Zimt - Was kann Zimt?

Zimt: Verwendung und Inhaltsstoffe

Zimtrinde dient vor allem als Gewürz, aber auch als Aromastoff und Heilmittel. So kommt sie in Form von Rollen, als Bruch oder Pulver, als Öl oder in Form anderer Extrakte ("Oleoresin") in den Handel, um nicht nur Pfeffernüssen, sondern auch Likör und Magenbitter, Zahnpasta, Kaugummi, Kosmetika und Parfüms beigemischt zu werden.
Sie enthält neben dem geschmacks- und geruchsgebenden ätherischen Öl (0,5-2,5 %) v.a. Zimtaldehyd (65-75 %) und Eugenol (ca. 5 %), daneben in geringen Mengen zahlreiche weitere Stoffe wie Alkohole, Schleimstoffe, Stärke, Gerbstoffe, Methylhydroxy-Chalcone-Polymer (MHCP) und Phenylpropanoide (Safrol, Cumarin).

Die Wirkung von Zimt

Seit alters her werden Zimt liebesförderliche Eigenschaften nachgesagt. Salomon besprengte sein Lager mit Myrrhe, Aloe und Zimt, um die Liebesnacht zu würzen, im persischen Raum wurden Salben mit Zimt und Honig genutzt, die Lust und Manneskraft zu stärken. Doch auch in der Volksheilkunde hat er einen festen Platz. Ihm wird eine desinfizierende und krampflösende, durchblutungsfördernde, beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt. So wird Zimt traditionell v.a. bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall eingesetzt, aber auch bei Entzündungen, Rheuma und Kreuzschmerzen, Erkältungskrankheiten und Schmerzen.

Im Ayurveda hat Zimt einen hohen Stellenwert - so wird er sowohl in der Ernährung als auch bei bestimmten Störungen (z.B. Wechseljahresbeschwerden) empfohlen, auch in der traditionellen Chinesischen Medizin wird es als Heilmittel z.B. bei innerer Kälte, Anspannung und Kreislaufschwäche verwendet. Daneben wird Zimt auch in der Aromatherapie v.a. wegen seiner stärkenden, erwärmenden sowie Inspiration und Kreativität anregenden Wirkung eingesetzt.

Aufgrund seiner desinfizierenden Eigenschaften wird Zimt als Zusatz von Wischwasser und von Einlegesohlen empfohlen. Eugenol, das in den Zimtblättern eine höhere Konzentration aufweist (und nach Gwürznelken riecht) wird in der Zahnmedizin als schmerzstillendes und antibakterielles Mittel verwendet. Daneben wird ihm - wie Zimtaldehyd - die Fähigkeit zur Insektenbekämpfung zugesprochen.

Eine wissenschaftliche Studie sorgte im Jahr 2004 für Aufregung: Sie zeigte, dass Zimt durch seinen Inhaltsstoff MHCP eine insulinähnliche Wirkung hat und so den Blutzuckerspiegel senken kann. Daneben zeigten sich positive Auswirkungen auf die Blutfettwerte. Wieweit sich dieser Effekt therapeutisch bei Diabetikern nutzen lässt, wird derzeit intensiv erforscht. Die alleinige Einnahme von Zimtextrakten reicht nach derzeitigem Wissenstand zur Therapie jedenfalls nicht aus.

 
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