Brustkrebs

Brustkrebs ist bei Frauen in Deutschland die häufigste Krebserkrankung – etwa ein Drittel aller Krebsneuerkrankungen geht auf sein Konto. Jedes Jahr wird bei rund 70.000 Frauen diese Diagnose neu gestellt, insgesamt sind knapp eine Viertelmillion von Brustkrebs betroffen. Die Heilungschancen hängen vor allem von der Krebsart und vom Krebsstadium ab.

Brustkrebs – ein Überblick

Die Diagnose Brustkrebs – oder fachsprachlich Mammakarzinom, kurz Mamma-Ca – ist für die Betroffenen zunächst ein großer Schock. Doch so unwahrscheinlich ist es gar nicht, dass eine Frau bei sich selbst oder bei Bekannten mit Brustkrebs konfrontiert wird: Durchschnittlich eine von acht Frauen trifft Brustkrebs im Laufe ihres Lebens. Die meisten Frauen sind bei der Erstdiagnose zwischen 60 und 65 Jahre alt. Es können jedoch durchaus auch Frauen unter 40 Jahren betroffen sein und immerhin fast ein Drittel der Brustkrebs-Patientinnen hat das 55. Lebensjahr noch nicht erreicht.

Besonders wichtig ist deshalb eine regelmäßige Vorsorge. Vorsorgeuntersuchungen können entscheidend sein, zumal der Tumor vor allem zu Beginn selten Brustkrebs typische Symptome verursacht. Doch die Prognose ist umso besser, je früher der Krebs erkannt wird. Die Möglichkeiten der Therapie bei Brustkrebs sind vielfältig, die Heilungschancen vergleichsweise groß: Derzeit liegen die 5-Jahres-Überlebensraten – die in den meisten Fällen mit einer Heilung gleichgesetzt werden können – bei rund 88 %.

Brustkrebs: Formen dieser Krebsart

Die Mediziner unterscheiden mehrere Formen von Brustkrebs, die unterschiedliche Zellen enthalten. Sie wachsen mehr oder weniger aggressiv und streuen unterschiedlich stark Tochtergeschwülste (Metastasen) – vor allem in Knochen, Lunge, Leber und Gehirn. In vier von fünf Fällen geht der Tumor von den Milchgängen aus (duktales Mammakarzinom), in rund 5-15 % der Fälle von den Drüsenläppchen (lobuläres Mammakarzinom).

Die anderen Formen wie der Krebs der Lymphbahnen oder der Brustwarze sind weitaus seltener, oft aber auch aggressiver. Daneben gibt es Krebsvorstufen, die noch nicht in das umliegende Gewebe einwachsen oder Metastasen bilden. Sie heißen deshalb auch nicht-invasive Tumoren ("Carcinoma in situ", CIS). Die Unterteilung in die verschiedenen Formen von Brustkrebs ist wichtig für die Therapie und die Prognose.

Brustkrebs vorbeugen

Wie bei vielen Krankheiten gibt es auch bei Brustkrebs Faktoren, die sich nicht beeinflussen lassen (zum Beispiel Alter oder Gene), und wiederum andere Faktoren, durch die man das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, gezielt senken kann. Zu diesen Risiko senkenden Faktoren gehören:

  • Übergewicht abbauen: Fett regt die Östrogenproduktion und damit die Zellteilung der Brustdrüsen an – das Entartungsrisiko steigt. Die bei Übergewicht oft erhöhe Konzentration von Insulin im Blut scheint ebenfalls das Risiko für Brustkrebs oder ein Rezidiv zu steigern.
  • Sich regelmäßig körperlich betätigen, vor allem nach den Wechseljahren: Dadurch wird die Östrogenkonzentration verringert und das Normalgewicht gefördert.
  • Selten und wenig Alkohol trinken, nicht rauchen: Alkohol erhöht den Östrogenkonzentration und ist damit nachgewiesenermaßen ein starker Risikofaktor für Brustkrebs (Mammakarzinom).
  • Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse: Auch wenn bisher kein spezieller Einfluss auf Brustkrebs nachgewiesen ist, gehen Forscher davon aus, dass eine Nahrung mit vielen Antioxidantien prinzipiell Krebserkrankungen vorbeugen kann.
  • Stress und Entspannungsphasen ins Gleichgewicht bringen: Auch hier ist kein direkter Zusammenhang zu Brustkrebs nachgewiesen. Doch man weiß, dass eine ausgewogene Lebensweise prinzipiell eine wichtige Voraussetzung ist, um gesund zu bleiben und somit auch um Brustkrebs vorbeugen zu können.

Die oben genannten Punkte helfen übrigens auch zu vermeiden, dass der behandelte Brustkrebs erneut auftritt.