Masern, Mumps und Röteln durch Impfungen vorbeugen

Eine Masern-Epidemie in Nordrhein-Westfalen hat Kinderärzte, Gesundheitsexperten und besorgte Eltern auf den Plan gerufen. Schuld an der schnellen Ausbreitung der Krankheit, so steht inzwischen fest, war der fehlende Impfschutz vieler Kinder und Jugendlicher in den betroffenen Regionen. Ruth Konrads, Apothekerin beim AOK-Bundesverband: "Im Zusammenhang mit der Masern-Epidemie hat sich gezeigt, dass es vor allem in der Altersgruppe zwischen zwölf und 18 Jahren große Impflücken gibt, die nach Ansicht der Gesundheitsämter dringend geschlossen werden sollten." Zwar gibt es in Deutschland keine Impfpflicht, von der in Berlin ansässigen Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts werden jedoch Empfehlungen herausgegeben. Diese Impfungen werden in der Regel von den Krankenkassen erstattet. Wer die Kinder beim Arzt impfen lässt, muss keine Praxisgebühr bezahlen. Für Impfungen, die ihre Krankenkasse übernimmt, fällt auch bei erwachsenen Versicherten keine Praxisgebühr an.

Masern, Mumps und Röteln sind harmlose Kinderkrankheiten, durch die jeder durch muss, so hieß es früher. Heute weiß man, dass diese Erkrankungen keineswegs harmlos sind. "Eine beabsichtigte Ansteckung herbeizuführen, zum Beispiel durch "Masernpartys" bei denen sich erkrankte und gesunde Kinder treffen, ist blanker Unsinn. Masern sind nicht wie ein leichter Schnupfen, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung", warnt Ruth Konrads.

Komplikationen ohne Impfung

Gefährlich sind vor allem die Komplikationen – bei Masern beispielsweise kann es zu einer schweren Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder einer Entzündung des Gehirns (Masernenzephalitis) kommen, die zu bleibenden Behinderungen führen oder sogar tödlich enden kann. Falls nicht oder nicht ausreichend geimpfte Kinder Kontakt zu anderen an Masern, Mumps oder Röteln Erkrankten haben, rät die STIKO, sie innerhalb von drei Tagen impfen zu lassen. Gesundheitsexperten empfehlen frühzeitige Impfungen im Säuglings- und Kindesalter.

Wozu impfen?

Impfungen veranlassen den Körper, Abwehrstoffe gegen die Krankheitserreger zu bilden. "Die ersten Impfungen sind gegen Diphtherie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung und Gelbsucht. Sie sollten schon ab dem 3. Lebensmonat stattfinden. Damit die Kleinen nicht zu oft gepikst werden müssen, werden nach Möglichkeit Kombinationsimpfstoffe verwendet", erklärt Ruth Konrads. Gegen Masern, Mumps und Röteln kann ab Ende des 1. Lebensjahres geimpft werden. Einige Impfungen müssen mehrfach durchgeführt werden und zwar in unterschiedlich großen Abständen.

Alle Impfungen werden in einem persönlichen "Impfpass" verzeichnet, ein Dokument, in das der Arzt auch im Erwachsenenalter jede Auffrischung und weitere Schutzimpfungen einträgt. Ruth Konrads rät: "Überprüfen Sie Ihren Impfschutz regelmäßig. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt."

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Schäden sind selten

Komplikationen durch Impfungen, wie sie von Impfgegnern regelmäßig thematisiert werden, sind – auf die Gesamtzahl von Impfungen bezogen – extrem selten. Schäden durch Krankheiten sind wesentlich häufiger als Schäden durch Impfungen. "Impfstoffe sind heutzutage sehr gut verträglich. Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle oder leichtes Fieber sind kein Grund zur Besorgnis, die Beschwerden klingen nach zwei bis drei Tagen von selbst ab", erklärt AOK-Expertin Ruth Konrads. "Wenn Ihr Kind geimpft wurde, gönnen Sie ihm Ruhe, damit das Immunsystem ungestört arbeiten kann. Erwachsene sollten am Tag der Impfung keinen Sport treiben."