Prokrastination (Aufschieberitis)

Schon Großmutter belehrte uns von klein auf: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!“ Leichter gesagt, als getan – etwa jeder Fünfte leidet Experten zufolge unter Prokrastination („Vertagung“, Aufschieben). Was häufig als Faulheit abgetan wird, kann sich zur regelrechten Krankheit entwickeln: die chronische Prokrastination zeichnet sich durch kontraproduktives, überflüssiges und verzögerndes Verhalten aus.

Prokrastination häufig bei Studenten

Seit Mitte der 80er Jahre erforschen Wissenschaftler die „Aufschieberitis“ und kamen zu dem Ergebnis, dass vor allem Studenten unter dem Phänomen der Prokrastination leiden, da sie nach der Schule mit vorgegebenem Stundenplan ihren Tagesablauf an der Uni (oft neben der Arbeit) plötzlich selbst regeln und langfristig Projekte organisieren müssen. Hier sind besonders die Studenten der weniger durchorganisierten Geisteswissenschaften betroffen. Eliyahu M. Goldratt bezeichnete Prokrastination deshalb auch als Studentensyndrom. Männer leiden häufiger unter Prokrastination als Frauen.

Therapie oder Überwindung des Schweinehundes?

In schwerer Form kann Prokrastination in Kombination mit Ängsten, Perfektionsbestrebungen, Depression, Langeweile oder Versagensangst auftreten. Dabei entsteht ein Teufelskreis: Der an Prokrastination Leidende steht dem immer größer werdenden Berg an unverrichteter Arbeit hilflos gegenüber. Zwar weiß er um die Konsequenzen, wenn er die Aufgaben nicht erledigt, wird dadurch jedoch unter noch größeren Druck gesetzt und ist letztendlich erst recht frustriert. Manchmal kann nur noch eine Verhaltenstherapie aus diesem Dilemma führen. Doch soweit muss es nicht kommen! Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und auch mit der Gewohnheit, alles aufzuschieben, können wir brechen, indem wir uns andere Verhaltensweisen antrainieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Teufelskreis der Prokrastination durchbrechen können.

1. Regel gegen Prokrastination

Wenn Sie eine Aufgabe erhalten oder eine Idee haben, die Sie realisieren möchten, fangen Sie gleich damit an. Die Chance, dass sie ein Projekt realisieren, sinkt nach den ersten drei Tagen auf nur ein Prozent.

2. Regel gegen Prokrastination

Beginnen Sie mit der unangenehmsten Aufgabe. Gewohnheitsmäßig wird die nämlich am längsten hinausgezögert. Haben Sie sie jedoch gleich als erste Tagesaufgabe gemeistert, erscheinen die folgenden Arbeiten gar nicht mehr als so schlimm.

3. Regel gegen Prokrastination

Machen Sie aus einer Mammut-Aufgabe mehrere kleine Aufgaben. Sonst wirkt die Arbeit erdrückend und unlösbar. Fokussieren Sie sich nicht nur auf den endlos erscheinenden Weg, sondern behalten Sie das Ziel im Auge.