Tipps gegen Sodbrennen

Sodbrennen äußert sich meist als Brennen im Hals und säuerlicher Geschmack im Mund. Der brennende Schmerz in der Brust wird durch den Rückfluss von Magensäure (gastroösophagealen Reflux) in die Speiseröhre (Ösophagus) verursacht. Das Symptom Sodbrennen (Pyrosis) kann ungefährlich sein, muss es aber nicht. Zur Abklärung der Ursache sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Sodbrennen ist ein Volksleiden, ähnlich wie Kopfschmerzen. In Deutschland leidet jeder Zweite unter Sodbrennen. Einige nur von Zeit zu Zeit, andere häufig. Schwangere und ältere Menschen sind oft betroffen. Viele "Sodbrand-Geplagte" kennen zudem auch saures Aufstoßen und Druckgefühl im Brustbereich. Wir verraten Ihnen, was gegen Sodbrennen hilft.

Sodbrennen: Ventil ins Saure

Um zu verstehen, wie Sodbrennen entsteht, lohnt sich ein Blick darauf, wie die Verdauung funktioniert. Täglich produziert unser Körper etwa zwei bis drei Liter Magensaft, dessen Aufgabe es ist, den Speisebrei zu verarbeiten und schädliche Mikroorgasnismen zu beseitigen. Deshalb ist der Magensaft mit einem pH-Wert von 0,8 bis 1,5 auch sehr sauer.

Die Speiseröhre ist ein circa 25 cm langer Muskelschlauch mit einem Durchmesser von 1 cm, der mit Schleimhaut überzogen ist. Er verbindet den Rachenraum mit dem Magen. Am Mageneingang befindet sich ein Schließmuskel (Ösophagussphinkter). Dieser gleicht einem Ventil, das beim Schluckvorgang erschlafft und sich zum Magen öffnet. Der Inhalt der Speiseröhre kann in den Magen fließen.

Im Normalfall ist dieser Weg eine Einbahnstraße. Der aggressive und stark saure Magensaft ist für den Magen dank seiner widerstandsfähigen Schleimhaut keine Gefahr. Die Speiseröhre ist jedoch sehr empfindlich. Leckt das Ventil, kann die Magensäure zurückfließen und die Speiseröhre schädigen.

Ursachen für Sodbrennen

Sodbrennen kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem Stress sowie bestimmte Gewohnheiten bei der Ernährung, wie zu fettes oder zu spätes Essen. Folgende Gründe können unter anderem eine Störung des Schließmuskels bewirken und so Sodbrennen verursachen:

  • Psychisch belastende Situationen wie Stress regen die Magensäureproduktion an und lösen Sodbrennen aus.
  • Bestimmte Nahrungsmittel beeinflussen den Druck des Schließmuskels.
  • Einige Medikamente (unter anderem einige Schmerzmittel) können ursächlich beteiligt sein. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Möglicherweise ist ein Zwerchfellbruch (sogenannte Hernie) aufgetreten. Dabei verschiebt sich ein Teil des Magens durch die Zwerchfellöffnung in den Brustraum.
  • Bei Schwangeren sorgt zum einen das Hormon Progesteron für die Erschlaffung des Schließmuskels, zum anderen drückt die stark vergrößerte Gebärmutter gegen den Magen und als Folge davon dessen Inhalt in die Speiseröhre.
  • Bei Personen mit Übergewicht kommt es ebenfalls vor, dass vermehrt Mageninhalt in die Speiseröhre ausweicht.

Sodbrennen ist eventuell ein Warnsignal für eine organische Erkrankung (Magengeschwür, Gastritis etc.). Dies sollten Sie durch eine Untersuchung bei Ihrem Arzt abklären.

