Adipositas

Dicke Eltern, dicke Kinder – Ärzte schlagen Alarm. Die Zahl der Menschen mit starkem Übergewicht steigt immer weiter. Tipps zur Ernährung und zum Abnehmen scheinen wenig zu bewirken. Was lässt sich tun? Fettleibigkeit (Adipositas, Fettsucht, Obesitas) ist ein Massenphänomen vor allem in den Industrieländern: Die Zahl der Menschen, die mit Übergewicht zu viele Kilos auf die Wage bringen, steigt, besonders im Kindesalter alarmierend schnell. Adipositas schränkt die Lebensqualität ein und verkürzt die Lebenserwartung. Adipositas ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten, so zum Beispiel für Bluthochdruck (Hypertonie).

Von Übergewicht zu Adipositas

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich die Zahl der Menschen mit Übergewicht in den letzten 20 Jahren verdreifacht. Leichtes Übergewicht hat zwar wenig negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Doch ist es bereits Zeichen dafür, dass mehr Energie mit der Nahrung aufgenommen als verbraucht wird. Oft wird dann weiter überschüssiges Fettgewebe angesammelt und das Übergewicht geht in eine Adipositas über.

Adipositas: Ernährung als Hauptgrund

Unter solch einem krankhaften Übergewicht leidet mittlerweile rund jeder fünfte Deutsche. Bei Kindern und Jugendlichen sind laut Studie des Robert-Koch-Instituts (KiGGS-Studie) rund 15 % übergewichtig und 6% adipös. Das bedeutet, dass 800.000 Kinder und Jugendliche an Fettsucht leiden. Besonders kritisch: Adipositas wächst sich nicht aus, sondern nimmt mit dem Alter zu.

Hauptgrund ist vor allem unsere Ernährung: zu viel, zu fett, zu hochkalorisch. Daneben zu wenig Bewegung, um die überschüssigen Kalorien zu verwerten. Damit wird die Energie nicht verbrannt, sondern für schlechte Zeiten eingelagert. Nur dass diese nie kommen, und damit die Fettspeicher wachsen. Übergewicht macht oft schwerfällig und bringt schnell aus der Puste – was wiederum die Bewegungsfreude nicht gerade fördert. So sind Übergewicht und Adipositas ein Teufelskreis, in dem immer mehr Menschen gefangen sind.

Grad der Adipositas

Ob das Gewicht noch im Normbereich liegt, Übergewicht vorliegt oder sich bereits eine Adipositas entwickelt hat, lässt sich mit dem Body-Mass-Index (BMI) feststellen. Der BMI setzt das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße (BMI = kg/m²), mit leichten Varianten je nach Alter. Beim Normalgewicht liegt der BMI im Bereich von 18,5 bis 24,9, bei Übergewicht bis 29,9; alles darüber ist eine Adipositas.

Oft wird diese noch weiter in drei Grade unterteilt – Adipositas Grad I besteht ab einem BMI von 30, Adipositas Grad II ab einem BMI von 35 und Adipositas Grad III (Adipositas permagna) ab einem BMI von 40. So liegt beispielsweise bei einer 170 cm großen Frau eine Adipositas Grad I bei einem BMI ab 87, während eine Adipositas permagna ab einem BMI von 116 vorliegt.