Was ist EHEC?

Das EHEC (Abkürzung von enterohämorrhagische Escherichia coli) ist ein Bakterium, das lebensgefährliche Darminfekte verursacht. Eine Infektion mit dem EHEC Erreger, der oft fälschlicherweise als Virus (EHEC Virus) bezeichnet wird, geht in der Regel mit blutigem Durchfall (enterohämorrhagische Colitis) einher. Besonders häufig infizieren sich Frauen, Kleinkinder und ältere Menschen mit dem EHEC Bakterium.

Symptome einer EHEC Infektion

Der EHEC-Erreger ist hochinfektiös und wird deshalb von der WHO zu den gefährlichsten Keimen gezählt. Doch wie entsteht eine EHEC Infektion? Bereits wenige Mikroben genügen, um einen Organismus anzugreifen und nachhaltig zu schädigen. Dabei wird ein Gift produziert, das Darm- und Nervenzellen zerstört und die Blutgefäße schädigt. Symptome einer EHEC Infektion sind:

  • Wässriger, blutiger Durchfall
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen

Werden diese EHEC Symptome nicht behandelt, kommt es im weiteren Verlauf der Infektion zu Blutarmut oder Nierenversagen, was tödlich enden kann. Dem Robert-Koch-Institut zufolge werden jährlich zwischen 900 und 1200 Erkrankungen in Deutschland registriert, die jedoch meist glimpflich verlaufen.

EHEC: Inkubationszeit und Therapie

Die durchschnittliche Inkubationszeit einer EHEC Infektion beträgt zwischen zwei und zehn Tagen, im Durchschnitt zeigen sich die ersten EHEC Symptome meist nach drei bis vier Tagen. Bei der EHEC Diagnostik wird der flüssige Stuhl der Patienten mit einem Screening im Labor untersucht. Das Ziel ist dabei, den Erreger mit einem Toxinnachweis zu isolieren. Ergibt die Diagnostik eine EHEC Infektion, kann eine Therapie mit Antibiotika folgen. Diese Therapie ist jedoch umstritten, da die Medikamente das Krankheitsbild auch verschlimmern können.

Wichtig bei der EHEC Therapie ist in jedem Fall, den durch Durchfall entstandenen Salzverlust und Flüssigkeitsverlust auszugleichen.  In schweren Fällen ist dazu ein Krankenhausaufenthalt nötig, wo die Patienten eine Dialysebehandlung zur Blutwäsche machen müssen. Auch Bluttransfusionen und Plasmatausch werden bei EHEC Infektionen gelegentlich eingesetzt. Grundsätzlich lässt sich das EHEC Bakterium jedoch nicht richtig behandeln, weshalb einer Infektion am besten durch Hygiene und Vorsicht vorgebeugt wird.

HUS und EHEC

Der hochaggresive Bakterienstamm O104:H4 sorgte für eine enorm schnelle Ausbreitung der EHEC Infektionen. Während in Deutschland normalerweise etwa 1.000 EHEC Infektionen pro Jahr gemeldet werden, waren es zwischen dem 1. Mai und dem 15. Juni 2011 bereits 3.244 Erkrankungen und 36 Todesopfer. Dabei entwickelten unverhältnismäßig viele Betroffene das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), welches bei einem besonders schweren Verlauf einer EHEC Infektion auftritt.

Beim HUS kann es zu Nierenversagen und Blutarmut kommen, was mitunter lebensgefährlich ist. Wie genau es zu diesen schweren EHEC Infektionen samt HUS kam, ist nach wie vor nicht geklärt. Experten vermuten jedoch, dass der Erreger durch den Verzehr von rohen Sprossen übertragen wurde.

EHEC Bakterien vorbeugen

Natürlicherweise kommen EHEC Bakterien in den Därmen von Nutztieren wie Rindern, Schafen und Ziegen, gelegentlich auch bei Wildtieren vor. Daher wird das EHEC Bakterium oft beim Verzehr von rohem Fleisch, frischer Milch oder Rohkost übertragen. Daher sollte bei der Essenszubereitung strenge Vorsicht herrschen: Schneidebretter, Messer und anderes Zubehör beim Kochen mit Fleisch stets gründlich mit heißem Wasser abspülen, H-Milch anstatt von Frischmilch kaufen und rohes Gemüse gut abwaschen, besonders wenn es mit Gülle gedüngt wurde. Vorbeugend sollten alle frischen Lebensmittel mindestens zehn Minuten lang bei 70 Grad erhitzt werden, um den EHEC Erreger abzutöten.

Grundsätzlich gelten die üblichen hygienischen Maßnahmen: Vor der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen und nach dem Gang zur Toilette gründlich mit Seife die Hände waschen, Küche und Bad regelmäßig reinigen und beim Kontakt mit Tieren möglichst Abstand halten, um EHEC Bakterien aus dem Weg zu gehen.