Schädigt das Lesen in der Dämmerung wirklich unsere Augen?

Der Spaß am Lesen in den Abendstunden wird oft von der Befürchtung getrübt, dass die Augen langfristig geschädigt werden könnten. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, wie eine genauere Untersuchung des Sehvorgangs im Dunkeln zeigt.Auf der Netzhaut des Auges befinden sich zwei unterschiedliche Arten von Lichtempfängern (Photorezeptoren). Die Stäbchen sind hoch-lichtempfindlich und für das Nachtsehen verantwortlich und die Zapfen werden beim Farbsehen beansprucht.
Wenn Licht auf die Netzhaut des Auges fällt wird es absorbiert, und das Sehpurpur (Rhodopsin) wird chemisch umgewandelt und steht dem Auge bis zu seiner Regeneration nicht mehr zur Verfügung. Diese Regeneration ist nur möglich, wenn die Augen geschlossen sind bzw. wenn kein weiterer Lichteinfall mehr auf die Netzhaut stattfinden kann.
Eine weitere Voraussetzung für die Regeneration des Sehpurpurs ist ein ausreichender Vorrat an Provitamin A (Betakarotin) welcher vor allem in Karotten, Kohl und Spinat vorkommt.
Bei einem Mangel an Vitamin A kann es sogar zur Nachtblindheit, Hornhautentzündung oder Trockenheit des Auges kommen.
Fazit
Lesen in der Dämmerung führt zwar zu einem verstärkten Abbau des Sehpurpurs, hat aber keine Langzeitschädigung zur Folge, da sich das Sehpurpur wieder regeneriert.
Es wird jedoch davon abgeraten, nach dem Lesen im Dunkeln Auto zu fahren, da die Sehpurpurmenge und somit auch die Sehkraft im Laufe des Abends abgenommen haben kann. Am nächsten Morgen sind die Augen allerdings wieder voll leistungsfähig, da sich das Sehpurpur während des Schlafes wieder komplett aufgebaut hat.
