Was bedeutet "dermatologisch getestet"
Begriffswirrwar oder echte Hilfe?
Der Begriff taucht auf Shampoo- Flaschen, bei Creme - Tuben und Make-up-Döschen auf: "dermatologisch getestet". Auch andere Bezeichnungen wie "klinisch getestet" oder "schadstoffgeprüft" führen oft zu der Annahme, das Produkt sei für empfindliche Menschen unbedenklich. Doch der Begriff "dermatologisch getestet" besagt zunächst nur, dass das Produkt in Gegenwart eines Dermatologen getestet wurde - aber nichts über das Untersuchungsverfahren, die Unabhängigkeit der Prüfer oder die wissenschaftliche Protokollierung der Untersuchungen.Strenge Selbstkontrolle
Natürlich ist "dermatologisch getestet" nicht nur Makulatur.Im Gegenteil, die etablierten Hersteller und Pharmaproduzenten unterziehen ihre Produkte strengsten Prüfungen in allen Entstehungsphasen. Dazu gehören der wissenschaftlich fundierte Entwurf der Untersuchungsanordnung, die Dokumentation sowie die exakte und nachvollziehbare Untersuchung an sich.
Testreihen mit Patienten werden an Universitätshautkliniken durchgeführt. Testreihen in mehrerenTestzentren und unter der Aufsicht verschiedener Dermatologen helfen dabei, eventuelle länderspezifische Unterschiede auszugleichen. Bei vielen Pharmaunternehmen gibt es eigene Ethikkommissionen, die sich mit der Entwicklung von Tests, der wissenschaftlichen Durchführung der Tests und sogar der Geräteentwicklung für diese Tests beschäftigen. Dabei werden kaum noch Tests an Tieren durchgeführt. Zahlreiche dermatologische Untersuchungen werden im Reaganzglas an Hautzellen durchgeführt.
Überwachungsrichtlinien für den Herstellungsprozess
Inzwischen gibt es für den gesamten Europäischen Raum mehrere sogenannte GMP- Richtlinien. GMP ist die Abkürzung für "Good Manufacturing Practice" und bedeutet soviel wie "Gute Herstellungsverfahren". Innerhalb dieser Regelung wird auch die Herstellung von Wirkstoffen weltweit geregelt. Wenn ein Wirkstoff hergestellt wird oder für ein Arzneimittel verwendet werden soll, sollte es gemäß dieser Richtlinien hergestellt werden. In der Richtlinie werden Anforderungen an Personal, Qualitätmanagement, Verpackung und Kennzeichnung, Lagerung und Vertrieb sowie Händler festgelegt. Allerdings gibt es zur Zeit noch keine geltende Verordnung für die Überwachung der Wirkstoffhersteller in Europa, sodaß die Einhaltung dieser Richtlinie weitgehend freiwillig ist.Inhaltsstoffe müssen gekennzeichnet sein
Die Kennzeichnung der Inhaltsstoffe selbst wird durch EU-Richtlinien festgelegt, mit deren Hilfe größere Klarheit für den Verbraucher beim Kosmetikkauf geschaffen werden sollen. Alle Inhaltsstoffe werden mit so genannten INCI-Nummern gekennzeichnet. Mit der "International Nomenclature of Cosmetic Ingredients" (INCI) wurde eine europaweite Vereinheitlichung der Begriffe erreicht.
Wer also sein Make-up in Frankreich kauft, kann zum Beispiel Farbstoffe anhand ihrer INCI-Nummer identifizieren. Wenngleich die Entschlüsselung der Nummern für den Laien immer noch kompliziert genug bleibt, so ist diese Regelung vor allem für Allergiker wichtig.

