Sanddorn – Vitaminreicher Alleskönner

Alternativ zur heißen Zitrone können sie es beim nächsten Schnupfen oder Husten mit Sanddorn probieren. Die kleinen gelben Sanddorn-Beeren sind nämlich wahre Vitaminbomben und enthalten bis zu zehnmal so viel Vitamin C wie Zitronen. Schon drei Löffel Sanddornsaft sollen den kompletten Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C decken. Auch äußerlich kann die Snaddorn-Beere wahre Wunder bewirken: Sanddornöl hilft bei wundgelegener, entzündeter Haut, schützt vor schädlicher UV-Strahlung und wird sogar bei chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis eingesetzt.

Sanddorn: Herkunft und Verarbeitung

Die leuchtend gelben Sanddorn-Beeren wachsen auf stacheligen Büschen – bevorzugt bei rauem Klima sowie losem kalkhaltigen Sandboden, an felsigen Hängen oder auf Sanddünen. In Deutschland kommt Sanddorn daher in erster Linie in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, aber auch im Schwarzwald vor. Die Karriere der „Zitrone des Nordens“ begann in der DDR, wo Südfrüchte meist Mangelware waren, so dass der Sanddorn eine wichtige Vitaminquelle darstellte.

Heute gibt es Sanddorn als Saft, Mus, Tee, Sirup und in vielen weiteren Formen in jedem Reformhaus oder Bioladen. Da die Beeren sehr sauer sind, werden sie selten in ihrer rohen Form verzehrt. Werden sie jedoch schonend mit Schale gepresst und verarbeitet, bleiben die meisten Nährstoffe vom Sanddorn erhalten. Und das sind nicht gerade wenige: Neben dem bereits erwähnten Vitamin C bietet Sanddorn auch eine Fülle an B-, E-, und A-Vitaminen.

Sanddorn: Vitamin B12 Lieferant

Da viele Vitamine fettlöslich sind, liefert Sanddorn das Fett gleich mit und ermöglicht es so dem Körper, die Nährstoffe direkt zu verarbeiten. Sanddorn gehört zu den wenigen pflanzlichen Nahrungsmitteln, die Vitamin B12 enthalten, das sonst überwiegend in Fleisch enthalten ist. Somit ist Sanddorn auch eine wichtige B12-Quelle für Vegetarier und Veganer, die teils einen Mangel an diesem Vitamin haben.

Im Fruchtfleisch der Sanddorn-Beere sind zudem Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Kalzium und Mangan enthalten. All diese Nährstoffe stecken in ein paar Löffeln Sanddornsaft oder Sanddorn-Mus. Der Sanddornsaft sollte am besten im Mischverhältnis 1:6 mit Wasser getrunken werden. Toll schmeckt Sanddornsaft auch mit einem Löffel Honig in heißen Tee oder Apfelsaft eingerührt.

Rezept: Apfelkuchen mit Sanddorncreme

Für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 150 g Quark
  • 100 ml Milch
  • 100 ml Sonnenblumenöl
  • 80 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Messerspitze Salz
  • 1 kg Äpfel
  • Sanddornmarmelade oder Sanddornlikör

Für die Sanddorncreme:

  • 250 g Quark
  • 100 ml Sahne
  • 4 EL Sanddornsaft
  • 1 EL Orangensaft
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 4 EL Haferflocken
  • 2 EL Zucker

Sanddorn-Rezept: Zubereitung

Die Äpfel schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Den Backofen vorheizen. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und in eine Schüssel geben. Quark, Milch, Öl, Zucker, Vanillezucker und Salz hinzufügen. Die Zutaten mit dem Handrührgerät zu einem Teig kneten. Den fertigen Teig auf einem mit Butter eingefetteten Backblech ausrollen. Den Teig mit den Apfelspalten belegen, ein paar Kleckse Sanddornmarmelade (alternativ ein paar Spritzer Sanddornlikör) zwischen den Äpfeln verteilen und den Kuchen bei 180 Grad 25 bis 35 Minuten backen.

In der Zwischenzeit die Sahne mit dem Vanillezucker steifschlagen. Den Quark mit Orangensaft und Sanddornsaft glattrühren und die Sahne unterheben. Wenn der Kuchen fertig gebacken ist, auskühlen lassen, die Sanddornsaft-Creme darauf verteilen und glattstreichen. Zum Schluss die Haferflocken und den Zucker in einer Pfanne kurz anrösten und über die Sanddornsaft-Creme streuen.

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Kosmetik: Wundermittel Sanddornöl

Nicht nur in der Küche, sondern auch in der Kosmetik ist Sanddorn eine wahre Allzweckwaffe. Das fette Öl des Fruchtfleisches und der Samen vom Sanddornsaft verwöhnt die Haut und hat eine heilende, entzündungshemmende Wirkung.

Ein paar Tropfen pures Sanddornöl auf wunde oder entzündete Haut kurbeln die Regeneration der Hautzellen an und unterstützen die Wundheilung. Auch bei Akne oder Neurodermitis werden oft Sanddorn-Präparate zur Behandlung empfohlen. Zudem wird neuerdings in Kosmetikprodukten wie Gesichtscreme, Bodylotion oder Badeöl auf die Kraft der gelben Sanddornsaft-Beere gesetzt.

Da Sanddornöl vor Sonneneinstrahlung schützt und so gegen vorzeitige Hautalterung vorbeugt, wird es in erster Linie bei Produkten für reife Haut eingesetzt. Das reichhaltige Öl eignet sich besonders für Menschen mit sehr trockener, rauer, schuppiger Haut. Trotz all ihrer Wunderkräfte hat die Sanddorn-Beere leider auch einen Haken: Da die stacheligen Sträucher schwer zu beernten sind, sind echte Sanddorn-Produkte meist relativ teuer.