Nur Fliegen ist schlimmer - Wenn Flugangst krankhaft wird

Kurzatmigkeit, Herzrasen, Panik, Durchfall - mindestens fünf Prozent aller Deutschen stehen jedes Mal Todesängste durch, wenn sie in ein Flugzeug steigen. Dass ein Flieger statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel ist, und man eher auf dem Weg zum Airport einen Autounfall hat, als abzustürzen, interessiert die meisten in diesem Moment nur wenig.

Was ist Aviophobie?

So genannte "Aviophobie" ist eine "moderne" Form der Angst. Sie ist Platz- und Höhenangst, Angst vor der Technik und dem "Ausgeliefertsein" in einem. Gerade Menschen, die im Alltag das Ruder in der Hand halten und ein stabiles Lebensmanagement haben, werden oft von Flugangst befallen.

 

Aviophobie heilen

Doch Aviophobie ist heilbar - weniger mit Alkohol, der in großen Höhen doppelt wirkt und die Betroffenen erst recht panisch macht, als mit professioneller Hilfe. Der nicht unbedingt billigste, aber einfachste Weg, Flugangst zu überwinden, ist die Teilnahme an einem Gruppenseminar. Ein Psychologe erklärt Entspannungstechniken und Methoden zur körperlichen und gedanklichen Selbstkontrolle, ein Pilot, was beim Fliegen technisch vor sich geht. Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung wagen die Teilnehmer einen echten Kurzstreckenflug.

Die Erfolgsquote solcher Seminare, wie sie z.B. seit 20 Jahren von der Münchner Agentur Texter-Millott in Zusammenarbeit mit der Lufthansa durchgeführt werden: Rund 80 Prozent der Teilnehmer haben nach dem Wochenende weniger Angst vor dem Fliegen, ca. 45 Prozent meinen sogar, ihre Panik sei weitgehend verschwunden.

Wem 700 Euro zu viel sind - nur bei massiver Aviophobie übernehmen die Krankenkassen die Kosten - für den gibt es hier folgende Tipps zur Selbsttherapie:

  • Notieren und klären Sie alle Fragen, die Sie zum Thema Fliegen beschäftigen.
  • Lesen Sie Literatur über Luftfahrttechnik.
  • Besorgen Sie sich ein Audio-Entspannungstraining.
  • Sehen Sie sich Videos über das Fliegen an - so lange, bis ihre Furcht nachlässt.
  • Versuchen Sie, an etwas Schönes zu denken, wenn Sie merken, dass Panik hochsteigt.
  • Proben Sie den Ernstfall: Packen Sie einen Koffer, fahren Sie zum Flughafen, stellen Sie sich in die Warteschlange am Check-in-Schalter und beobachten Sie die Starts und Landungen von der Aussichtsplattform aus. Stellen Sie sich vor, an Bord zu sein.

Erste-Hilfe-Trick: Atmen Sie tief ein, ohne Pause sofort wieder aus und versuchen Sie dann, den Atem sechs bis zehn Sekunden lang anzuhalten. Das lenkt von negativen Gedanken ab, weniger Kohlendioxid wird ausgeatmet und ihre Muskeln entspannen sich. Informationen zur Flugsicherheit: Auskünfte über die Flugsicherheit von Airlines gibt es unter der Hotline 0531/2355100 des Luftfahrtbundesamtes.