Papillomaviren

Warzenviren kommen überall auf der Erde vor. Sie sind so klein, dass sich von ihnen fast so viele auf einem Streichholzkopf versammeln könnten, wie Menschen auf der Erde leben. Aber ihre Fähigkeit, unter Menschen und Tieren Krankheiten an Haut und Schleimhäuten zu erzeugen, ist dafür umso größer. Für den Menschen von Bedeutung ist das humane Papillomavirus (HPV), von dem über 70 Vertreter bekannt sind. Diese werden durch direkten Kontakt beim Geschlechtsverkehr oder über kleine Hautverletzungen übertragen.

Die Viren schmuggeln sich in die Zellen des Deckgewebes von Haut und Schleimhaut ein, lassen sich in den Zellkernen häuslich nieder und vermehren sich dort. Sie erzeugen Warzen, also Wucherungen, die meist gutartig sind, aber auch entarten können. Je nachdem wie groß diese Gefahr ist, teilt man die Vertreter in "Niedrig-Risiko-Typen" und "Hoch-Risiko-Typen" ein.

Wo sich das Papillomavirus wohl fühlt

Prinzipiell können alle Orte des Körpers betroffen sein, an denen sich Haut oder Schleimhaut befindet. Überwiegend bei Kindern treiben "kutane Typen" ihr Unwesen, also Viren, welche die Haut befallen. Besonders gern lassen sie sich an Händen und Füßen nieder, aber auch Gesicht, Arme und Beine bleiben nicht verschont.

Die andere große Gruppe der "Mukosatypen" infiziert vor allem die Schleimhäute, meist in der Genital- oder Analregion. Genitale HPV-Infektionen gehören zu am häufigsten sexuell übertragenen Infektionen.

Symptome bei Infektion mit Papillomaviren

  • Hautwarzen: Sie treten meist in Gruppen auf und können durch Kratzen weiter ausgesät werden. Bei den beiden häufigsten Formen sind sie entweder gräulich, hart, erhaben mit zerklüfteter Oberfläche (Verruca vulgaris = "gemeine Warze") oder flach und rötlich (Verruca plana = Flachwarze). Dornwarzen (Verucca plantaris) finden sich unter der Fußsohle, wachsen nach innen und sind deshalb oft schmerzhaft.
  • Feigwarzen (Condylomata acuminata): Deren Erreger mögen es feucht und warm und siedeln sich deshalb besonders in der After- und Geschlechtsgegend, aber auch in anderen Körperfalten an. Es werden mehrere Formen unterschieden, die verschiedene Erreger haben:
    Spitze Kondylome sind blasse oder rötliche Knötchen, die gern in Gruppen stehen und sich an Schamlippen, Scheide, Gebärmutterhals, Penis, Harnröhre, Analkanal und Enddarm finden. Sie sind sehr infektiös.
    Flache Kondylome
    (Condylomata plana) finden sich vor allem an den weiblichen Geschlechtsorganen. Sie erhöhen das Risiko für einen Krebs des Gebärmutterhalses bis auf das 130-fache.
    Riesenkondylome (Condylomata gigantea = Buschke-Löwenstein-Tumoren) wachsen zu riesigen Gebilden und zerstören dabei das umliegende Gewebe. In seltenen Fällen können sie entarten (Plattenepithelkarzinom).

Schwieriger zu fassen sind nicht sichtbare Infektionen der Haut, die der Arzt erst mit Hilfsmitteln wie Essigsäure oder dem Mikroskop sehen kann. Außerdem kann sich das Virus auch bereits in den Zellen eingenistet haben, ohne dass sich Gewebeveränderungen zeigen. Dann lässt sich nur das Virus selbst nachweisen und man spricht von einer latenten Infektion, also dem Vorhandensein von Erregern, aber keiner Symptome. Nach der Erstinfektion kann diese Phase Wochen bis Monate dauern.

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HPV: Behandlung und Prognose

Es gibt derzeit kein Mittel, mit dem die Papillomaviren (HPV) selbst vernichtet werden. Allerdings wird durch die Behandlung der Warzen die Zahl der Viren verringert, so dass in vielen Fällen das Immunsystem die restlichen ausmerzen kann. In einigen Fällen überleben die Erreger und können immer wieder Symptome verursachen. Es kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, die sich nach Größe, Ausbreitung und Lokalisation der Warzen richten. So kann ihnen mittels Kältebehandlung, Elektrokoagulation, Lasertherapie oder chemischen Mitteln wie Trichloressigsäure, Podophyllin oder 5-Fluorouracil zu Leibe gerückt werden, manchmal ist auch eine chirurgische Abtragung nötig.

Derzeit wird untersucht, wie weit eine Immuntherapie Erfolg verspricht. Bei Genitalwarzen sollten auch der Partner untersucht und ggf. mitbehandelt werden. Die Prognose hängt vor allem von der Erregerart und dessen Ausbreitung ab. Sie ist meist gut, ausgenommen Riesenkondylome und die Fälle, in denen sich ein Krebs entwickelt.