Verbrennungen der Speiseröhren-Schleimhaut

Gelegentliches saures Aufstoßen ist zunächst kein Grund zur Sorge. Wird die Schleimhaut der Speiseröhre aber regelmäßig, etwa mehrmals die Woche, mit dem ätzenden Magensaft konfrontiert, kann es zu Schleimhautreizungen und Schädigungen (Refluxösophagitis) kommen. Unter Umständen wird die Schleimhaut völlig zerstört. Auch die oberen Atemwege, die Zähne und das Zahnfleisch können durch die zurückfließende Säure in Mitleidenschaft gezogen werden.

Unbehandelt kann Sodbrennen zu einer Krankheit wie einer Speiseröhrenentzündung führen. Im schlimmsten Fall bildet sich sogar ein Geschwür oder Krebs.

16 Tipps und Hausmittel gegen Sodbrennen

  1. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag (5 bis 6). Große Mahlzeiten sind sehr voluminös und führen zu einem übervollen Mageninhalt. Die Gefahr, dass hier Magensäure in die Speiseröhre gedrückt wird, ist erhöht.
  2. Speziell abends sollten Sie auf reichhaltige Mahlzeiten verzichten und nicht zu spät essen.
  3. Legen Sie sich nicht direkt nach dem Essen hin.
  4. Hilfreich ist es, mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen.
  5. Reduzieren Sie Ihr Gewicht, wenn Sie zu viele Kilos auf die Waage bringen.
  6. Vermeiden Sie Stress, denn dieser ist ein häufiger Auslöser von Sodbrennen. Entspannungsübungen, Sport, Meditation und Ruhe können helfen, den Stress und somit auch das Sodbrennen zu reduzieren.
  7. Tragen Sie keine enge Kleidung und lockern Sie Ihren Gürtel.
  8. Gebeugte oder gebückte Haltung fördert den Rückfluss.
  9. Verzichten Sie auf Alkohol und Tabak.
  10. Meiden Sie stark säurehaltige Getränke wie Grapefruit- oder Zitronensaft.
  11. Bewährte Hausmittel sind Tees mit Kamille, Fenchel oder Kümmel.
  12. Kaugummi kauen soll den Reflux verringern; offenbar schützt die erhöhte Speichelproduktion beim Kaugummi kauen die Schleimhaut der Speiseröhre.
  13. In Studien konnte gezeigt werden, dass Süßigkeiten, zum Beispiel Schokolade, bei Menschen, die mit Sodbrennen zu kämpfen haben, hier Auslöser sein können. In diesen Fällen ist das in der Schokolade enthaltene Theobromin verantwortlich.
  14. Der Einfluss von Kaffee auf Sodbrennen ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise verstärkt Kaffeekonsum die Beschwerden.
  15. Viele Menschen beschreiben das Auftreten von Sodbrennen nach stark gewürztem, scharfem Essen. Die Art der Wirkstoffe in den pflanzlichen Gewürzen unterscheidet sich jedoch erheblich, deshalb ist keine einheitliche Beurteilung möglich. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Wirkstoff Capsaicin, der für die Schärfe in Chilischoten verantwortlich ist, die Empfindlichkeit der Speiseröhre gegenüber dem Magensaft erhöht und somit das brennende Gefühl intensiviert.
  16. Immer wieder liest man Empfehlungen, bei Sodbrennen Milch zu trinken. Dies resultiert aus der Annahme, dass das Eiweiß in der Milch die Magensäure abpuffert. Ehemals wurden Patienten mit diesem Krankheitsbild ausschließlich mit Milch ernährt. Ob das geholfen hat, ist fraglich. Denn zum einen ist eine so einseitige Ernährungsweise niemandem zu empfehlen und zum anderen haben Wissenschaftler bewiesen, dass Milch die Säureproduktion im Magen sogar anregt.

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Sodbrennen mit Medikamenten behandeln

Auch mithilfe von Tabletten lässt sich Sodbrennen behandeln. Zurr Behandlung von Sodbrennen eingesetzt werden vor allem Antazida, welche den Magensaft neutralisieren, sowie Protonenpumpeninhibitoren (PPI), welche die Bildung eines Enzyms hemmen, das für die Säureausschüttung benötigt wird.