Haarentfernung

Körperbehaarung mag beim Mann erotisch sein - bei der Frau aber nicht. Pech für sie, denn die Haut ist mit Ausnahme von Gesicht, Handflächen, Fußsohlen, Brustwarzen und Lippen mit Haar bedeckt. Zwar ist das Körperhaar mit durchschnittlich 0,07 Millimetern um knapp die Hälfte dünner als das am Kopf, trotzdem stört das so genannte "Wollhaar" das hygienische und ästhetische Empfinden, seit es im Laufe der Evolution seine Funktion verloren hat: Es schützte einst die Vorfahren vor starker Sonneneinstrahlung und hielt sie warm.

Haarentfernung für Zarte

Die gängigste Methode, sich der Haare zu entledigen, ist die Nassrasur. Ob beim Baden oder Duschen: Nach wenigen Zügen (immer entgegengesetzt der Wuchsrichtung) sind die Haare ab.

Spezielle Klingen passen sich dabei der Bein- und Knieform an und minimieren unliebsame Schnitte, während eine dünne, mit Lotion beschichtete Fläche oberhalb der Klinge die Haut schon bei der Rasur pflegt. Und Rasierschaum sorgt dafür, dass die Klinge gut über die Haut rutscht. Hersteller bieten Produkte speziell für Frauenbeine an, aber auch der Rasierschaum des Partners tut's - im Gegensatz zu seinem Rasierer! Denn Barthaar ist härter als das zarte am Frauenbein, somit ist auch die Klinge schärfer und die Verletzungsgefahr größer. Außerdem ist sein Rasierer für wendige Kurven um Nase, Mund und Kinn gedacht. Frau allerdings rasiert in leichten Zügen geradeaus.

Das Gegenstück zur Nass- ist die Trockenrasur. Die Anwendung ist kindersicher: Ein Gitter hält die Scherblätter fern der Haut und macht Schneiden unmöglich. Die Geräte eignen sich auch für die Bikinizone. Trockenrasur hat aber denselben Nachteil wie ihr nasser Verwandter: Nach spätestens drei Tagen ist die Haut wieder stoppelig. Übrigens: Das hartnäckige Gerücht, Rasieren fördere Haarwuchs, stimmt nicht. Aber die kurz aus der Pore ragenden Stoppeln fallen mehr auf als längere, durch die Kleidung "dünn" geriebene Haare.

Um vergessene Stoppelfelder in Achselhöhlen oder Bikinizone unterwegs schnell zu beseitigen, eignet sich ein Minishaver. Mit den Gardemaßen von zwei Zentimetern Breite und Stillänge passt er in jede Handtasche und kann auch vor dem Sport oder im Schwimmbad verwendet werden. Wahlweise stylt und kürzt er das Haar auch auf fünf oder zwei Millimeter runter.

Haarentfernung für Mutige

Am Epilierer scheiden sich die Geister. Die eine Partei schwört auf seine Zuverlässigkeit: Eine Anwendung und vier Wochen ist Ruhe. Andere Frauen verschmähen ihn als Folterinstrument. Denn je nach Gerätetyp packen zwanzig bis vierzig Pinzetten die Härchen und reißen sie samt Wurzel aus.

Doch zwischen den ersten Modellen und den modernen liegen Welten: Heute lindern Kühlkissen, Massage- und „Starteraufsätze“ den Schmerz. Je öfter man das Gerat nutzt, desto mehr gewöhnt sich der Körper auch daran. Und: Es tut weniger weh, da nicht alle Härchen nachwachsen. Grund ist ihr Wachstumszyklus. Nur etwa 30 Prozent der Haare sprießen gleichzeitig, die restlichen befinden sich in einer Ruhephase und kommen nur nach und nach zutage.

Nachteilig sind dann nur noch rote Pickel, die beim Herauszupfen entstehen können. Wer sich aber abends epiliert, bei dem sind sie morgens meist wieder verschwunden.

Ebenfalls schmerzhaft ist die Behandlung mit flüssigem Warmwachs oder der Kaltwachsstreifen-Variante: Das Wachs umschließt das Härchen; wenn es dann mit einem Ruck entgegen der Wuchsrichtung entfernt wird, bleiben sie darin hängen. Auch hier hält die Wirkung vier Wochen an. Die Prozedur braucht aber ein wenig Zeit und Übung.

Haarentfernung ohne Tränen und Ziepen

Mit Schmerzfreiheit locken Enthaarungscreme und -schaum. Diese Produkte enthalten keratinlösende Wirkstoffe, denn Keratin ist der Hauptbestandteil des Haares. Die chemischen Mittel lösen die Proteinstruktur, das Haar stirbt ab und lässt sich mit einem Spachtel nach 15 Minuten abtragen. Mittlerweile gibt es Produkte, die mit einer Einwirkzeit von drei Minuten werben. Bis die Haare wieder nachwachsen, vergeht eine Woche.

Wer besonders empfindliche Haut hat, sollte die Anwendung allerdings erst auf einer kleinen Körperpartie testen. Frauen, die dem Teufelskreis von Haarwuchs und Rasur dauerhaft entkommen möchten, stehen moderne Methoden wie die Laser- oder IPL-Behandlung zur Verfügung. Hierbei wird das Blutgefäß, das die Haarwurzel versorgt, mittels eines Licht- oder Laserimpulses verödet. Die Anwendung ist schmerzfrei, aber auch langwierig und teuer und eignet sich nicht für alle Haartypen.

Besonders helle oder pigmentfreie (graue) Haare lassen sich nur mit einem Speziallaser entfernen. Langzeitstudien zum Erfolg gibt es nicht. Bewährt hat sich die schmerzhaftere Variante: die Nadelepilation. Hier wird die Haarwurzel mit einem dosierten Stromstoß zerstört. Wie viele Sitzungen nötig sind, hängt von Hauttyp, Haarfarbe und -struktur ab.