Salbei - Heilkraut mit pflegender Wirkung

Der Salbei gehört mit rund 900 verschiedenen Pflanzen zu einer der artenreichsten Gattungen in der Pflanzenwelt, doch nur der Echte Salbei (Salvia officinalis), auch Garten-, Küchen- oder Heilsalbei genannt, findet als Heil- und Gewürzpflanze Eingang in unsere heimische Küche und Pflanzenapotheke. Der lateinische Name (salvare = heilen; salvus = gesund sein) weist auf die schon seit der Antike bekannte medizinische Wirkung dieses Krautes hin. Die Römer brachten den Salbei über die Alpen nach Europa, wo er sich in der Folgezeit in den Kloster- und Bauerngärten wegen seiner vielseitigen Heilwirkungen großer Beliebtheit erfreute.

Wirkstoffe in Salbei

Die Salbeiblätter können das ganze Jahr über geerntet werden, doch kurz vor der Blüte ist die Pflanze am gehaltvollsten. Für den Winter können die Triebspitzen büschelweise abgeschnitten und aufgehängt werden, sie bleiben lange aromatisch.

Der intensive Geruch der Salbeipflanze wird durch seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen verursacht (1 bis 2,5%), vor allem an Thujon, Cineol und Borneol. Daneben kommen noch Kampfer, Gerb- und Bitterstoffe, Glykoside, Säuren und eine östrogen wirkende Substanz vor. Der Ziersalbei und der bei uns heimische Wiesensalbei enthalten hingegen keine ätherischen Öle.

Heilwirkung von Salbei

Obwohl das im Echten Salbei vorkommende Thujon ein Nervengift ist und in hohen Dosen Halluzinationen verursachen kann, ist der Salbei eine vielseitig verwendbare Heil- und Gewürzpflanze, denn Thujon ist nur sehr eingeschränkt wasserlöslich und kommt daher im Salbeitee nur in Spuren vor.

Die Wirkung von Salbei ist antibakteriell, krampflösend, schmerzstillend, magenstärkend, entzündungshemmend, wundschließend, menstruationsregulierend und blutreinigend und ist ein gutes Mittel gegen Husten, Schwitzen, Appetitlosigkeit sowie Magen- und Darmerkrankungen. Salbei-Dampfbäder helfen außerdem bei fettiger und unreiner Haut, weshalb Salbei auch ein beliebtes Mittel zur Pflege der Haut ist. Salbeitee wirkt vorbeugend bei lnfektionsgefahren wie beispielsweise einer Grippewelle, er unterstützt die Behandlung der Zuckerkrankheit und wird als Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund und Rachenraum angewandt.

In der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Wirkung von Salbeitee umstritten. Zum Gurgeln bei Erkältungen kann der Tee bedenkenlos verwendet werden. Stillende Mütter sollten aber darauf achten, dass Salbei eine milchhemmende Wirkung hat. Dies kann bei übermäßiger Milchproduktion oder beim Abstillen hilfreich sein. Frauen mit normaler Milchproduktion sollten jedoch während der Stillzeit auf Salbeitee verzichten.

Salbei als Küchenkraut

Die frischen Salbeiblätter sollten in der Küche den Vorzug bekommen, jedoch wegen ihrer starken Würzkraft vorsichtig dosiert werden. Salbei verlängert die Haltbarkeit von Speisen und wirkt magenstärkend. Er kann fein gehackt kurz vor dem Servieren sämtlichen Suppen, Eintöpfen und Gemüsegerichten beigegeben werden. Auch Tomatengerichte, Salate und Fisch, Geflügel, Kartoffeln, Pizzen und verschiedene Öle, vor allem aber Fleischgerichte wie Wild, Schwein, Rind und Lamm schmecken durch Zugabe von Salbei aromatischer.

Salbei-Rezept für Salbeitee

1 TL getrocknete oder frische Salbeiblätter mit 1/4 l heißem Wasser übergießen und 10 Minuten stehen lassen. Der Salbeitee sollte nicht auf Dauer und nicht mehr als 2-3 Tassen pro Tag getrunken werden, denn es kann bei Überdosierungen zu Vergiftungserscheinungen kommen. In der Schwangerschaft oder bei einer Nierenerkrankung sollte Salbeitee vermieden werden. Zum Gurgeln bei Infektionen des Hals- und Rachenraumes kann die Wirkung von Salbeitee durch Beimischung von Kamille verstärkt werden.

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Salbei anbauen, pflanzen, schneiden

Der Salbei gehört der Pflanzenfamilie der Lippenblütler an. Die bis über einem halben Meter hoch werdenden verholzenden Salbei-Pflanzen besitzen einen reich verzweigten Wurzelstock und bevorzugen im Garten einen trockenen, sonnigen Standort mit durchlässigem Boden. Charakteristisch für den Salbei sind seine filzigen, derben, immergrünen und etwas runzligen Blätter. Vom Echten Salbei gibt es eine unübersehbare Anzahl an Variationen, darunter auch buntblättrige Formen.

Verjüngt werden kann eine Salbei-Pflanze durch Ableger oder auch Absenker, die sie selbst an heruntergebogenen Zweigen ausbildet. Zurückschneiden sollte man Salbei möglichst im Frühjahr und nur dann, wenn man die Pflanze verkeinern möchte. Das Salbei-Schneiden zahlt sich später durch üppigeren Wuchs der Pflanze aus. Von Juni bis August schmückt sich der Salbei mit Quirlen aus blauen, seltener rosa bis weißen Blüten, die als Bienenweide genutzt werden können. Salbei ist nur bedingt winterhart, daher sollte man ihn in der kalten Jahreszeit mit Reisig abdecken.