Hauttypologie und Einteilung in die klassischen Hauttypen

Zart wie Samt und Seide, feinporig, gut durchblutet und sehr elastisch - so sieht der ideale Hauttyp aus. Darüber können sich allerdings nur die wenigsten Menschen freuen. Mischhaut, fettige und trockene oder empfindliche Haut sind die Hauttypen, die das wirkliche Leben prägen. Wie unsere Haut aussieht und sich anfühlt hängt stark von der Talgproduktion ab. Der Talg umschließt die Feuchtigkeit und verteilt sie auf der Hautoberfläche.

Je nach Belastung und Aufgaben ist die Haut an den unterschiedlichen Körperstellen verschieden beschaffen. Und das trifft auch auf das Gesicht zu. Meist ist die Haut in der Gesichtsmitte eher fettig, die restlichen Partien eher trocken. Dabei verlaufen die fettigeren Zonen vom Kinn über die Nase zur Stirn und breiten sich über den Augenbrauen T-förmig aus.

Eine so beschaffene Mischhaut wird den Anforderungen der Umwelt am ehesten gerecht. In der T-Zone, die intensiv gegen Sonne, Hitze, Kälte, Wind und Regen geschützt werden muss, sind im Hautgewebe zahlreiche Talgdrüsen vorhanden. Der von ihnen produzierte Talg überzieht die Haut mit einem schützenden Film. In den Randzonen, die den Umwelteinflüssen weniger ausgesetzt sind, gibt es weniger Talgdrüsen.

Talg schützt die Haut

Talg (oder auch Sedum) ist ein wichtiger Faktor, um unser Hautmilieu im Gleichgewicht zu halten und unsere Haut vor Austrocknung zu bewahren. Daneben schützt er vor Hautkrankheiten, Keimen und äußeren Einflüssen wie Chemikalien. Er wird von den Talgdrüsen produziert – täglich rund 1–2 g – und ist ein geschmeidiger, fettiger Mix: Talg setzt sich zusammen aus ca. 45 % Trigylceriden und 15% freien Fettsäuren, 20–25 % Wachsen, 10–15 % Squalenen sowie geringen Anteilen von Cholesterin und Resten von Talgzellen.

Bei normaler Tätigkeit der Talg- und Schweißdrüsen spricht man von normaler Haut. Bei der Überproduktion der Talgdrüsen spricht man von Seborrhoe (in der Kosmetikindustrie auch als Wasser-in-Öl-Typ oder W/Ö-Typ bezeichnet), die Unterfunktion der Talgdrüsen ergibt das Erscheinungsbild der trockenen Haut (Öl-in-Wasser-Typ, Ö/W-Typ).

Jede Haut sieht anders aus

Jüngere Menschen neigen zu fettiger Haut, ab dem 45. Lebensjahr überwiegt der normale bis trockene Hauttyp. Die Erklärung hierfür ist einfach: Nach der Geburt sind in der Haut genügend produzierende Talgdrüsen vorhanden, die sich aber während des ersten Jahres wieder zurückbilden. Daher haben kleine Kinder eine trockene Haut. Während der Pubertät werden die Talgdrüsen durch den Einfluss der männlichen Hormone voll ausgebildet. Von da an steigt die Talgproduktion ständig bis zum 25. Lebensjahr, verringert sich dann etwas bis zum 40. Lebensjahr und sinkt danach kontinuierlich ab.

Jede Haut sieht anders aus: Der Hauttyp hängt von der Talgproduktion, der Beschaffenheit des Talges, vom Stoffwechsel, von der Feuchtigkeitsproduktion und der Wasserspeicherfähigkeit der Haut ab. Verantwortlich für das Erscheinungsbild sind daneben viele weitere Faktoren:

  • Erbanlagen
  • Hormonelle Einflüsse (Pubertät, Klimakterium, Schwangerschaft, Pille etc.)
  • Ernährung, Lebensweise (Stoffwechsel)
  • Kosmetische Maßnahmen
  • Vegetative Einflüsse, Krankheiten
  • Witterungseinflüsse (Klima, Luftfeuchtigkeit, UV-Bestrahlung)
  • Alterungsprozess

Falten - Spuren der Zeit

Im Alter von Ende zwanzig, Anfang dreißig setzt bereits ein langsamer und zunächst unauffälliger Alterungsprozess ein. Mit den Jahren kommt es dann vermehrt zu Falten. Diese sichtbarsten Zeichen des Älterwerdens sind das Ergebnis eines natürlichen Prozesses, der sich in verschiedenen Phasen vollzieht: Zuerst bilden sich feine Linien zwischen Nase und Mund, an den Augen und auf der Stirn. Durch immer wiederkehrende Gesichtsbewegungen graben sich diese sogenannten Mimikfalten ein. Denn die elastischen Fasern im Bindegewebe verlieren ihre Elastizität, in der Hautoberfläche bleiben winzige Furchen.

Die Kollagenfasern, die zusammen mit den elastischen Fasern das Bindegewebe durchziehen, nehmen mit den Jahren ab. Es kann weniger Feuchtigkeit in der Haut gespeichert werden, sie sieht nicht mehr so glatt und samtig aus. Die Fähigkeit der Haut, sich ständig zu erneuern, lässt nach. Dadurch ist die Hornschicht nicht mehr so intakt wie bei junger Haut. Die Talg- und Schweißdrüsen arbeiten nicht weniger intensiv, der Säureschutzmantel verändert sich und die Haut wird trockener.

Hauttypen

Grundsätzlich kann man folgende Typen unterscheiden; in der Praxis wichtig sind vor allem die fettigen und die trockenen Hauttypen:

  • Trockene Haut: ist meist eine sehr zarte, feinporige Haut, die unter Feuchtigkeitsmangel leidet (Fachbegriff Sebostase)
  • Fettige Haut: glänzt meist stark und wirkt eher dick und grobporig
  • Reife Haut: die Haut ältere Menschen mit vermehrter Fältchen- und Faltenbildung
  • Normale Haut: zeichnet sich durch ihre Umkompliziertheit aus, ist weder zu trocken noch feuchtigkeitsarm
  • Akne-Haut: eine großporige Haut mit Papeln und Pusteln
  • Empfindliche Haut: neigt meist zu Trockenheit und Rötungen und ist feinporig
  • Mischhaut: ist durch eine fettige T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) und trockene Wangenpartien gekennzeichnet