Gesundheitsvorsorge: Positiv Denken und Handeln

Selbst gemachter Stress ist oft die Ursache von gesundheitlichen Störungen oder Krankheiten. Dazu kommen destruktive Gedanken und negative Gefühle. Um sein Gleichgewicht wieder zu finden, muss der Mensch seine körperliche und seelische Gesundheit aktiv fördern.

Gesundheit ist lernbar

Die Denk- und Handlungsweise, die der Gesundheit dient, wird "Salutogenese" genannt.


Man könnte das Wort mit "Gesundungsprozess" übersetzen. Salutogenese bedeutet nicht unbedingt Rauchverbot und Rohkost, sondern betont den Spaß, den ein gesundes Leben mit sich bringt. Ziel der Salutogenese ist eine Änderung des Lebensstils: Man lernt, viele alltägliche Entscheidungen bewusst zugunsten der Gesundheit zu fällen. Statt die eigene Gesundheit an die Medizin weiterzureichen und passiv zu bleiben, soll der Mensch sich selbst dafür verantwortlich fühlen. Ärzte wiederum sollten die Eigenverantwortung ihrer Patienten aktivieren.

Wer handelt, lebt leichter

Auf welchem Wege gelingt es einigen Menschen, auch schweren Belastungen standzuhalten und immer wieder ihr körperliches und seelisches Gleichgewicht zu finden? In den Forschungen zur Salutogenese fand man, dass derjenige eine robustere Gesundheit hat, der seine Welt und die ihn betreffenden Abläufe versteht und handelnd beeinflussen kann. Das Bewusstsein, für seine eigene Gesundheit verantwortlich zu sein, und das Vertrauen, dies auch zu können, spornen die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Wenn man Menschen betrachtet, die vermeintlich "unerklärliche Heilungen" erlebt haben, kristallisieren sich immer wieder die gleichen Punkte heraus, die zur Heilung beitragen:

Körperliche Bewegung

Neuer Schwung löst die bisherige Starre, auch auf der seelischen Ebene, auf. Sehr wichtig sind körperliche Spannung und Entspannung im gesunden Wechsel. Dieser Ausgleich sorgt für den Abbau von äußeren und inneren Verspannungen und Verkrampfungen.

Selbstbestimmung

Aus dem Verständnis für die Zusammenhänge von Krankheit und Gesundheit erwächst die Fähigkeit, selbst über seine Behandlungsmaßnahmen zu entscheiden. Der Kranke wird vom Erduldenden – nichts anderes heißt das Wort "Patient" auf Deutsch – zum Handelnden. Er gewinnt die Überzeugung, dass er das eigene Leben gestalten kann. Bisherige Überzeugungen werden überprüft und eventuell aufgegeben. Dem Leben wird ein neuer Sinn gegeben.

Die Kraft der Gedanken

Wer sich positive und aufbauende Gedanken macht, der fördert seine inneren Selbstheilungskräfte. Statt sich mit Gedanken und Gefühlen von Krankheit und Unwohlsein zu belasten, sollten wir uns vorstellen, von Leiden oder Beschwerden befreit zu werden. Der Mensch soll sich im Geiste so sehen, wie er gerne sein möchte (Zielvorstellung). Dabei bewähren sich bildhafte Vorstellungen. Dass innere Erwartungen wirken können, lässt sich immer wieder an Scheinmedikamenten (Placebos) feststellen. Diese "Pillen" enthalten keinerlei medizinischen Wirkstoffe. Trotzdem lassen bei manchen Patienten die Beschwerden nach, wenn sie sie eingenommen haben – per Kraft der positiven Erwartung.

Lebensfreude und Humor

Lachen, Tanzen und Singen verbessern die Sauerstoffversorgung des Gehirns und setzen Glückshormone und schmerzstillende körpereigene Substanzen frei. Lachen senkt Puls und Blutdruck, stärkt die Immunabwehr und regt die Verdauung an. Menschen, die gern und oft lachen, haben ein messbar geringeres Herzinfarktrisiko. Die Skelettmuskulatur entspannt sich, Hirnregionen, die für das Wohlbefinden zuständig sind, werden aktiviert.

Beziehungen

Erwachsene verbringen ihr Leben immer wieder in den gleichen Rollenspielen. Wenn in verkrusteten Beziehungen zu Nahestehenden Neues gewagt wird und "Spielrollen" geändert werden, besteht die Chance auf ein neues Lebensgefühl. Zusätzlich geben enge Freundschaften und eine gute Partnerschaft Sicherheit in schwierigen Lebenslagen.

Positive Sexualität

Lust und Leben sind eng verknüpft. Sexuelles Erleben verbessert die Lebenskraft.

Ganzheitliches Denken

Körper, Seele und Geist ergänzen sich. Wenn Probleme in einer der drei Komponenten auftreten, ist es notwendig, die aus den anderen beiden Bereichen verfügbaren Heilkräfte zu nutzen. So kann etwa eine neue intellektuelle Herausforderung Depressionen lindern, seelische Ausgeglichenheit wiederum den Geist schärfen.




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