine Fußcreme mit durchblutungsfördernden Wirkstoffen wärmt zusätzlich.
- Fußgymnastik: Kleine Übungen kurbeln auch die Durchblutung an. Kreisen Sie zum Beispiel die Füße im Uhrzeigersinn, versuchen Sie, ein Handtuch mit den Zehen zu greifen, oder rollen Sie die Sohlen über einen Igelball.
Autor/Quelle: Katrin Rave

